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Aus der Stadt Hochschulprofessor erhält Wissenschaftspreis
Hannover Aus der Stadt Hochschulprofessor erhält Wissenschaftspreis
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07:12 11.10.2012
„Es ist ein Thema der Zukunft“: Prof. Hans-Josef Endres freut sich über die  höchste Auszeichnung für Forscher in Niedersachsen, die Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) im Alten Rathaus überreichte. Quelle: Wilde
Hannover

Die Rohstoffe der Welt sind nicht unendlich verfügbar, Nachhaltigkeit ist deshalb gefragt. Doch nicht nur der Strom muss erneuerbar erzeugt werden, auch für Kunststoff gibt es dieses Ziel. Für seine Forschungsarbeit in dem Bereich der Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe ist am Mittwochabend Prof. Hans-Josef Endres von der Hochschule Hannover mit dem niedersächsischen Wissenschaftspreis 2012 ausgezeichnet worden.

„Es ist die Anerkennung für die hohe wissenschaftliche Leistung“, sagte Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) vor der Preisverleihung im Alten Rathaus. Sie betonte, dass das Land weiter intensiv daran arbeite, die Forschungsbedingungen an Fachhochschulen zu verbessern.

Neben Endres erhielt Professor Marcus Magnor von der Technischen Universität Braunschweig den ebenfalls mit 25.000 Euro dotierten Preis als herausragender Wissenschaftler einer Universität. Als Nachwuchswissenschaftler wurde Viacheslav Nikolaev von der Georg-August-Universität Göttingen ausgezeichnet, sechs weitere Preise gingen an Studierende aus Göttingen, Oldenburg und Lüneburg. Insgesamt vergab das Land 79.000 Euro an Preisgeldern.

Endres freute sich über die höchste Auszeichnung für Forscher in Niedersachsen. „Es ist ein Thema der Zukunft, und wenn man schon so lange daran arbeitet, ist es schön, wenn es auch andere bemerken.“ 1999 begann er, das Forschungsthema der erneuerbaren Energien an der Hochschule zu etablieren. Anfangs noch mit einem Büro und einem Etat von 10.000 Euro, arbeitet er mittlerweile zusammen mit 25 Mitarbeitern an seinem Institut und hat ein Budget von knapp 2,5 Millionen Euro.

„Der Bereich von Biokunststoffen ist heutzutage keine Nische mehr, sondern hat einen großen Markt“, sagte Endres. Das Team von Wissenschaftlern versucht, Biokunststoffe konkurrenzfähig zu machen und maßgeschneiderte Werkstoffe für die Industrie zu entwickeln. „Kunststoff ist ein phantastischer Werkstoff, der für Textilien, Medizin oder Verpackungen benötigt wird.“ Damit dieses Material noch langfristig genutzt werden kann, muss eine andere Basis als Erdöl etabliert werden – aus wiederverwertbaren, biologischen Rohstoffen. Das die Industrie dies erkannt habe, zeige das Beispiel eines Getränkeherstellers, erklärt Endres. „Coca-Cola will bis 2016 alle PET-Flaschen auf biologischer Basis produzieren.“

Ein wichtiges Ziel für die nächsten Jahre hat Endres schon vor Augen: „Wir wollen nicht weiter wachsen, sondern Ruhe in die Arbeit bringen und die Strukturen verbessern.“ Denn bei allen Bemühungen, die Forschungsbedingungen an Fachhochschulen zu verbessern, sei es noch immer schwieriger als an Universitäten.

Christopher Piltz

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