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Plakatattacke

Hildesheim macht in Hannover die Umweltzone madig

Von Felix Harbart

Mit einer provokanten Plakatkampagne in Hannovers Innenstadt nimmt die Nachbarstadt Hildesheim die hiesige Umweltzone aufs Korn.
Parkhaus Umweltzone Mönninghoff Pothmer Oberbürgermeister Kurt Machens

Mit Plakaten wie diesem in der Einfahrt des Parkhauses Schmiedestraße sollen Kunden in die Stadt Hildesheim gelockt werden.

© Burkert

„Besser einkaufen in Hildesheim – schnell ankommen, gut parken, ohne Umweltzone“ heißt es auf großflächigen Plakaten, die das Hildesheimer Stadtmarketing und die Werbegemeinschaft „Die Freundlichen Hildesheimer“ an 16 hannoverschen Standorten haben aufhängen lassen. Gerichtet ist die Botschaft, zumindest vordergründig, an Autofahrer, deren Fahrzeug nur eine rote oder gar keine Umweltplakette bekommen hat. Diese Autos sind seit Jahresbeginn aus Hannovers Innenstadt ausgesperrt.

Hannovers Umwelt- und Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff (Grüne)gibt sich angesichts der Werbeattacke gelassen: „Lieber in Hannover in sauberer Luft hervorragend einkaufen, als zukünftig in schlechter Luft mittelmäßig in Hildesheim.“ Für die hannoversche FDP, aus der seit jeher scharfe Kritik an der Einführung der Umweltzone geübt wird, ist die Werbekampagne Wasser auf die Mühlen. „Wir haben immer gesagt, dass die Umweltzone zulasten der hannoverschen Geschäftsleute geht“, sagt Ratsherr Jens Meyburg. „Vor allem auswärtige Kunden fahren jetzt viel eher woanders hin zum Einkaufen – zum Beispiel nach Wolfsburg.“

Die schärfste Kritik an der Plakatierungsaktion kommt aus Hildesheim selbst – und zwar von den dortigen Grünen. Sie empfinden die PR-Idee als lupenreines Eigentor. Ulrich Räbiger, Grünen-Fraktionschef im Hildesheimer Stadtrat, nennt die Kampagne „oberpeinlich und vollkommen instinktlos“. Hildesheim könne doch nicht zum „Ausflugsort aller Dreckschleudern“ werden, klagt er. „Vor dem Abwracken noch mal kurz nach Hildesheim – diese Botschaft scheint mir jemand entwickelt zu haben, der zu viel Feinstaub geschnupft hat.“ Auch die Hildesheimer Bundestagsabgeordnete der Grünen, Brigitte Pothmer, forderte einen Stopp der Kampagne. „Dieser Versuch der Abwerbung von Konsumenten auf Kosten von Umwelt und Gesundheit schadet dem Image Hildesheims“, sagte sie.

Hildesheims Marketing-Chef Lothar Meyer-Mertel räumt ein, die Plakate könnten wohl durchaus ein wenig provokant geraten sein. „Das bedeutet aber nicht, dass wir den Umweltschutz nicht ernst nehmen.“ Allerdings sei es eben so, dass in Hildesheim auch ständig für Hannover geworben werde – „und wir haben nun einmal nicht die finanziellen Möglichkeiten wie Hannover“, sagt Meyer-Mertel. Mit der aktuellen Werbeidee wandele man „auf einem schmalen Grat“. Dass das prompte Echo auf die Aktion den Hildesheimer Werbemachern schon jetzt recht gibt, sagt Meyer-Mertel vorsichtshalber nicht.

Hildesheims Oberbürgermeister Kurt Machens allerdings, so ist zu hören, hat sich wenig begeistert von der Kampagne der städtischen Marketingtochter gezeigt. Vom genauen Inhalt habe das Stadtoberhaupt nichts gewusst. „Er hätte das Ganze wohl anders dargestellt“, sagt Meyer-Mertel. Ullrich Thiemann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Hannover-Hildesheim, sieht keinerlei Grund zur Aufregung: Die Hildesheimer Offensive sei nichts anderes als klassisches Stadtmarketing

In Hildesheim gibt es keine Umweltzone und damit auch keine Fahrverbote für Autos mit hohem Schadstoffausstoß. In einem Gutachten des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes in Hildesheim war im Herbst vergangenen Jahres festgestellt worden, dass die Einführung der Fahrverbote in Hannover ein ungeeignetes Mittel ist, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren. Das Gutachten war vom niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) in Auftrag gegeben worden.

