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Aus der Stadt Hochrisikospiele in Hannover kosten bis zu zwei Millionen
Hannover Aus der Stadt Hochrisikospiele in Hannover kosten bis zu zwei Millionen
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14:14 25.02.2018
Einsätze wie hier beim Derby Hannover 96 gegen Braunschweig werden über Monate geplant. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Setzt sich das Urteil des Oberverwaltungsgericht in Bremen durch, dann muss sich die Deutsche Fußballliga (DFL) in Zukunft an den Polizeikosten von Hochrisikospielen beteiligen. Solche Partien zwischen Vereinen, deren Fanclubs verfeindet sind, beschäftigen auch die Polizeidirektion Hannover in unregelmäßigen Abständen. So gelten Spiele von Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig oder Dynamo Dresden als Hochrisikospiele. 

1800 Beamte waren beispielsweise beim Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften von Hannover und Braunschweig im November 2013 in der HDI-Arena im Einsatz. Die Kosten für den Steuerzahler beliefen sich damals auf rund eine halbe Million Euro. Beim Rückspiel in Braunschweig waren doppelt so viele Beamte unterwegs. Die Kosten für den Einsatz vervierfachten sich auf rund zwei Millionen Euro.

Damit derartige Begegnungen friedlich bleiben, benötigt die Polizeidirektion Hannover in der Regel Unterstützung. Hundertschaften aus anderen Bundesländer kommen an solchen Tagen in der niedersächsischen Landeshauptstadt zum Einsatz. Die Beamten müssen gegebenenfalls untergebracht werden. Die Reiter- und die Hundestaffel ist ebenfalls gefragt. In der Regel ist mindestens ein Polizeihubschrauber sowie eine Vielzahl von Spezialfahrzeugen im Einsatz. All diese Faktoren sorgen dafür, dass die Kosten für einen derartigen Einsatz in die Höhe schnellen.

Die Planungen für Großeinsätze rund um Hochrisikospiele laufen Monate vor der eigentlichen Begegnung an. Die Leitung derartiger Lagen hat nicht, wie bei einem normalen Fußballspiel, die Polizeiinspektion West, sondern die Polizeidirektion.

 Seit einiger Zeit versucht die Behörde dem Problem gewaltbereiter Fußballfans zusätzlich durch eine weitere Maßnahme Herr zu werden. Sogenannte Risikofans, denen wiederholt Gewaltausübung im Zusammenhang mit Fußballspielen nachgewiesen werden konnte, können mit einem Aufenthaltsverbot belegt werden. An Spieltagen dürfen sie sich dann weder in der Innenstadt noch in der Nähe des Stadions aufhalten. Zu Beginn dieser Saison haben 47 Personen Post von der Polizei erhalten.

In der laufenden Saison bleibt der Polizei in Hannover ein Hochrisikospiel erspart. Dennoch gibt es aus Sicht der Polizei auch in dieser Spielzeit Begegnungen, die ein gewisses Risiko mit sich bringen. Das sind die Spiele der Roten gegen Schalke, Dortmund, Köln, Frankfurt, Wolfsburg, Bremen, Leipzig und Gladbach.

Das sind die Hoch- und die Risikospiele

Die Polizei unterscheidet bei der Einschätzung der Brisanz eines Spieltags in der ersten und der zweiten Bundesliga zwischen drei Kategorien. Aus Behördensicht gibt es Hochrisikospiele, Risikospiele und alle übrigen Begegnungen. Zu den Risikobegegnungen mit Beteiligung von Hannover 96 gilt ein Spiel gegen den Erzrivalen Eintracht Braunschweig aber auch gegen die Mannschaft von Dynamo Dresden. Einfache Risikospiele sind nach Lesart der Polizei Aufeinandertreffen der Roten mit Bremen, Wolfsburg, Leipzig, Gladbach, Frankfurt, Dortmund, Köln und Schalke sowie 96-Spiele gegen Karlsruhe, St. Pauli, Kaiserslautern, Bochum, Union Berlin, Nürnberg und Fortuna Düsseldorf. Die Ultras von 96 pflegen eine langjährige Fanfreundschaft mit den Ultras des HSV und Arminia Bielefeld. Trifft ein befreundeter Verein auf einen seiner Erzrivalen, reist unter Umständen auch eine Fanabordnung aus Hannover zur Unterstützung an.

Von Tobias Morchner

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