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Aus der Stadt Hinrich Wilhelm Kopf ist „nicht mehr zu halten“
Hannover Aus der Stadt Hinrich Wilhelm Kopf ist „nicht mehr zu halten“
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00:15 09.12.2013
Von Andreas Schinkel
Im Zwielicht: Niedersachsens erster Regierungschef Hinrich Wilhelm Kopf mit einem Modell der Staatskanzlei. Quelle: Hauschild
Hannover

Auch Grüne, CDU und FDP plädieren für einen anderen Namen, doch wie der Platz vor dem niedersächsischen Landtag künftig heißen soll, ist noch nicht ausgemacht. Schon jetzt zeichnen sich Konflikte bei der Namenssuche ab.

Am Donnerstag hatten sich die Landtagsfraktionen von CDU, SPD und Grünen klar für eine Adressänderung des Parlaments eingesetzt. Der Ältestenrat des Landtags entschied einstimmig, auf eine Umbenennung hinzuwirken. Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) wurde beauftragt, mit dem Bezirksrat Mitte zu sprechen. Tatsächlich haben es allein die Feierabendpolitiker des Stadtteilgremiums in der Hand, dem Platz einen anderen Namen zu geben. „Und da lassen wir uns auch nicht von Herrn Busemann hineinreden“, betont FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Einen „Welterklärer“ habe man nicht nötig.

Dem SPD-Politiker Hinrich Wilhelm Kopf wird vorgeworfen, während der Zeit des Nationalsozialismus Schuld auf sich geladen zu haben. Eine wissenschaftliche Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Kopf von der Enteignung jüdischer Bürger in Polen profitiert habe. Nach Kriegsende wurde Kopf erster Ministerpräsident von Niedersachsen. Vor dem Parlament habe er seine Machenschaften während der NS-Zeit bestritten, so lautet ein weiterer Vorwurf.

Kopf kann niemals ein echter Sozialdemokrat gewesen sein“, sagt SPD-Bezirksratsherr Michael Sandow. Jetzt müsse man in Ruhe über Namensvorschläge nachdenken. Einen gibt es bereits. Die CDU-Landtagsfraktion hat die Bezeichnung „Platz der Niedersachsen“ ins Spiel gebracht. Dafür können sich auch die Parteifreunde im Stadtteilgremium erwärmen. „Das ist ein übergeordneter Begriff, der gut passt“, sagt CDU-Fraktionschef Dieter Prokisch. Letztlich sei man auch für Personennamen offen. „Nur Frauennamen müssen nicht unbedingt sein“, meint er. Da werde die CDU nicht mitmachen.

Den Grünen jedoch ist „Platz der Niedersachsen“ zu unpolitisch. Sie wünschen sich den Bezug auf eine Person, am liebsten eine weibliche. „Schließlich gibt es eine Richtlinie der Stadt Hannover, dass bei neuen Straßennamen Frauen den Vorzug bekommen“, sagt Grünen-Fraktionschef Martin Nebendahl. Auf jeden Fall müsse der neue Name „eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sein“.

Voraussichtlich im Januar wird der Bezirksrat eine Entscheidung fällen. Zuvor wird eine historische Kommission der Stadt Hannover ihr Urteil in der Causa Kopf abgeben.

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