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Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz wird zu Arendt-Platz

Entscheidung im Bezirksrat Mitte Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz wird zu Arendt-Platz

Der niedersächsische Landtag hat künftig eine andere Adresse. Er residiert nicht mehr am Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz sondern am Hannah-Arendt-Platz. Für die Umbenennung hat sich der Bezirksrat Mitte am späten Montagabend mit breiter Mehrheit entschieden.

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Der Platz am Landtag bekommt einen neuen Namen.

Quelle: Archiv

Hannover. Der Vorschlag, den Platz nach der in Linden geborenen Philosophin zu nennen, stammt von SPD, Grünen und FDP. „Uns ist wichtig, den zentralen Platz nach einer bedeutenden Person zu benennen“, sagte Martin Nebendahl (Grüne). Für die SPD zählte, dass eine Frau als Namensgeberin zum Zuge kommt. Die CDU war nicht einverstanden. Sie schlug den neutralen Namen „Am Landtag“ vor, bekam aber keine Mehrheit. Ein Gutachten hatte Kopf Verstrickungen in der Nazi-Zeit nachgewiesen.

Ursprünglich hatte das Gremium eine einvernehmliche Lösung erreichen wollen. Doch die CDU schloss sich der Empfehlung des städtischen Beirats an, der einen neutralen Namen präferierte. Hinrich Wilhelm Kopf, dem als ersten Ministerpräsidenten Niedersachsens Verdienste zukommen, dürfe nicht zusätzlich herabgewürdigt werden, indem der Platz einen anderen Personennamen erhalte, sagte CDU-Mann Joachim Albrecht. Auch die Landtags-CDU hatte sich für einen personenunabhängigen Namen eingesetzt: „Platz der Niedersachsen“. Doch zuständig ist der Bezirksrat.

Einig sind sich die Fraktionen darin, dass eine Infotafel Kopfs Lebensweg darstellen und die Umbenennung erklären soll. Kopf war in der Zeit des Nationalsozialismus an der Enteignung von Juden in Polen beteiligt. Im Bezirksrat herrschte Einigkeit, dass der Platz deshalb umbenannt werden musste.

Letztlich hat das Gremium ein halbes Jahr gebraucht, um sich zu einer Entscheidung durchzuringen. „Ein großer Tag für den Bezirksrat, aber kein ganz großer“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

Zur Person: Hannah Arendt

Die 1906 in Linden geborene jüdische Publizistin floh vor den Nazis und spielte später in der Aufarbeitung der Nazi-Zeit eine wichtige Rolle. Sie prägte den Begriff von der „Banalität des Bösen“, während sie als Journalistin aus dem Kriegsverbrecherprozess gegen Adolf Eichmann berichtete.

Arendt pflegte Kontakte zu nahezu allen aufgeklärten Denkern ihrer Gegenwart – mit dem Jahrzehnte älteren Philosophen Martin Heidegger verband sie eine Liebesbeziehung. Sie selbst bezeichnete sich nicht als Philosophin und sah ihr Lebenswerk als Beitrag zur politischen Theorie. Als Jüdin von den Nazis ausgebürgert, war sie von 1937 an staatenlos, bevor sie 1951 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Sie starb 1975 in New York. med

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