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Aus der Stadt Ein Schwerverletzter bei Anti-PKK-Demo
Hannover Aus der Stadt Ein Schwerverletzter bei Anti-PKK-Demo
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20:22 13.09.2015
Die Polizei hat die Gruppe der PKK-Anhänger am Steintor festgesetzt. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

In Hannovers Innenstadt ist es am Sonnabend über Stunden hinweg zu Ausschreitungen zwischen Kurden und Türken gekommen. Am Mittag hatten rund 600 Menschen unter dem Motto "Solidarität mit der Türkei" am Steintor gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK demonstriert. Im Anschluss an die Demo begannen die Ausschreitungen, bei denen ein Mann schwer verletzt wurde. Der 26 Jahre alte Kurde musste notoperiert werden, er war nach Polizeiangaben vom Samstagabend in einem stabilen Zustand. Mittlerweile hat sich ein Tatverdächtiger bei der Polizei gestellt.

Mehrere Hundert Menschen demonstrieren in der Innenstadt von Hannover gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK. 

Die Polizei war seit dem Mittag mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die verfeindeten Gruppen voneinander zu trennen. Hintergrund der Ausschreitungen sind die vor allem im Süden der Türkei anhaltenden Kämpfe zwischen der türkischen Armee und kurdischen Kämpfern. Nachdem die Anti-PKK-Demo friedlich verlaufen war und sich aufgelöst hatte, provozierten rund 30 PKK-Anhänger nahe der Reitwallstraße die Teilnehmer der Demo, unter denen sich auch Sympathisanten der rechtsextremen türkischen Partei "Graue Wölfe" befanden. Daraufhin gingen beide Gruppen aufeinander los. Obwohl sich die Polizei zwischen den verfeindeten Gruppen aufbaute, flogen von beiden Seiten Flaschen, auch Metallstangen wurden nach Informationen unseres HAZ-Reporters geworfen. Der Polizei, die mit Dutzenden Beamten im Einsatz war, gelang es schließlich, die PKK-Anhänger in Richtung Marstall zurückzudrängen. Es kam zu mindestens zwei Festnahmen. 

Danach beruhigte sich die Situation nur kurz. Immer wieder tauchte die Gruppe der PKK-Anhänger an unterschiedlichen Stellen in der Innenstadt auf und zeigte Flaggen mit dem Konterfei des Kurdenführers Abdullah Öcalan. Die Türken antworteten darauf mit dem Handzeichen der rechtsextremen türkischen Partei "Graue Wölfe". Trotz der angespannten Stimmung gelang es der Polizei, die beiden verfeindeten Parteien immer wieder zu trennen und sprach einen Platzverweis gegen die Teilnehmer der türkischen Demo aus, um die Scharmützel zu beenden.

Gegen 14.30 Uhr eskalierte die Situation dann vollends, als es zu einem Zusammenstoß der beiden Lager an der Reitwallstraße kam. Dabei wurde nach Polizeiangaben ein 26 Jahre alter Kurde schwer verletzt. Er erlitt eine Stichwunde am Hals und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er notoperiert werden musste. Am Abend teilte die Polizei dann mit, dass sich der Gesundheitszustand des Mannes stabilisiert habe.

Kurz nach dem folgenschweren Angriff auf den Kurden setzte die Polizei die Gruppe der rund 30 PKK-Anhänger fest und forderte einen Gefangenentransporter an. Gegen 16 Uhr geriet die Lage dann erneut außer Kontrolle, als eine zweite Gruppe mit rund 50 PKK-Anhänger versuchte, über die Bahnhofstraße zum Ernst-August-Platz vorzudringen, wo sich zahlreiche Teilnehmer der Anti-PKK-Demo versammelt hatten. Es flogen Flaschen und Mülleimer, die Polizei setzte schließlich Reizgas ein, um die PKK-Anhänger in Richtung Kröpcke zurückzudrängen. 

Am Steintor stoppten PKK-Anhänger ein Auto mit türkischen Flaggen und versuchten, die Insassen aus dem Auto zu zerren. Die Polizei setzte auch hier Reizgas ein. Wenig später setzte die Polizei auch hier eine größere Zahl PKK-Anhänger fest. 

Nachdem sich die Lage am späten Nachmittag beruhigt hatte, sammelten sich am Abend zahlreiche Demonstranten am Steintor. Für 19 Uhr meldete dann die Antifa dann eine Spontanversammlung an, um Solidarität mit dem verletzten Kurden zu zeigen und gegen die Anti-PKK-Demo zu demonstrieren. Zudem kündigte die Antifa einen Demonstrationszug für Sonntag an, der von 12 bis 16 Uhr von der Goseriede durch die City gehen soll. Dazu werden rund 1000 Teilnehmer erwartet.

Nicht nur am Steintor musste die Polizei Präsenz zeigen, mehrere Streifenwagen stehen auch an der Klinik, in der der 26-jährige Kurde notoperiert wurde. Offenbar waren dort in der Notaufnahme mehrere aufgebrachte Familienmitglieder aufgetaucht und hatten versucht, zu dem jungen Mann zu kommen. Der Polizei gelang es jedoch, die angespannte Situation zu beruhigen. 

Von Jörn Kießler, Frerk Schenker und Uwe Dillenberg

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