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Aus der Stadt BBS-Lehrer drohen jetzt arbeitsrechtliche Konsequenzen
Hannover Aus der Stadt BBS-Lehrer drohen jetzt arbeitsrechtliche Konsequenzen
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00:15 19.11.2017
Von Saskia Döhner
„Unangemessene Wortwahl“: Der Landesschulbehörde liegt der Whats­app-Chat vor. Quelle: Michael Thomas (Montage: HAZ)
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Hannover

Den Ermittlern liegt ein Chatprotokoll vor. In einem Klassenchat hatte der Lehrer geschrieben: „Ihr seid Schlaftabletten und Rumnörgler, das Leben ist ungerecht, und heute werdet ihr mal gefickt.“ Damit spielte er auf eine bevorstehende Klassenarbeit an. Wegen dieser „unangemessenen Wortwahl“ prüft die Landesschulbehörde jetzt arbeitsrechtliche Konsequenzen gegen den Lehrer. Das könnte etwa eine Abmahnung sein.

Zurzeit gehen Staatsanwaltschaft und Landesschulbehörde weiter der Frage nach, ob der Lehrer seine Schüler zum Hitlergruß aufgefordert und mit ausländerfeindlichen Sprüchen diffamiert hat. Bis das Verfahren abgeschlossen sei, gelte die Unschuldsvermutung - teilte die Landesschulbehörde mit. „Bisher haben wir keine konkreten Anhaltspunkte, dass sich der beschuldigte Lehrer tatsächlich rassistisch geäußert oder die Schüler zu einem strafbaren Verhalten aufgefordert hat“, sagt Sprecherin Bianca Schöneich.

Lehrer soll Migranten beschimpft haben

Ausbilder und Schüler werfen dem Mann vor, Jugendliche zu beschimpfen und besonders Migranten gezielt zu provozieren. In einer Liste, die auch der Innung vorliegt, wird er mit Äußerungen zitiert wie „1945 ging die deutsche Jugend noch gerade“ und „Die Deutschen kommen immer pünktlich, die Ausländer nicht“. Er soll Schüler aufgefordert haben, sich mit Hitlergruß zu melden, „nur mit dem rechten Arm, angeschrägt“. Er habe Sätze gesagt wie „Dreckige Polacken haben auf der Baustelle nichts zu suchen“ und „Pass auf deine Kopftuchschlampe auf“.

Zudem soll der Lehrer, ein Handwerker, der als Quereinsteiger an die Schule kam, seinen Schülern gar nichts beibringen wollen. Viele schnitten regelmäßig mit den Noten 5 oder 6 ab, hieß es. Anders als an allgemeinbildenden Schulen, wo Arbeiten nachgeschrieben werden müssen, wenn die Hälfte der Klasse schlechter als Note 4 geschrieben hat, gilt diese Vorgabe an Berufsschulen nicht.

Vom Obermeister der Innung hieß es, man sei sehr daran interessiert, dass die Azubis eine gute Schulbildung erhielten, und sei deshalb schon seit Längerem in einem guten Gespräch mit der Schulleitung. Weitere Angaben könne er wegen des laufenden Verfahrens nicht machen.

Was hat die Schulleitung gewusst?

Ausbilder berichten, sie hätten an der Schule immer wieder die Vorwürfe vorgebracht, seien aber von dem Vorgesetzten des Lehrers, der Mitglied der Schulleitung ist, abgebügelt worden.

Die Region Hannover als Schulträger sieht sich nur für das Gebäude zuständig, nicht aber für die Vorwürfe gegen den Lehrer und dessen Vorgesetzten. Generell sei man aber strikt gegen Rassismus.

Die Schüler und Ausbilder, die die Vorwürfe gegen den Lehrer erhoben haben, wollen lieber anonym bleiben. Sie haben angegeben, Angst vor Repressalien zu haben. In den Ermittlungsakten werden die Namen der Zeugen aufgeführt, für den Anwalt des beschuldigten Pädagogen wären die Schüler also identifizierbar, selbst wenn man ihnen Anonymität zusichert. Ohne namentlich bekannte Zeugen seien die Ermittlungen äußerst schwierig, heißt es jedoch bei der Landesschulbehörde. So stockt die Aufklärung der Vorwürfe.

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