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Aus der Stadt Flugsicherung kann Windparks stoppen
Hannover Aus der Stadt Flugsicherung kann Windparks stoppen
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00:15 01.12.2016
Von Bernd Haase
Baugenehmigungen für Windparks (hier ein Archivfoto aus Pattensen) sind schwerer zu bekommen. Quelle: dpa
Hannover

Etwa 75 Prozent des Regionsgebietes liegen im Schutzbereich von Radaranlagen der Flugsicherung. „Daraus resultiert ein Spannungsverhältnis zum Ausbau der Windenergie“, teilt die Region mit. Dieses Verhältnis betrifft auch das größte geplante Windkraftprojekt mit 20 neuen Anlagen im Dreieck zwischen Hemmingen, Pattensen und Springe. Gegen diese Anlagen hatten sich Bürgerinitiativen gebildet. Das Areal liegt aber zumindest in Teilen im Einzugsbereich des Funkfeuers Sarstedt der Flugsicherung. Gleiches gilt für das geplante Windkraftprojekt der Stadtwerke am nördlichen Kronsberg bei Anderten, gegen das es ohnehin aus Naturschutzgründen Einwände gab. Das Versorgungsunternehmen wollte zuerst zwei Rotoren bauen, dann nur noch einen und hat sich jetzt komplett von den Plänen verabschiedet. „Nach einer endgültigen Ablehnung der Flugsicherung war mit einer Baugenehmigung nicht mehr zu rechnen“, begründet Stadtwerkesprecher Carlo Kallen den Rückzieher.

Das Urteil, das die Windenergiewirtschaft nicht nur in der Region in ihrem Tatendrang bremst, wurde im April vom Bundesverwaltungsgericht gefällt. Dabei ging es um vier von der hannoverschen Firma Windwärts geplanten Anlagen am Meerberg auf Laatzener und Sarstedter Gebiet, die das Funkfeuer Leine und damit den geordneten Flugbetrieb am Flughafen Langenhagen stören könnten.

Die Richter legten fest, dass den Stellungnahmen der Flugsicherung ein besonderes Gewicht zukomme – „kraft gesetzlicher Aufgabenzuweisung“. Wer über die Genehmigung von Windrädern im Umfeld der Funkfeuer ablehnend entscheide, müsse daher – anders als etwa beim Naturschutz – gegenläufige Gutachten anderer Fachleute nicht berücksichtigen. Seitdem gilt ein Schutzradius von 15 Meilen um die Anlagen herum.

Die Region hat in ihrem im Herbst verabschiedeten Raumordnungsprogramm, in dem sie die Landschaft nach Nutzungszwecken sortiert, die Fläche für Windparks verdoppelt und dies mit Klimaschutzzielen begründet. Theoretisch könnten nun 1,6 Prozent des Regionsgebietes mit Windrädern bestückt werden. Praktisch weiß die Region nicht genau, ob das funktioniert, weil sie eigenen Angaben zufolge vor Verabschiedung des Raumordnungsprogramms keine detaillierten Angaben von der Flugsicherung erhalten hat und jetzt abwarten muss, wie diese agiert.

In der Vergangenheit hatte die Behörde Einzelfallprüfungen versprochen. Ob sich das durchhalten lässt, ist angesichts der Vielzahl der Windenergieprojekte in Deutschland fraglich. „Die Zusammenarbeit mit der zivilen Flugsicherung gestaltet sich schwierig“, sagt Axel Priebs, Planungsdezernent der Region. Wenn die Bundesregierung es ernst meine mit der Energiewende, müsse sie bei der Flugsicherung erst einmal eine „grundsätzlich andere Einstellung gegenüber Planungsbehörden und Projektträgern erzeugen“.

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