Hannover. Die Leibniz-Uni und die Medizinische Hochschule (MHH) sollen ihre Prüfungsordnungen so gestalten, dass extreme Langzeitstudenten exmatrikuliert werden können, wenn sie ihre Prüfungen in einem bestimmten Zeitraum nicht abgeschlossen haben. Das hat der Vizevorsitzende der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion, Dirk Toepffer, gefordert. Auch die FDP plädierte dafür, die Regelungen zu überprüfen. Wie berichtet, gibt es an der Uni Studenten, die seit 78, 65 oder 61 Fachsemestern eingeschrieben sind; an der MHH liegt die Spitze bei 63 Semestern.
Die Hochschulen hatten darauf verwiesen, dass sie laut niedersächsischem Hochschulgesetz allein aufgrund der Studiendauer keine Studenten exmatrikulieren könnten. Toepffer lässt das nicht gelten. Das Gesetz gebe den Hochschulen genug Spielraum bei der Ausgestaltung der jeweiligen Prüfungsordnungen – und damit auch die Möglichkeit zur Exmatrikulation nach einer unangemessen langen Studiendauer, erklärte er.
Die Studentenvertretung AStA der Uni kritisiert dagegen, dass immer mehr Bachelor-Studenten ihr Studium nicht in der vorgesehenen Zeit abschließen könnten, weil sie nebenher jobben müssten. „Das ist eine Doppelbelastung“, sagte Sprecherin Julia Amthor. Als Langzeitstudent gilt bereits jeder Immatrikulierte, der die Regelstudienzeit um mindestens vier Semester überschritten hat. Nach Angaben der Uni studieren 1096 dieser Studenten in den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen – Ziel dieser Studiengänge war es eigentlich, die Studiendauer zu verkürzen.
176 Langzeitstudenten sind in den auslaufenden Magister- und Diplomstudiengängen eingeschrieben, rund 100 von ihnen haben bereits um die 30 Fachsemester hinter sich gebracht. Für diese Studenten gibt es Übergangsfristen für die Prüfungen, die in ein bis zwei Jahren enden. Sollte das Studium bis dahin nicht beendet sein, könnte die Uni die Betroffenen nach einer Einzelfallprüfung auch exmatrikulieren. Der AStA kritisiert die Regelung. „Jeder muss so lange studieren können, wie er möchte“, sagte Amthor.
Die Uni weist darauf hin, dass Langzeitstudenten Studienanfängern keine Plätze wegnehmen. Bezogen auf den Doppel-Abijahrgang hätten Bewerber sogar bessere Chancen als zuvor, da 1180 zusätzliche Studienplätze eingerichtet wurden.
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