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Aus der Stadt "Clinton ist weniger schlecht als Trump"
Hannover Aus der Stadt "Clinton ist weniger schlecht als Trump"
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00:16 10.11.2016
Von Simon Benne
Quelle: Michael Thomas
Hannover

Eigentlich ist er immer dabei. An jedem 9. November. Wenn Henry Korman es irgend einrichten kann, nimmt er an den Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Reichspogromnacht in Hannover teil. Schließlich stand er selbst einst als junger Jude aus dem polnischen Radom vor dem berüchtigten KZ-Arzt Josef Mengele und wurde zu jenen Menschen sortiert, die arbeitsfähig waren und vorerst weiterleben durften. Er überlebte Auschwitz und das KZ Mühlenberg, nach einem langen Martyrium wurde er 1945 in Bergen-Belsen befreit. Und in diesem Jahr wird er beim Gedenken daran in Hannover fehlen. Weil er in den USA ist. „Diese Wahl ist ja sehr wichtig“, sagt der 96-Jährige.

Dass die Demokratie verteidigt werden muss, auch an der Wahlurne, ist eine Lehre aus seinem langen Leben. Die Zahl der Jugendlichen, vor denen er in Hannover bei Schulbesuchen darüber gesprochen hat, geht mittlerweile in die Tausende. „Eigentlich stehe ich eher den Demokraten nahe“, verrät Korman, der seit Langem die amerikanische Staatsbürgerschaft hat und abwechselnd in Hannover und bei Verwandten in Connecticut lebt. „Ich habe aber auch schon mal den Kandidaten der Republikaner gewählt, wenn er ein guter Mann war – ich gehe nicht nach der Partei, sondern nach der Person.“

Genau das macht es in diesem Jahr besonders schwer. „Beide Kandidaten sind schlecht“, sagt Korman, „aber die Clinton ist weniger schlecht als der Trump.“ Die USA bräuchten einen Präsidenten von intellektuellem Format. „Und Trump ist kein Intellektueller, sondern nur ein Sohn einer reichen Familie.“ Über Politik plaudert der agile Mann mit den weißen Haaren so locker und unbefangen, wie Amerikaner das gerne tun.

Dabei ist es ihm schon wichtig zu differenzieren: Ein Monster, ein „kleiner Hitler“ gar, sei Trump nicht. „Aber trotzdem ist der Mann gefährlich“, sagt Henry Korman: „Er ist schuld daran, dass der Wahlkampf zu einer beispiellosen Schlammschlacht geworden ist.“ Dass Trumps Ehefrau Melania jüngst die guten Seiten ihres Mannes öffentlich pries, beeindruckt ihn nicht: „Als seine Frau muss sie ja gut über ihn reden – und seine drei Ex-Frauen würden sich wohl ganz anders äußern.“

In der jüngsten Zeit habe sich die Stimmung im Land verändert – „zum Negativen“, wie Korman sagt. Die Terrorangst, der raue Ton in den Debatten, die Polarisierung im Wahlkampf. „Es ist nicht mehr so wie früher“, sagt Korman, „aber auch in Deutschland hat sich ja vieles verändert mit der Flüchtlingskrise.“ Er glaubt, dass Clinton die Wahl gewinnt: „Ein Teil der Republikaner wird für sie stimmen – aber es wird knapper, als die meisten in Deutschland denken.“

Er selbst hat bereits gewählt. Und am 9. November fährt er auf Einladung des Jüdischen Weltkongresses zu einem Galadinner nach New York. Vizepräsident Joe Biden und Schauspieler Kirk Douglas werden dort geehrt. „Sein Sohn Michael Douglas wird kommen, und Henry Kissinger auch“, sagt Korman. Im nächsten Jahr aber will er dann aber wieder in Hannover dabei sein. Beim den Gedenkfeiern am 9. November.     

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