Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Polizei verbietet Hooligan-Demo

Aufmarsch am 15. November in Hannover Polizei verbietet Hooligan-Demo

Die Polizei will die geplante Demonstration von Hooligans am 15. November in Hannover verbieten. Das sagte Polizeipräsident Volker Kluwe bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Freitag. Es gebe Hinweise, dass die gewaltbereite Gruppe "HoGeSa" hinter der Verantaltung stehe.

Voriger Artikel
Bühne frei für die Schlagerprinzessin
Nächster Artikel
Doppeltes Erinnern an Robert Enke

Randale, Verletzte, fremdenfeindliche Parolen: Am 26. Oktober waren rund 5000 Hooligans durch die Innenstadt von Köln marschiert.

Quelle: dpa

Hannover. Die Polizei gehe davon aus, dass es sich um eine Fortsetzung der Veranstaltung in Köln handelt, so Kluwe weiter. Daher sei damit zu rechnen, dass es auch in Hannover gewalttätige Ausschreitungen geben werde. Bei der Demonstration unter dem Slogan "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa) vor wenigen Wochen hatten sich rund 4800 zum Teil rechtsextreme Gewalttäter eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert, bei der 44 Beamte verletzt wurden. Es gehe dem Anmelder und der "HoGeSa" auch in Hannover nicht um eine politische Botschaft, "wir gehen davon aus, dass die Gewalt gesucht wird", sagte Kluwe. Deshalb habe man sich entschlossen, die Veranstaltung in Hannover zu verbieten. Details der Begründung wollte er nicht nennen, die müsse zuerst der Anwalt des Anmelders erfahren.

In Köln sind tausende selbsternannte "Hooligans" auf die Straße gegangen um gegen Salafisten zu demonstrieren. Sie lieferten sich handfeste Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Zur Bildergalerie

Das Schreiben mit der Verbotsabsicht werde noch am Freitag an den Anwalt des Veranstalters übermittelt, so Kluwe. Dieser habe bis kommenden Montag Zeit, zu reagieren. Sollten die Veranstalter der Demonstration unter dem Titel "Europa gegen den Terror des Islamismus" gegen das Verbot der Polizei vorgehen wollen, bleibt ihnen nur noch der Gang vor das Gericht. Kluwe betonte aber, er halte die Verfügung für rechtssicher.

Bereits zuvor war der Veranstaltungsleiter der Demonstration am 15. November in den Fokus von polizeilichen Ermittlungen geraten, nachdem eine Anzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung gegen den geplanten Versammlungsleiter Uwe M. bei der Staatsanwaltschaft eingegangen war. Die Polizei hatte daraufhin angekündigt, die Kundgebung am 15. November in der hannoverschen Innenstadt verbieten zu wollen, sollten Anmelder und Leiter der Demo sich nicht bereit erklären, einen neuen Veranstaltungsleiter zu benennen. Daraufhin wurde am Donnerstag über eine Anwaltskanzlei ein neuer Versammlungsleiter benannt. Hierbei handelt es sich um die Person, die auch in Köln als Versammlungsleiter fungierte, bei der es zu den massiven Ausschreitungen und gewalttätigen Übergriffen gekommen war.

Grund für die Anzeige gegen M. waren holocaustverherrlichende Bilder auf der Facebookseite von M. Mittlerweile hat der 44-jährige Oldenburger seinen Account in dem sozialen Netzwerk so gesperrt, dass nur noch Freunde die Bilder sehen können. Zudem hatte M. kurz bereits vor dem Bekanntwerden der Ermittlungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft angekündigt, sich von seiner Funktion als Leiter der Demo in Hannover zurückzuziehen.

Bislang sind 14 Gegendemonstrationen zur Hooligan-Demo angemeldet worden, mit insgesamt 2000 bis 2500 Teilnehmern. Kluwe geht davon aus, dass sich diese Anmeldungen erledigt haben, wenn die Hooligan-Demonstration abgeblasen werden müsse. Auch wenn das Verbot wie erwartet rechtskräftig werde, werde die Polizei sich trotzdem bereit halten, um eventuell doch nach Hannover reisende Hooligans und andere Demonstrationsteilnehmer entsprechend unter Kontrolle halten zu können.

ran/mic/jki

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Geplanter Aufmarsch in Hannover
Foto: Bei der Staatsanwaltschaft Hannover ist eine Anzeige gegen den HoGeSa-Demo-Leiter Uwe M. eingegangen.

Der Veranstaltungsleiter der geplanten Hooligan-Demo am Sonnabend in Hannover wird von der Polizei nicht akzeptiert. Nachdem gegen den Oldenburger wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt wird, gilt er der Behörde nicht mehr als zuverlässig genug.

mehr
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Rundgang im Zaza

Ärger um Brandschutz und Baumängel im Zaza: Für eine geplante Cluberweiterung um eine etwa 20 Quadratmeter große Lounge im ersten Stock hat die Verwaltung aus Sicherheitsgründen einen Baustopp verhängt.