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  • Grüne Welle Stadtteilbewohner – 23.05.09
    Wenn es eine grüne Welle gäbe, müßte sie zumindest dort funktionieren, wo keine öffentlichen Verkehrsmittel verkehren. Ist aber nicht so !
    Also weiterhin das umweltfreundliche Stop and Go.

    Auch die Verkehrsführungsbeschilderung des Messeschnellwegs zeigt den Stau an, wenn man schon in ihm steht, so daß keine Chance besteht den Messeschnellweg vor dem Stau noch zu verlassen.

    Zum Thema :
    In Hildesheim Einkaufen und in Hannover abzocken. Einfach nur zwei unterschiedliche Konzepte der Umwelt zuliebe ?
  • ...aus erfahrung sprech wuergreiz – 22.05.09
    @Willi Liebreiz Bin selber 1.91Meter gross. Weiss also wovon ich rede. Gegen laute Musik von nervigen (meist jugendlichen) Mitfahrern einfach mal was sagen - da kommt sogar oft eine (nicht erwartete) Reaktion. Aber dafuer ham's dann wieder keine Fresse.
    Zerkratze Scheiben... hum. Also ich schau mir eh immer nur die netten Maedels an, da kann ich sehr gut mit zerkratzen Scheiben leben - auch wenns net grad schoen anzusehen ist. Ausserdem will ich mit der Bahn von A nach B. Da ist es mir schoa a bissl Wurscht ob da Kratzer inne Scheibe sind. Zumal man ja auch ein Rad nutzen kann... aber da ist der gestresste Manager, Schwerstarbeiter bla bla bla nach einem arbeitsreichen Tag tuerlich mental und koerperlich nicht mehr in der Lage (der Arme).Uebel richende (stinkende) Menschen sind ueberall anzutreffen. Sogar in Hildesheim! Ich persoenlich mag richende (stinkende) Menschen auch nicht - besonders jene nicht die immer so uebermaessig wie ein Puff, ein Parfumhaus oder aenliches richen.
    Fahrens nur nach Hildesheim, ist net mein Spritgeld. Und ne Dreckschleuder isses allemal, womit Sie fahren - pustet schliesslich auch Abgase in die Luft (einzig und allein die Menge (schaedlicher) Abgase pro Fahrgast machen doch den Unterschied). Da sind die oeffis nunmal unschlagbar (meine These). Und nirgens! habe ich gesagt Sie, Willi Liebreiz, sollten die Oeffis nutzen. Es war nur 'ne Anregung, ein Vorschlag. Und intolerant, Willi, fuer intolerant halte ich mich ja nun ueberhaupt gar nicht. Ganz im Gegenteil: Ich halte mich fuer den zweit tolerantesten Menschen der (westlichen) Hemisphaere - der toleranteste ist mir allerdings bisher nimmer begegnet :)
  • Umweltzone Manni – 22.05.09
    noch witziger wärs, dieselbe werbung in Berlin aufzustellen :-)
  • Betreff Manni – 22.05.09
    noch witziger wärs, dieselbe werbung in Berlin aufzustellen ;-)
  • Hundejaulen Willi B. – 22.05.09
    Ich weiss auch, dass die Verantwortlichen der Stadt bissig und verbissen sind - arme Menschen halt...
  • Die Umweltzone bringt nichts! Christophe – 22.05.09
    Die Umweltzone hat der Stadt durch "kostenpflichtige" Ausnahmeregelungen Geld eingebracht, Handwerksbetriebe Probleme bereitet, Autos entwertet und nichts für die Umwelt gebracht.

    Denn es macht sehr wohl einen Unterschied, ob ich die Umweltzone umfahren muss und dadurch mehr Kilometer fahre, als wenn ich direkt durch fahre. Der Wind macht dann den Rest.

