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Aus der Stadt Hunderte Klinikumsmitarbeiter streiken
Hannover Aus der Stadt Hunderte Klinikumsmitarbeiter streiken
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00:30 17.11.2017
Mitarbeiter des Klinikums legen die Arbeit nieder. Quelle: Carina Bahl
Hannover

Rund 500 Beschäftigte des Klinikums Region Hannover (KRH) sind am Montag dem Aufruf zum Warnstreik gefolgt. Verdi bekräftigt damit seine Forderung an die KRH-Geschäftsführung, einen Tarifvertrag Entlastung abzuschließen. Dieser soll eine Mindestausstattung an Personal in den einzelnen Klinikbereichen beinhalten.

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„Wir fordern auch mehr Zeit für die Ausbildung“, betonte Verdi- Gewerkschaftssekretärin Brigitte Horn bei der Kundgebung an der Goseriede. Es dürfe nicht sein, dass Auszubildende Personallücken füllen müssten. „Aber auch die Fachkräfte brauchen wieder Zeit, um qualifiziert ausbilden zu können.“

"Diese Verantwortung ist viel zu groß"

Unter den Hunderten Streikenden fanden sich Mitarbeiter aus den Krankenhäusern Nordstadt, Siloah, Großburgwedel, Lehrte, Laatzen, Neustadt und Langenhagen. Mit Transparenten und Trillerpfeifen ging es vom Siloah in die Innenstadt. „Wir sind die Lückenstopfer und werden wie Fachkräfte eingesetzt“, kritisierte eine angehende Krankenschwester. „Diese Verantwortung ist viel zu groß.“

Bei den erfahrenen Pflegern war es vor allem die Mehrbelastung durch Personalengpässe, die sie zum Streik bewegte. „Wir werden ständig aus dem Urlaub und freien Tagen zurückgeholt“, berichtete eine 47-Jährige. „Die Belastbarkeitsgrenze ist erreicht“, sagte Petra Pulver, Betriebsratsvorsitzende am Krankenhaus Großburgwedel. „Wir stehen hier mit einer politischen Forderung“, sagte Worn. Dennoch sei auch der innerbetriebliche Widerstand wichtig.     

Sondierungsgespräche mit dem KRH für einen entsprechenden Tarifvertrag waren zuvor gescheitert. Für den zweiten Warnstreik seit September hat das Regionsklinikum wenig Verständnis: Man sei im Kommunalen Arbeitgeberverband Niedersachsen organisiert – und dürfe daher gar keine Verhandlungen mit Verdi über einen KRH-Entlastungstarifvertrag führen. „Dies wurde den Verdi-Vertretern vor Wochen mitgeteilt“, heißt es in einer Presserklärung.

Nur wenige Einschränkungen

Grundsätzlich teile die Geschäftsführung des KRH das Ziel, eine Verbesserung der Arbeitssituation herzustellen und begrüßt, dass die Bundespolitik das Thema inzwischen bearbeite – allerdings müssten auch die Finanzierbarkeit und das Problem des Fachkräftemangels gelöst werden.

Laut KRH mussten die Patienten am Montag dank einer Notdienstvereinbarung mit Verdi nur wenig Einschränkungen hinnehmen. Einige Operationen waren mit Vorlauf verschoben worden. Der Warnstreik wird am Mittwoch fortgesetzt.     

Von Carina Bahl

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