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Hier müssen Hunde ab Freitag an die Leine

Leinenpflicht zur Brut- und Setzzeit Hier müssen Hunde ab Freitag an die Leine

In der Brut- und Setzzeit müssen Hunde angeleint werden. Immer wieder gibt es in Hannover Verwirrung um die genauen Bestimmungen zum Leinenzwang und den Auslaufflächen im Stadtgebiet. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Ab dem 1. April gilt für fast alle Hunde wieder die Leinenpflicht.

Quelle: Sabine Gurol

Wozu dient die Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit?

Als Brut- und Setzzeit wird der Zeitraum bezeichnet, in dem Vögel brüten und das Wild seinen Nachwuchs zur Welt bringt. In Niedersachsen geht es um die Zeit vom 1. April bis zum 15. Juli. Jungwild und sogenannte Bodenbrüter wie Wachtel, Nachtigall, Rotkelchen und Feldlerche sollen durch die Anleinpflicht vor stöbernden Hunden geschützt werden – und Vögel und Wildtiere so in Ruhe ihren Nachwuchs aufziehen können. Besonders Bodenbrüter werden schnell durch Hunde aufgescheucht. Fliegen sie weg, erkalten ihre Nester. Dem will das Land Niedersachsen mit der Anleinpflicht entgegenwirken.

Petition

Hundebesitzer aus Hannover haben 15.000 Unterschriften für eine Lockerung des Leinenzwangs gesammelt. Doch entgegen vollmundiger Versprechen hat sich das Land bislang nur wenig um das Anliegen der Bürger gekümmert.

Welche Gebiete in Hannover sind betroffen?

Geregelt ist dies im Niedersächsischen Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NwaldLG). Dort ist festgeschrieben, dass Hunde im Wald und in der freien Landschaft während der Brut- und Setzzeit an der Leine zu führen sind. In Hannover umfasst das weite Teile von Eilenriede, Bornumer Holz, Große Heide und Seelhorst; außerdem Landschaftsschutzgebiete wie Alte Bult, Benther Berg-Südaue, Kronsberg, Obere Wietze, Misburger Wald und Laher Wiesen.

Gilt der Leinenzwang auch auf städtischen Grünflächen?

Nein, hier greifen die Regelungen zur Brut- und Setzzeit nicht. Zwar schreibt die Stadt Hannover für Grün- und Parkanlagen wie beispielsweise im Expo-Park hinter dem Expo-Wal eine Leinennutzung vor. Von dieser städtisch festlegten Leinenpflicht können sich Hundehalter aber über die spezielle Freilaufprüfung befreien lassen. Dafür müssen Halter eine Begleithundeprüfung, einen Hundeführerschein des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) oder eine gleichwertige Prüfung ablegen. Mit dieser kann dann bei der Stadt Hannover der Antrag auf Leinenbefreiung gestellt werden. Zudem muss der Halter die nötige Zuverlässigkeit nachweisen können. Doch Vorsicht: Hundeführerschein und Begleithundeprüfung sind nicht gleichzusetzen mit dem sogenannten Sachkundenachweis, den Neuhundehalter absolvieren müssen.

Wer ist vom Leinenzwang ausgenommen?

Ausgebildete Blindenführhunde, Rettungs- oder Hütehunde sowie Hunde, die von Polizei, Bundesgrenzschutz und Zoll oder zur Jagd eingesetzt werden.

Kann man sich vom Leinenzwang in Wäldern und freier Landschaft befreien lassen?

Nein, eine Ausnahmeregelung gibt es nicht. Die städtische Zusatzprüfung für die Befreiung vom Leinenzwang gilt nur für öffentliche Anlagen. Das Land Niedersachsen dagegen sieht solche Ausnahmen nicht vor, die Ausnahmeregelung der Stadt greift deshalb nicht.

Kann ich meinen Hund an der Schlepp- oder Flexileine ausführen?

Für die Innenstadt und die öffentlichen Anlagen schreibt die Hundeverordnung der Stadt eine Leinenlänge von 1,50 Metern vor. In freien Landschaften und Wäldern können Hunde nach Angaben der Stadt auch an einer längeren Leine ausgeführt werden. Allerdings muss hier sichergestellt sein, dass der Hund nicht stöbern oder streunen kann.

Warum gilt in den Auslaufgebieten am Kronsberg und im Bornumer Holz während der Brut- und Setzzeit Leinenzwang, auf anderen Auslaufflächen dagegen nicht?

Die Freilaufflächen am Kronsberg liegen in der freien Landschaft, das Bornumer Holz ist ein Waldgebiet. Die übrigen Auslaufflächen in der Stadt befinden sich in öffentlichen Anlagen, also Parks oder Grünflächen. Sie fallen daher nicht unter das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung.

Dürfen Hunde auf der Alten Bult generell frei laufen?

Die Alte Bult ist eine der beliebtesten Anlaufpunkte für Hundehalter, das ganze Jahr sieht man hier Hunde frei laufen. Offiziell ist das Gebiet allerdings keine Auslauffläche. Hinweisschilder weisen zudem explizit auf die Leinenpflicht zwischen dem 1. April und dem 15. Juli hin. Denn die Alte Bult zählt zu den freien Landschaften und ist ein Landschaftsschutzgebiet. Nur außerhalb der Brut- und Setzzeit dürfen Hundehalter ihre Tiere frei laufen lassen.

Mit welchen Strafen müssen Hundehalter bei Verstößen rechnen?

Die Einhaltung der Leinenpflicht wird in Hannover von Parkrangern kontrolliert. Beim ersten Verstoß bleibt es meist bei einer Verwarnung. Wiederholungstäter werden allerdings mit einem Bußgeld zwischen fünf und 5000 Euro belegt. Die Höhe wird dabei nicht, wie fälschlicherweise oft angenommen, von den Park-Rangern selbst festgelegt, sondern vom Fachbereich Recht und Ordnung der Stadt. Einen Bußgeldkatalog wie beim Autofahren gibt es nicht. Deshalb kann die Höhe je nach Häufigkeit der Verstöße, Ort oder Schwere variieren. Im Regelfall werden laut Stadt 70 Euro fällig.

Was meinen Sie?

Am Freitag beginnt wieder die Brut- und Setzzeit: Sollte der Leinenzwang für Hunde gelockert werden?

Müssen Halter von gefährlichen Hunden mit höheren Strafen rechnen?

Ja. Wird ein Hund, der im Sinne des Gesetzgebers als gefährlich gilt, ohne Leine ausgeführt, werden Strafen bis zu 10 000 Euro verhängt. Im Regelfall liegt der Betrag laut Stadt bei 400 Euro.

Welche Regeln gelten für das Umland von Hannover?

Auch im Umland von Hannover gilt: In Wäldern und freier Landschaften müssen Hunde während der Brut- und Setzzeit an die Leine. Wie in Hannover bietet beispielsweise Langenhagen Auslaufflächen an, auf denen Hundehalter ihre Tiere das ganze Jahr frei laufen lassen können. In den meisten anderen Städten und Gemeinden gibt es solche hingegen nicht. Teilweise fehlt die Nachfrage, in anderen Fällen sind sie hingegen nicht nötig. 

Von Sabine Gurol

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