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Aus der Stadt So sieht die Fabrik der Zukunft aus
Hannover Aus der Stadt So sieht die Fabrik der Zukunft aus
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00:16 15.01.2018
Professor Karl-Heinz Niemann (l.), Staatssekretärin Sabine Johannsen, HsH-Präsident Josef von Helden und Professor Joachim Imiela haben die Modellanlage eingeweiht. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Die Fabrik der Zukunft ist klein, wiegt rund 250 Kilogramm – und steht nun im Campus der Hochschule Hannover in Linden. HsH-Präsident Prof. Josef von Helden hat am Freitag die neue Industrie-4.0-Modellfabrik zusammen mit der niedersächsischen Staatssekretärin für Wissenschaft und Kunst, Sabine Johannsen, und den leitenden Professoren des Projekts vorgestellt.

Eine Modellfabrik, die es so noch nicht gibt:  Die voll automatisierte Industrie-4.0-Anlage dient vorerst nur Forschungszwecken. Könnte aber in Zukunft die Produktion revolutionieren.

Die komplett automatisierte Anlage füllt nicht etwa eine große Halle. Sie passt auf mehrere zusammengestellte Tische in einem Seminarraum. Ihre wahre Größe misst sich an der Technik, mit der sie arbeitet. Ein Roboter stellt die ersten Bauteile auf das Band, das einmal um die Anlage herum führt. Diese Plastikschalen sind mit einem Chip und einem Code versehen – und können so mit der Anlage kommunizieren. Sie geben den Maschinen an, wie und wo sie weiterverarbeitet werden. Kontrolliert werden die Prozesse von den Studenten am Computer. Am Ende stehen korrekt gefüllte Medikamentenschalen für den Krankenhausbetrieb bereit. „Die Produkte werden intelligent“, sagt Projektinitiator Karl-Heinz Niemann, Professor für Prozessinformatik und Automatisierungstechnik. Genau das sei der Kern der Industrie 4.0. 

Die Modellfabrik zeigt, wie Produktionsprozesse in der Zukunft aussehen können, und erlaubt den Studenten, mit neuester Technik zu arbeiten. „Das ist einmalig und wird die Qualität der Ausbildung signifikant erhöhen“, betont HsH-Präsident von Helden. Die Anlage ist ein Unikat und entstand in Zusammenarbeit mit Festo, einem Unternehmen, das sich in Automatisierungstechnik spezialisiert hat. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 600.000 Euro, die vom Land, der Hochschule und Spenden, etwa von Siemens, getragen werden. 

„Dieses Projekt schlägt eine besondere Brücke zwischen Forschung und Industrie“, sagte Johannsen. Denn diese könne von den Forschungsergebnissen der Studenten nur profitieren. Auf der anderen Seite sei es auch wichtig, dass die Studenten die Industrie 4.0 schon in der Lehre vorfänden und nicht erst mit Einstieg in das Berufsleben, sagte die Staatssekretärin.

Bei den Studenten haben die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 längst im Campus-Alltag Einzug erhalten – allerdings noch nicht in dieser Form. „Es ist etwas komplett Neues, diese Maschine kann alles“, sagt Daniel Reimer. Der 27-Jährige studiert Elektro- und Informationstechnik und durfte schon an der Anlage arbeiten. „Einige Kinderkrankheiten hat sie aber schon“, gesteht er. Am Projekt können 16 Studenten aus unterschiedlichen Studiengängen teilnehmen. Sie beheben Fehler, programmieren oder setzen sich mit den Arbeitsprozessen auseinander. „Die interdisziplinäre Arbeit ist eine Stärke des Projekts“, sagt Professor Niemann. Wann so eine Anlage tatsächlich in einem Krankenhaus stehen könnte, das sei mehr eine Frage der Organisation als der Technik. Denn technisch wäre das – jedenfalls aus Sicht der Forscher – schon bald möglich.

Von Andrea Brack Peña

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