    Ob man mit dem Auto in die Stadt fahren muss, um einzukaufen, ist eine andere Frage. Nur ist die Üstra auch nicht gerade günstig, die Bahnen teilweise dreckig, die Mitfahrer rücksichtslos (Musik, Geruch, Verhalten) und man so einige male angemacht wird, kann man das Auto rughig in Betracht ziehen.

    Aber von der Stadt Hannover habe ich auch nichts anderes erwartet, als das nichts vernünftiges rauskommt.
  • Hundejaulen Sir – 22.05.09
    Manche beißen auch
  • Hä? Willi Liebreiz – 22.05.09
    des wuergreizes kommentar ist dürftig...warum sollte ich öffis benutzen? Die Sitze sind für mich als 1,95m großen Menschen schlicht eine Zumutung bei der Üstra, die Öffis sind dreckig, Scheiben zerkratzt, stinkende Mitfahrer, mp3-player Musik in der ganzen Bahn und Bus, unpünklichkteit, Abfahrtzeiten sind mangelhaft aufeinander abgestimmt, die Liste ist lang, wrum ich lieber in meinem auto sitze und nach Hildesheim fahre; ausserdem ist mein auto keine Dreckschleuder, ich könnte sogar in die hannoversche Umweltzone, will es aber nicht, da ich mich drangsalieren lasse, weder von Herrn Mönninghoff nnoch von intoleranten würgreizen...:-)
  • Na, und? prakin – 22.05.09
    Das Selfmarketing der Städte ist ja keine wirklich neue Entwicklung.
    Es wird aber langsam Zeit, dass man sich auch über die Nachteile dieser Entwicklung klarer wird.

    Vielleicht hat der Eine oder Andere mitbekommen, was in Hamburg mit der HafenCity passiert. Dort hat der Oberbaudirektor J. Walter ganz klar dargestellt, dass die Stadt von Unternehmensberatern zum Thema Wettbewerb zwischen den Kommunen beraten wird. Walter betrachtet die Hafencity als einen solchen Wettbewerbsfaktor, ein sogenanntes Alleinstellungsmerkmal, mit dem HH punkten kann.

    In Hannover geht man ähnliche Wege. Auch hier gibt es Merketinggesellschaften, deren einzige Aufgabe es ist Hannover als Marke zu betrachten. Man versucht krampfhaft den Namen Leibniz mit Hannover zu verknüpfen, baut ein Schlösschen wieder auf, macht autofreie Sonntage usw.

    Hildesheim kopiert lediglich eine Fehlentwicklung, die in Hannover schon viel länger und stärker läuft.

    Man sollte aber auch mal kritisch darüber nachdenken, ob die primäre Aufgabe einer Stadtverwaltung unternehmerischer Natur oder vielleicht doch ordnungspolitischer Natur ist.
    Ist es im Sinne der Bürger, wenn Politessen wie Angestellte eines profitorientierten Unternehmens handeln?
    Ist es im Sinne der Bürger, wenn erhebliche finanzielle Mittel für Wettbewerb und Marketing zwischen den Kommunen ausgegeben wird, ohne dass sich dadurch die Lebensqualität in der Kommune entsprechend steigert?

    Die Unternehmensberater und Marketingleute werden den Sumpf nicht trocken legen. Das muss dann schon der Wähler selber machen.
  • Last Exit Hildesheim Hannoveraner – 22.05.09
    Hildesheim ist eine schöne Stadt. Wieso nur dort einkaufen? Am besten sofort dorthin umziehen! Leider, leider bin ich an Hannover gebunden und werde weiter hier leben müssen.
  • Na sicher... Seelzer – 22.05.09
    Sicher. Ich fahre auch nach Hikdesheim zum einkaufen.

