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Hier rumpelt es: Die HAZ erstellt den Schlagloch-Atlas für Hannover
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Straßenschäden Hier rumpelt es: Die HAZ erstellt den Schlagloch-Atlas für Hannover

Einmal kurz nicht aufgepasst – und schon scheppert es gewaltig unter dem Auto. Der Winter hat auf den Straßen in der Stadt tiefe Spuren hinterlasssen. Die HAZ sammelt die schlimmsten Straßen in einem Schlagloch-Atlas für Hannover.

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Wo ist es besonders schlimm? Ein Schlagloch in Hannovers City.

Quelle: Emine Akbaba

Hannover. Es rumst gewaltig im Fahrwerk, wenn die Autos derzeit über Hannovers Schlaglochpisten rumpeln. Am Maschsee und am Südbahnhof ist es in diesen Tagen besonders schlimm, aber auch viele Seitenstraßen in der List und Linden weisen tiefe Schlaglöcher auf. Der Wechsel von Frost- und Tauperioden setzt den Straßen zu. Täglich sind Teams des Tiefbauamts unterwegs und stopfen provisorisch die schlimmsten Löcher – doch sie kommen kaum hinterher. Im März soll es eine Bestandsaufnahme über das Ausmaß der Schäden geben. Dann wird auch die Entscheidung über mögliche Sondermittel für die Straßensanierungen anstehen.

Seit Jahren reicht das Geld im städtischen Haushalt eigentlich nicht aus, um alle Straßendecken anständig zu reparieren. Nach dem harten Frostwinter 2010 hatte Stadtbaurat Uwe Bodemann den Etat für die Schlaglochreparatur kurzfristig um eine Million Euro aufgestockt, weil die Schäden um 30 bis 40 Prozent zugenommen hatten. Ob solch ein Sonderprogramm auch in diesem Jahr wieder fällig wird, vermochte Stadtsprecher Dennis Dix am Donnerstag noch nicht zu sagen. „Der Winter ist ja noch nicht zu Ende – Bilanz wird am Schluss gezogen.“ Derzeit gebe es keine Hinweise auf Rekordschäden.


Schlaglöcher-Atlas für Hannover auf einer größeren Karte anzeigen

Auffällig ist aber: Wo dünne Asphaltdecken über Kopfsteinpflaster gezogen wurden, tun sich häufig großflächige Abplatzungen auf. Und in Nebenstraßen, die lange keine Komplettsanierung gesehen haben, reiht sich zuweilen ein Schlagloch an das nächste zu einer regelrechten Holperpiste, sodass weiteres Flickwerk gar keinen Halt mehr erfährt. Etwa an der Willy-Brandt-Allee (Mitte) zwischen Neuem Rathaus und Landesmuseum, wo ein Abschnitt vor der Einmündung Bleichenstraße mittlerweile auf elf Metern völlig brüchig ist. Aber sogar in der Hildesheimer Straße (Südstadt), die im nördlichen Abschnitt weitgehend intakt scheint, klaffen inzwischen schwere Asphaltlöcher mitten auf den Fahrspuren.

Mit einer Kaltbitumenmischung rücken die Tiefbauer Thomas Müller und Ronny Bechert derzeit in der Innenstadt den schlimmsten Löchern zuleibe. Das Material liegt auf der Pritsche ihres orangenen Transporters. Wenn sie bei ihren täglichen Touren einen neuen Asphaltkrater entdecken, dann schalten sie die Warnblinkleuchten ein, blockieren mit ihrem Wagen die Fahrspur und schaufeln die Bitumenkrümel ins Straßenloch. Mit einem Stahlstampfer wird das Gemisch verdichtet, mit etwas Sand abgestreut, damit nichts an den Reifen kleben bleibt – und den Rest erledigen die Autofahrer unfreiwillig für die Stadt. Das Gewicht der Karossen drückt die Mischung fest – aber leider schleudert es sie oft schon nach wenigen Tagen krümelweise wieder heraus. Manchmal geht das Flickwerk über Jahre hinweg so.

Ein Michael schreibt auf der Facebook-Seite der HAZ über ein Schlagloch in der Kronenstraße (Oststadt): „Jedes Jahr eine Ladung Teer drauf, die im kommenden Winter wieder wegfliegt.“ Und eine Stefanie drückt ihre Erfahrung bezüglich eines Schlaglochs in der Posthornstraße (Linden) ganz lautmalerisch aus: „In Höhe des Schreibwarenhändlers – Rumms!“ Dimitri Radko weist auf die Hohenzollernstraße (Oststadt) hin: „Da liegen die Steine auf der Straße.“ Auch auf Twitter kursiert das Thema, wo etwa „ichmichnich“ schreibt: „Ein ganz frisches und großes Schlagloch gesehen Am Mittelfelde vor der Bushaltestelle Lehrter Platz Richtung Hildesheimerstraße.“

Dass das derzeitige Löcherstopfen nur ein Provisorium sein kann, ist den Stadt-Mitarbeitern bewusst. „Es geht zunächst darum, dass die Straßen verkehrssicher bleiben und Gefährdungen ausgeschlossen werden“, sagt Sprecher Dix. Immerhin seien an jedem Werktag 13 Teams unterwegs, die die kleineren Schäden beseitigten.

Rund 1400 Kilometer Straßennetz hat Hannover zu betreuen. Vielfach wurde in den vergangenen Jahren aus Geldmangel nur stellenweise ausgebessert. Jetzt sind etliche Straßen anfällig für Schäden, sie könnten dringend eine Grundsanierung benötigen. Doch selbst wenn genug Geld in der Kasse wäre: Für langfristig wirkende Reparaturen am Asphalt seien Temperaturen möglichst im zweistelligen Celsiusbereich nötig, sagt Sprecher Dix. Und weil die verlässlich in den nächsten Wochen kaum zu erwarten seien, wird zunächst nur weiter geflickt.

Kennen Sie weitere Schlaglöcher?

Die HAZ will Abhilfe schaffen: Wir sammeln Schlaglöcher auf Hannovers Straßen und veröffentlichen diese in einer interaktive Karte. Kennen Sie echte Holperpisten? Ärgern Sie sich jeden Tag über Schlaglöcher vor Ihrer Haustür oder auf dem Weg zur Arbeit? Dann schicken Sie uns eine Nachricht mit einer kurzen Beschreibung, wann und wo Sie das Schlagloch entdeckt haben – per Mail an online@haz.de oder kontaktieren Sie uns bei Twitter oder bei Facebook. Sie können auch einen Kommentar unter diesem Artikel posten.

med/frs

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