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Hundehalter in Eilenriede mit Leine verprügelt

Amtsgericht Hannover Hundehalter in Eilenriede mit Leine verprügelt

Bei einem Spaziergang ist es zu einem Treffen zweier Hunde mit schwerwiegenden Folgen gekommen. Ein Hundebesitzer schlug mit einer Hundeleine zuerst auf den fremden Hund und dann auf dessen Besitzer ein. Dieser trat vor Gericht nun als Opfer auf, eine angebliche Mittäterin wurde freigesprochen.

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Quelle: Symbolbild

Hannover. Begegnungen zwischen Hunden und ihren Haltern verlaufen meist in großer Harmonie - doch manchmal kommt es zu verbissenen Streitigkeiten, die im Extremfall sogar die Justiz beschäftigen. Ein 54-jähriger Labrador-Besitzer aus der Oststadt trat gestern am Amtsgericht als Opfer in Erscheinung: Er wurde am frühen Morgen des 16. März 2017 in der Eilenriede von einem Unbekannten mit einer Hundeleine verprügelt. Auf der Anklagebank saß eine 48-jährige Modedesignerin, die den Täter angestachelt haben soll und sich nun wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verantworten musste. Doch weil das Opfer die Frau nicht identifizieren konnte und diese bestritt, etwas mit der Prügelei zu tun zu haben, wurde sie freigesprochen.

Wie der 54-jährige Münzhändler berichtete, saß er an jenem Tag nahe dem Spielplatz am Milchhäuschen (in Verlängerung der Yorckstraße) gegen 6 Uhr auf einer Bank, Labrador Nigel lief frei herum. Dann habe sich ein Paar genähert, die Frau habe einen kleinen schwarzen Hund an der Leine geführt. Nigel sei auf den Artgenossen zugelaufen und habe ihn friedlich beschnüffelt, doch dann habe ihn der Mann auch schon beschimpft: „Nimm Deinen Scheiß-Hund zurück.“ Anschließend habe der Begleiter der Frau erst auf den Labrador und dann auf ihn persönlich eingeprügelt.

Ein Schlag mit dem Karabinerhaken habe ihn derart heftig im Gesicht getroffen, so der Zeuge, dass er stark blutete. Die Frau habe mehrmals „Mach’s, mach’s“ gerufen. Da er unter Gicht leide, habe er sich weder wehren noch weglaufen können.

Auf Nachfrage musste das Opfer eingestehen, die Frau nur „schemenhaft“ gesehen zu haben. Der Anwalt des 54-Jährigen erklärte, derartige Übergriffe eines Paars in der Eilenriede habe es schon häufig gegeben, doch habe die Polizei so schlecht ermittelt, dass der Angeklagten nichts nachzuweisen sei - eine Einschätzung, die schließlich auch Staatsanwalt und Richterin teilten.

Ihrerseits schwere Vorwürfe erhob Verteidigerin Martina Zerling-Andersen. Der verprügelte Mann habe ihre Mandantin denunziert und überall in der Oststadt herumerzählt, die Modedesignerin sei eine Schlägerin - dabei passe seine Personenbeschreibung überhaupt nicht zu der 48-Jährigen. Tatsächlich habe der stets frei herumlaufende Labrador den kleinen Mischlingshund Paul mehrmals attackiert, sodass die Frau Angst vor Nigel und seinem Herrchen hatte. Schließlich hätten ihr die Verleumdungen so zugesetzt, dass sie ihr Geschäft aufgegeben habe.

Angst vor Nigel muss künftig sicher niemand mehr haben bei seinen Eilenriede-Spaziergängen - der Labrador ist jüngst verstorben.

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