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Mit galantem Schwung in die Barockzeit

50. Geburtstag des Historischen Museums Mit galantem Schwung in die Barockzeit

Zwei Tage lang feierte das Historische Museum in der Altstadt seinen 50. Geburtstag. Vor allem der Nachwuchs der Besucher hat dabei gestaunt: Kinder durften sich auf eine Reise in die Zeit des Barocks begeben.

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Kindertafel mit Kurfürstin und Gelehrtem sowie einer Detailkorrektur: Kekse gab es im Barock in Hannover noch nicht.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Ob die Schwestern Marie und Eva Mühlbauer aus Hannover je im Leben ein formvollendeten Knicks machen müssen, mit dem am hannoverschen Hof zur Zeit des Barocks Höhergestellten Referenz erwiesen wurde, weiß man nicht. Sollte es der Fall sein, wissen sie seit Sonntag, wie es geht.

„Ein Bein im galanten Schwung nach hinten, Gewicht verlagern und dann leicht einknicken“, demonstrierte Rainer Künnecke, der bei Gelegenheiten wie dem runden Geburtstagsfest im Historischen Museum nicht als Rainer Künnecke auftritt, sondern in seiner Paraderolle aus Universalgelehrter Leibniz. Dergestalt begrüßte er die Kinder zur barocken Kostümierung, zur Tafel - es gab Kekse - und zum anschließenden Tanz.

Am Sonntag feierte das Historische Museum in der Altstadt seinen 50. Geburtstag. Vor allem der Nachwuchs der Besucher hat dabei gestaunt: Kinder durften sich auf eine Reise in die Zeit des Barocks begeben.

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Die Zeitreise für den Nachwuchs war Teil des zweitägigen Programms, das das Museum in der Altstadt zum 50. Jubiläum seiner Eröffnung zusammengestellt hatte. Führungen durch den Beginenturm, Abschiedstouren durch die Dauerausstellung - sie wird sich bald wandeln - oder auch Spezialaktionen wie eine von Besuchern gestaltete Fotowand zum Thema „Typisch Hannover“ gehörten dazu. Letztere sah sich Ulla Brigert aus Langenhagen an, die spontan zwei sehr unterschiedliche Einrichtung für typisch für die Landeshauptstadt hält: „VW-Werk und Herrenhäuser Gärten fallen mir ein.“

Eine Diskussionsrunde trug den Titel „Rückblick und Ausblick“. Das Museum wird von Juni kommenden Jahres an seine beiden oberen Etagen und die Kutschenhalle umgestalten. Zweieinhalb Jahre sind für die Modernisierung baulicher und inhaltlicher Art veranschlagt. „Das Haus bekommt ein völlig neues Gesicht“, verspricht Direktor Thomas Schwark.

Vielleicht bleibt dann die Sündenbox erhalten, die die Veranstalter am Wochenende aufgestellt hatten und in die Besucher kleine Beichtzettel über Verfehlungen einwerfen konnten. Einer gab „Ich bin während eines Vortrags eingeschlafen“, schrieb einer, der seine Notiz gleich an die Wand geheftet hatte. Am Wochenende bestand die Gefahr nicht, denn dazu war das Angebot zu interessant und der Andrang speziell am ersten Veranstaltungstag zu groß.

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