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Aus der Stadt Hochschulpräsidium soll abgewählt werden
Hannover Aus der Stadt Hochschulpräsidium soll abgewählt werden
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21:00 29.11.2012
Rosemarie Kerkow-Weil und ihr Team stehen in der Kritik. Quelle: Wilde
Hannover

An der Hochschule Hannover rumort es. Professoren und Dozenten verschiedener Fakultäten kritisieren aufs Schärfste den Führungsstil des amtierenden Präsidiums um Hochschulpräsidentin Prof. Rosemarie Kerkow-Weil. Die Unzufriedenheit ist offenbar so groß, dass sich der Senat, das gewählte 13-köpfige Gremium, dem Vertreter aller Hochschulgruppen angehören, nach HAZ-Informationen entschlossen hat, die vier Präsidiumsmitglieder abzuwählen.

„Die Stimmung ist auf dem absoluten Nullpunkt“, sagt ein Professor, der namentlich nicht genannt werden will. „Es herrscht eine Kultur der Angst“, erklärt ein anderer Professor. Die Wissenschaftler werfen dem Führungsteam vor, das Gespräch mit den Mitarbeitern zu verweigern und Entscheidungen ohne hinreichende Rücksprache zu treffen. Seit das Präsidium um Kerkow-Weil – sie ist die Frau von Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil – die Arbeit im August 2011 aufgenommen habe, gebe es immer wieder Konflikte.

Bisher gewährte Geldsummen für die Lehre kämen in den Fakultäten nicht an, heißt es. Langjährige Zulagen für Professoren sollten gestrichen werden, manche Lehrbeauftragten warteten auch nach Wochen noch auf ihr Geld. Neueinstellungen würden verschoben, für die Budgetplanung 2013 lägen den Fakultäten noch keine verlässlichen Zahlen vor. „Offenbar muss die Hochschule sparen, aber es ist kein Konzept erkennbar – eine gute Lehre wird so de facto unmöglich gemacht“, berichtet ein Professor.

Weiterer Kritikpunkt sei die Informationspolitik des Präsidiums bei dem geplanten Umzug der Fakultäten I und V in die Bismarkstraße. „Mit den Betroffenen wurde erst geredet, als die Planungen weitgehend abgeschlossen waren.“ An der Hochschule heißt es, das Kernproblem liege darin, dass die für Finanzen zuständige hauptamtliche Vizepräsidentin Argumenten nicht zugänglich sei. Von Kerkow-Weil, die mit dem Anspruch angetreten war, mehr Transparenz und einen offenen Dialog in die Hochschule zu bringen, sei man enttäuscht.

In der Senatssitzung am 17. Dezember soll nun beschlossen werden, dass ein Antrag auf Abwahl des Präsidiums gestellt wird. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt ein Senatsmitglied. Der nächstmögliche Termin für die Abwahl, für die eine Dreiviertelmehrheit im Senat nötig ist, wäre der 10. Januar. Das Präsidium war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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