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Aus der Stadt Hitlergruß-Affäre: Schulbehörde befragt BBS-Lehrer
Hannover Aus der Stadt Hitlergruß-Affäre: Schulbehörde befragt BBS-Lehrer
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00:17 06.11.2017
Von Saskia Döhner
Ermittlungen in der Schule: Am Freitag verlangte die Schulbehörde in der BBS 3 Antworten.  Quelle: Michael Thomas
Hannover

Ein Lehrer der Berufsbildenden Schule 3, dem von Schülern und ihren Ausbildern unflätige Beleidigungen und demonstrative Ausländerfeindlichkeit vorgeworfen werden, ist am Freitag von Mitarbeitern der Landesschulbehörde befragt worden. Auch sein Vorgesetzter, der als Abteilungsleiter Mitglied der Schulleitung ist, wurde zum Gespräch gebeten. Man nehme die Vorwürfe der Jugendlichen ernst und überprüfe sie, sagte Bianca Schöneich, Sprecherin der Landesschulbehörde. Am Freitag seien mehrere Mitarbeiter der Schulbehörde in der BBS 3 gewesen und hätten versucht, den Sachverhalt aufzuklären. Bislang hätten sich die Vorwürfe noch nicht erhärten lassen. Sollten sie sich allerdings bewahrheiten, drohten dem Lehrer und dem Abteilungsleiter beamten- oder arbeitsrechtliche Konsequenzen - bis hin zu Abmahnungen oder Suspendierungen.

Schüler mit Migrationshintergrund massiv beleidigt

Der Lehrer, eigentlich Handwerker, ist als Quereinsteiger an die BBS 3 gekommen und hat dort auch sein Referendariat absolviert. An der Schule werden Auszubildende aus der Baubranche unterrichtet. Schüler werfen ihm vor, dass er sie diffamiere und Migranten gezielt provoziere. In einer Aufstellung, die auch an die Innung gehen soll, schreiben sie, dass er einen farbigen Schüler gefragt habe, ob er ihn „Neger“ nennen dürfe. In einer Klassen-Whats­app-Gruppe habe der Pädagoge geschrieben: „Ihr seid Schlaftabletten und Rumnörgler, das Leben ist ungerecht, und heute werdet ihr gefickt.“ Damit habe er auf eine bevorstehende Klassenarbeit angespielt.

Der Lehrer wird mit Äußerungen wie „1945 ging die deutsche Jugend noch gerade“ und „Die Deutschen kommen immer pünktlich, die Ausländer nicht“ zitiert. Er soll Schüler aufgefordert haben, sich mit Hitlergruß zu melden, „nur mit dem rechten Arm, angeschrägt“. Ausbilder berichten, dass sie dem Abteilungsleiter von den Vorgängen berichtet hätten, das erste Mal bereits 2016, doch stets seien sie abgebügelt worden.

Der HAZ-Bericht schlug medial hohe Wellen - auch überregional. Der Schulleiter Harald Meier sagte gegenüber dem NDR, er sei von den Vorwürfen geschockt, ihn wundere das sehr, das Kollegium sei weltoffen. Auf die erste Anfrage der HAZ vor gut zwei Wochen hatte die Schulbehörde allerdings zunächst mitgeteilt, Beschwerden gegen Lehrer würden an den Berufsbildenden Schulen grundsätzlich von der Schulleitung und den Abteilungsleitern bearbeitet. Es hätte bereits umgehend Gespräche mit den Betroffenen gegeben. Nähere Details dazu könne man aus Persönlichkeitsschutzgründen nicht nennen.

Hitzige Online-Debatte

In den sozialen Medien wird der Bericht über die Anschuldigungen gegen den BBS-Lehrer kontrovers diskutiert. Einige Internetnutzer zeigen Verständnis für Lehrer, die sich häufig gegen Respektlosigkeit zur Wehr setzen müssten, manch einer hält die Vorwürfe der Schüler für überzogen. Andere grenzen sich deutlich von den rassistischen Bemerkungen ab, die dem Lehrer vorgeworfen werden. Eine Sarah etwa schreibt: „In meiner Schulzeit habe ich auch so allerlei erlebt, auch Vergleichbares von Lehrern – insofern finde ich es gut, dass das thematisiert wird.“

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