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Kommunalwahl zwischen Fußballchaoten?

Spiel gegen Dresden Kommunalwahl zwischen Fußballchaoten?

Für viele Hannoveraner ist der Gang zur Wahlurne nicht nur Pflicht, sondern auch ein kleines gesellschaftliches Ereignis. Doch für einige könnte der Weg zur Kommunalwahl zum Hindernislauf werden, weil ausgerechnet für den Tag das Hochrisikospiel zwischen Hannover 96 und Dynamo Dresden angesetzt ist.

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Im Oktober 2012 musste die Polizei nahe der Markthalle randalierende Dynamo-Anhänger und 96-Fans in Schach halten.

Quelle: Joerg Sarbach

Hannover. Für viele traditionsbewusste Hannoveraner ist der Gang zur Wahlurne nicht nur Pflicht, sondern auch ein kleines gesellschaftliches Ereignis. Es wird Wert auf gepflegte Garderobe gelegt, man trifft beim Spaziergang zum Wahllokal den einen oder anderen Nachbarn und hält einen Plausch. Im Wahlbezirk Mitte dürfte eine solche Stimmung am Wahltag kaum aufkommen. Ausgerechnet am 11. September steht das Fußball-Zweitligagastspiel von Dynamo Dresden in der 96-Arena am Maschsee an. Die Polizei stuft die Begegnung als Hochrisikospiel ein, etliche Polizisten werden den Weg der Fans zum Stadion säumen. Beim bisher letzten Zusammentreffen der Mannschaften im DFB-Pokal vor vier Jahren kam es zu schlimmen Krawallen in Hannovers City.

In den Parteien wächst die Sorge, dass die ohnehin zu erwartende geringe Wahlbeteiligung jetzt möglicherweise noch ein bisschen mehr schrumpft. „Der Termin ist sehr unglücklich“, heißt es sowohl aus der SPD als auch aus der CDU. „Wir vertrauen aber darauf, dass die Polizei die Sicherheit gewährleistet“, sagt Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci. Sollte jedoch ein Zwischenfall passieren, werde sich das auf die Wahlbeteiligung auswirken. Die CDU fordert den Wahlleiter der Stadt auf, zusammen mit der Polizei ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten. „Kein Bürger sollte Angst haben müssen, zum Wahllokal zu gehen“, sagt Maximilian Oppelt, Vize-Chef der hannoverschen CDU. Der Wahltag gehöre den Bürgern und nicht den Fußballchaoten. Die Stadtverwaltung betont, dass man bereits in engem Kontakt mit der Polizei stehe. Es handele sich aber nur um ein einziges Wahllokal, das von der Anreise der Fußballfans betroffen sei, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Das Bürgeramt Mitte in der Leinstraße liegt direkt auf dem Weg der Fans vom Hauptbahnhof zum Stadion. Anpfiff ist um 13.30 Uhr. Pläne, das Wahllokal beispielsweise von 12 bis 14 Uhr zu schließen, gibt es nach Auskunft des Stadtsprechers bisher noch nicht. Wie die Verwaltung mit dem Risikospiel und der Kommunalwahl am selben Tag konkret umgehen wird, soll erst kurz vor dem 11. September entschieden werden.

Für die kleinen Parteien dürfte ein fußballbedingter Rückgang der Wahlbeteiligung in Mitte kaum ins Gewicht fallen. Die Hochburgen der Linken befinden sich vor allem in Linden und den nördlichen Stadtteilen. Die FDP hofft auf viele Stimmen in Kirchrode, Oststadt und Zooviertel. Die Grünen sind traditionell in Linden, in der List und in der Südstadt stark. Bei der letzten Wahl 2011 konnten sie aber auch in Mitte 30 Prozent der Wähler überzeugen.

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