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Vor Renovierung: 287 Kinosessel verschenkt

Hochhaus Lichtspiele Vor Renovierung: 287 Kinosessel verschenkt

Ausgestattet mit Maulschlüsseln, Taschenlampen und – die etwas besser ausgestatteten – auch mit Akkuschraubern haben etliche Hannoveraner sich am Montagabend ein Stück hannoveraner Kinogeschichte mit nach Hause genommen. Die Hochhaus Lichtspiele haben ihre Kinosessel verschenkt.

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Laura Kasten (links) und Miri Walter haben sich gleich zwölf Sessel gesichert. 

Quelle: Malecha

Hannover. Auch Laura Kasten und Miri Walter haben sich für ihre WGs jeweils sechs der roten Sitzgelegenheiten gesichert. „Bei uns kommen die alle in die Küche. Das ist mal was anderes“, sagt Kasten. Freundin Miriam Walter weiß noch nicht so genau, was sie und ihre Mitbewohner mit den Sesseln anfangen sollen: „Erstmal kommen alle in den Flur, dann sehen wir weiter“, sagt die 28-Jährige. Doch warum ausgerechnet Kinosessel? „Die sind gemütlich, haben eine tolle Farbe und die hat nicht jeder“, sagt Kasten, bevor sie sich wieder unter den Sessel dreht, um von unten die Schrauben der Sitzfläche zu lockern.

Die Hochhaus Lichtspiele haben ihre 287 Kinosessel verschenkt.

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Reihe für Reihe leert sich der Saal – insgesamt 287 Sessel gab es zu verschenken. Auch das Lehrtet Kino hat sich ein paar Reihen gesichert.  „Die Nachfrage war zehn Mal höher“, sagt Marcus Gorny von den Hochhaus Lichtspielen. Damit habe selbst er nicht gerechnet. Gorny ist froh, dass die Sitze so begehrt sind, immerhin sollen schon am Dienstag die Bauarbeiten beginnen. Die Kupferkuppel des Anzeiger Hochhauses muss saniert werden. „Die Stühle mussten alle also ganz schnell raus“, sagt er.

Das freut auch Eric Friese, der mit seinem Sohn Darwin zwei Exemplare abmontiert. „Ich  bin hier sozusagen groß geworden, saß als Jugendlicher schon hier oben und hab mir Filme angeschaut“, sagt der 50-Jährige. Das ungewöhnliche Möbelstück sei also nicht nur ein cooler Hingucker sondern auch eine coole Erinnerung, wenn dann nach der Sanierung das Kino ganz anders aussehen sollte. „Das ist aber eigentlich auch ganz gut“, findet Friese. „Für Oldschool gibt es das Apollo, ich glaube hier kanns auch etwas schicker werden.“ Bei ihm sollen die Sessel dann direkt im Eingangsbereich des Hauses stehen, auch wenn sein Sohn davon anfangs nicht so überzeugt war. „Jetzt wo ich sie sehe, denke ich, dass dass vielleicht doch ne ganz gute Idee war“, räumt Darwin ein.

Das sieht Til Schomburg ganz anders. Er hat für seine Freundin zwei Sessel abgebaut und fragt sich noch immer, was sie an den hässlichen Dingern findet. „Ich hoffe ja, dass die nirgends hin passen“, sagt der 27-Jährige. „Keine Ahnung wofür man sowas braucht. Aber ich hol sie, um den Hausfrieden zu wahren.“

Von Lisa Malecha

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