Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz wird zu Arendt-Platz
Hannover Aus der Stadt Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz wird zu Arendt-Platz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:56 16.09.2014
Der Platz am Landtag bekommt einen neuen Namen. Quelle: Archiv
Hannover

Der Vorschlag, den Platz nach der in Linden geborenen Philosophin zu nennen, stammt von SPD, Grünen und FDP. „Uns ist wichtig, den zentralen Platz nach einer bedeutenden Person zu benennen“, sagte Martin Nebendahl (Grüne). Für die SPD zählte, dass eine Frau als Namensgeberin zum Zuge kommt. Die CDU war nicht einverstanden. Sie schlug den neutralen Namen „Am Landtag“ vor, bekam aber keine Mehrheit. Ein Gutachten hatte Kopf Verstrickungen in der Nazi-Zeit nachgewiesen.

Ursprünglich hatte das Gremium eine einvernehmliche Lösung erreichen wollen. Doch die CDU schloss sich der Empfehlung des städtischen Beirats an, der einen neutralen Namen präferierte. Hinrich Wilhelm Kopf, dem als ersten Ministerpräsidenten Niedersachsens Verdienste zukommen, dürfe nicht zusätzlich herabgewürdigt werden, indem der Platz einen anderen Personennamen erhalte, sagte CDU-Mann Joachim Albrecht. Auch die Landtags-CDU hatte sich für einen personenunabhängigen Namen eingesetzt: „Platz der Niedersachsen“. Doch zuständig ist der Bezirksrat.

Einig sind sich die Fraktionen darin, dass eine Infotafel Kopfs Lebensweg darstellen und die Umbenennung erklären soll. Kopf war in der Zeit des Nationalsozialismus an der Enteignung von Juden in Polen beteiligt. Im Bezirksrat herrschte Einigkeit, dass der Platz deshalb umbenannt werden musste.

Letztlich hat das Gremium ein halbes Jahr gebraucht, um sich zu einer Entscheidung durchzuringen. „Ein großer Tag für den Bezirksrat, aber kein ganz großer“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

Zur Person: Hannah Arendt

Die 1906 in Linden geborene jüdische Publizistin floh vor den Nazis und spielte später in der Aufarbeitung der Nazi-Zeit eine wichtige Rolle. Sie prägte den Begriff von der „Banalität des Bösen“, während sie als Journalistin aus dem Kriegsverbrecherprozess gegen Adolf Eichmann berichtete.

Arendt pflegte Kontakte zu nahezu allen aufgeklärten Denkern ihrer Gegenwart – mit dem Jahrzehnte älteren Philosophen Martin Heidegger verband sie eine Liebesbeziehung. Sie selbst bezeichnete sich nicht als Philosophin und sah ihr Lebenswerk als Beitrag zur politischen Theorie. Als Jüdin von den Nazis ausgebürgert, war sie von 1937 an staatenlos, bevor sie 1951 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Sie starb 1975 in New York. med

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt Umstrittener Parcours in der Eilenriede - Grünes Licht für Mountainbiker

Der umstrittene Mountainbike-Parcours in der Eilenriede kann nun doch gebaut werden. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat jetzt eine Beschwerde der Naturschutzverbände Bund und Nabu abgeschmettert, sodass die Stadt Hannover grünes Licht für den Bau der Strecke in Waldheim bekommt.

Andreas Schinkel 18.09.2014
Aus der Stadt Streit um Stichwahl und Juristentag - Das ist heute in Hannover wichtig

In einer Sondersitzung entscheidet die Regionsversammlung über den Einspruch der CDU gegen die Stichwahl zum Regionspräsidenten und Bundespräsident Joachim Gauck spricht bei der Eröffnung des Deutschen Juristentags – das ist heute in Hannover wichtig.

16.09.2014
Aus der Stadt HAZ-Fotowettbewerb „Festgehalten“ - Wer fotografierte den schönste Sommermoment?

Zahlreiche Leser haben erneut am HAZ-Fotowettbewerb „Festgehalten“ teilgenommen. Unter dem Motto „Meine Sommermomente in der Region“ haben wir die schönsten Bilder unserer Leser gesucht. Nun wird der Sieger bestimmt.

15.03.2018