    Hier kann ich schön bequem mit dem ÖPNV nach Hannover in die Stadt fahren. Bushaltestelle ist keine fünf Minuten von mir entfernt. Der Bus hält hier am Bahnhof (zehn Minuten später in der Stadt) oder aber ich fahre mit dem Bus direkt bis in Hannovers Innenstadt (Steintor, Hauptbahnhof). Und das ganze für aktuell 5,30€. jetzt sollen mir die Hildesheimer bitte mal erklären wie ich für das Geld nach Hildesheim kommen soll....
  • kauft euch ne fahrkarte fuer den GvH wuergreiz. – 22.05.09
    LOL. Ganz ganz grosses LOL. Fuer das Geld nach Hildesheim und zurueck gibt's mit Sicherheit eine Fahrkarte (Tageskarte?) fuer den GvH! Ich mag den auch net unbedingt. Aber wenn es darauf ankommt "zentral" irgendwo in der Konsumtempelgegend anzukommen... sorry, aber da ist Hannover Hbf sowas von zentral, zentraler gehts ja nun fast nicht.
    Ach ja, ich vergass. Der Mensch ist von natur aus faul. Und mal 'n paar Einkaufstaschen in der Bahn zu transportieren ist ja mit Arbeit verbunden. Nicht zu vergessen dass es als Autofahrer unter aller Wuerde ist mit den Oeffis zu fahren.
    Dafuer quaelt und umweltverpestet man sich lieber durch Hildesheim - soweit ich mich an meine Zeit in Hildesheim erinnere war des ja eine Stadt mit einem Ampelwald.
    Arme Irre (Autofahrer) - eure geistig Armut kotz mich an.
  • online einkaufen! hannoveraner – 22.05.09
    Einfach den ganze Kram im Netz bestellen, der DHL-Laster hat hoffentlich eine Plakette. Einkaufsstädte sehen eh alle gleich aus.
  • Hundejaulen Willi B. – 22.05.09
    Nur getroffene Hunde bellen...
  • Plakatattacke Rübirent – 22.05.09
    Ich wohne in Laatzen und fahre seit Jahren nach Hilgesheim (mit grüner Plakette). Knapp 30 Ampeln ohne grüne Welle gegen 20km B6 sind keine Alternative. Parken im Parkhaus Andreaspaasage und sofort mitten im Einkaufsleben.
  • Grüne Welle Autofahrer – 22.05.09
    Es gibt meiner Kenntnis nach grundsätzlich eine Grüne Welle, allerdings wurde für die öffentlichen Verkehrsmittel eine Schaltung integriert, die ihnen die Vorfahrt sichert (Bus kommt, Ampel wird grün). Das sind zwei entgegengesetzte Konzepte - Beides gleichzeitig funktioniert leider nicht.
  • Umweltzone JonLargo – 22.05.09
    Hildesheim ist eine schöne Stadt. Das ist auch Hannover, nur gibt`s in Hildesheim noch keine Ökoterroristen, die zur eigenen Profilierung eine Umweltzone erfinden.
    Es ist aber m.E. auch möglich, dass Hannover die Umweltzone nur erfunden hat, damit die Stadt über die Genehmigung von Ausnahmegenehmigungen noch einmal so richtig abkassiert.
  • Coole Aktion Carlo – 22.05.09
    Hildesheim gut. Hannover schlecht!

    Was macht HI falsch? Die sagen nur die Wahrheit. Ökozonen sind kein geeignetes Mittel für die Umwelt. Das weiss auch Hannover - hält aber aus welchen Gründen auch immer an dieser unsinnigen Bürgervereimerungsaktions Maßnahme fest.

    Da muss man dann sich nicht wundern, wenn jemand daher kommt und die eigene Dummheit anprangert. Ich werde übrigens nach HI fahren. Nicht mit Dreckschleudern - sondern mit Autos bay. Produktion und neuster Bauart. (Allerdings ohne Abwrackprämie. In solchen Genuss komme ich nicht.) Jemand der derartig findig wirbt, hat mein Geld verdient.

  • Trotzdem Vorteil für Hannover Bahnfahrer – 22.05.09
    Nach Hildesheim mit dem Auto ist auch keine Fahrt in den Urlaub. Dann kann man auch gleich auf die Bahn umsteigen und was Bahnhof und dessen Lage angeht, kann kaum eine Stadt in Deutschland mit dem von Hannover mithalten.

    Dass die Umweltzone insgesamt ein Schwachsinn ist, steht auf einem anderen Papier........frage mich bis heute, warum es in Hannover keine "Grüne Welle" (Ampelschaltung) gibt, so wie in zahlreichen anderen Städten. Stattdessen permanent Anfahren-Bremsen-Anfahren. Das schadet viel mehr.

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