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Hochschule bietet Kurse für Flüchtlingshelfer an

Fortbildung in Hannover Hochschule bietet Kurse für Flüchtlingshelfer an

Die Hochschule Hannover (HsH) bietet im jetzt beginnenden Sommersemester eine Fortbildung für haupt- und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer an. Studenten und Sozialarbeiter können dort gemeinsam etwas über Flüchtlingspolitik, Aufenthaltsrecht und andere Themen lernen.

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Fortbildung in Hannover: Flüchtlingshelfer sortieren Kleiderspenden.

Quelle: dpa

Hannover. Ob freiwillige Helfer oder Sozialarbeiter: Inzwischen kümmern sich viele Menschen um Flüchtlinge, die bisher kaum darauf vorbereitet sind. „Es ist Geflohenen oft nicht anzumerken, wenn sie durch eine schreckliche Erfahrung traumatisiert sind. Aber eine einfache Frage kann das unvermittelt nach oben spülen“, beschreibt Dörte Detert, Dekanin der Fakultät für Diakonie, Gesundheit und Soziales an der Hochschule Hannover (HsH). Wie Helfer in dieser Situation umsichtig reagieren können, ist Teil einer Fortbildung, die die Fachhochschule im jetzt startenden Sommersemester anbietet.

Eigentlich hatten die Fachleute für Soziale Arbeit an ein Angebot für Ehrenamtliche gedacht. Doch im Gespräch mit Trägern der Flüchtlingsarbeit stellte sich ein noch grundlegenderer Mangel heraus, berichtet Detert. „Vielen Mitarbeitern fehlt die Vorbereitung. Sie sind stark gefordert und manches Mal auch überfordert.“ Eine Ursache dürfte darin liegen, dass Flüchtlingsarbeit im Studium Soziale Arbeit seit einigen Jahren nicht mehr zum festgelegten Themenkreis gehört.

In der Qualifizierung lernen je 25 Studenten und Sozialarbeiter gemeinsam Grundlagen von Flüchtlingspolitik, Aufenthaltsrecht, Wanderungsbewegungen, Integration und Traumapädagogik. Der Bedarf ist riesig: Caritas, Arbeiterwohlfahrt, Diakonisches Werk, Stephansstift und Stadt Hannover schicken jetzt Mitarbeiter in die Fortbildung, die längst ausgebucht ist. Region Hannover sowie weitere Städte und Landkreise haben ebenfalls angefragt.

„Die Studierenden brennen für diese Thematik. Sie haben jetzt oft bereits einen Job sicher, bevor sie ihre Abschlussarbeit schreiben“, berichtet Dekanin Detert. „Wir haben eine hohe Kompetenz in dem Bereich und wollen flexibel reagieren“, sagt Hochschulpräsident Josef von Helden. Die Hochschule finanziert das Angebot aus Studienqualitätsmitteln, die zur Verbesserung der Lehre gedacht sind. Der Austausch mit den Berufstätigen sei für die Studenten ein Gewinn, sagt von Helden.

Keine Entlastung

Der Deutsche Pavillon ist seit zwei Wochen keine Unterkunft des Landes mehr, sondern der Stadt Hannover. Das bringe aber keine Entlastung, sagt ein Stadtsprecher. Denn die dort wohnenden 375 Menschen wies das Land der Stadt zu. Familien werden jetzt auf andere Unterkünfte verwiesen, sodass die freien Plätze im Pavillon an junge Männer gehen.

Das Angebot ist kostenlos für die Träger. Die Teilnehmer bekommen bewusst keinen Gasthörerstatus, denn ein Studium soll keine Voraussetzung für die Aufnahme sein. „Die Träger sollen die Mitarbeiter schicken können, die dringend eine Qualifizierung brauchen“, erklärt Dörte Detert. Und das kann auch eine Erzieherin oder Sozialassistentin sein. Die fünf Seminare laufen ein Semester lang abends, morgens oder als Block am Wochenende.

Mit ihrer Fakultät III für Medien und Design an der Expo-Plaza ist die Hochschule selbst Nachbar der großen Flüchtlingsunterkunft im Deutschen Pavillon. Die HsH-Fachleute für Soziales wollen deshalb auch für eigene Mitarbeiter und Studenten eine Ringvorlesung oder einen Fortbildungstag organisieren.

Für Ehrenamtliche, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, ist ein Angebot im Wintersemester geplant. Die Qualifizierung für Studenten und Sozialarbeiter bietet die HsH dann ebenfalls wieder an.

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