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Aus der Stadt Hunderte gedenken deportierter Juden aus Hannover
Hannover Aus der Stadt Hunderte gedenken deportierter Juden aus Hannover
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16:50 15.12.2016
Von Simon Benne
„Erinnerung weitergeben“: Vertreter von christlichen und jüdischen Gemeinden legten Kränze am Mahnmal nieder. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Johanne Ascher. Dina Assenheimer. Flora Bacharach. Ein Name nach dem anderen klingt aus den Lautsprechern auf dem Opernplatz, verlesen von Schülern. Minute um Minute vergeht dabei. Allein schon die Dauer macht deutlich, wie viele Menschen es waren, die vor genau 75 Jahren, am 15. Dezember 1941, bei der ersten Massendeportation von Juden aus Hannover verschleppt wurden.

Zum 75. Jahrestag des Beginns der Judendeportationen in Hannover wurden am Vormittag Kränze am Mahnmal vor dem Opernplatz niedergelegt.

Die Namen von 1001 Verschleppten erklingen bei der Gedenkfeier am Mahnmal. Nur 69 von ihnen erlebten das Kriegsende, etwa ein halbes Dutzend lebt noch heute. Die Einzige, die zu diesem Gedenktag nach Hannover reisen konnte, ist die 91-jährige Henny Simon aus den USA: „Es ist das letzte Mal - dies ist ein Abschied“, sagt die zerbrechliche Frau, die mit 16 Jahren ins Getto von Riga deportiert wurde.

Sie sitzt im Rollstuhl in der ersten Reihe, als Kantor André Sitnov das „El Male Rachamim“ anstimmt, das jüdische Seelengebet zum erbarmenden Gott. Vertreter von Verbänden, von christlichen und jüdischen Gemeinden legen Kränze nieder. Dann erhebt sich auch Henny Simon, und gestützt von ihrem Enkel Aaron Rabinowitz geht sie langsam die Stufen des Mahnmals hinauf, um dort einen Strauß weißer Rosen abzulegen. „Es ist gut, dass heute so viele junge Leute hier sind“, sagt sie zufrieden.

Hunderte von Besuchern sind zum Opernplatz gekommen. Vom Bahnhof Fischerhof, an dem auch Henny Simons Zug damals abfuhr, sind rund 300 Humboldtschüler in einer Art Gedenkmarsch zur Oper gezogen. Sie legen 1001 Nelken in Form eines Davidsterns auf dem Opernplatz nieder, an jeder Blume heftet der Name eines Verschleppten. Im Geschichtsunterricht haben sie über die Deportationen gesprochen: „Die Ereignisse von damals sind für uns weit weg - aber nur, solange man sich nicht näher mit ihnen beschäftigt“, sagt der 15-jährige Max. „Wir können wirklich froh sein, dass wir seit mehr als 70 Jahren im Frieden leben“, sagt ein Zehntklässler nachdenklich.

Auch Ruth Gröne, die bis heute in Hannover lebt, ist zum Opernplatz gekommen. Ihre Großeltern, Hermann und Frieda Kleeberg, gehörten am 15. Dezember 1941 zu den Deportierten. Die Namen der Ermordeten sind auf dem Mahnmal verzeichnet. „Mein Vater war dabei, als seine Eltern am Bahnhof in den Zug verfrachtet wurden“, sagt sie. „Ich habe ihn nie weinen sehen, aber als er an jenem Abend heimkam, legte er sich aufs Bett und weinte hemmungslos.“

„Wir sind froh, dass es noch Zeitzeugen gibt, die davon berichten können - doch ihre Zahl wird weniger“, sagt Michael Fürst vom Landesverband jüdischer Gemeinden. Man habe sich darauf rechtzeitig eingestellt; inzwischen gebe es neue Formen der Erinnerungskultur - so würden bei Gedenkveranstaltungen wie dieser verstärkt Schulen eingebunden. „So wird die Erinnerung an die junge Generation weitergegeben“, sagt Fürst: „Früher gab es bei Gedenktagen einen offiziellen Kranzabwurf - davon sind wir längst weg.“

Auch Oberbürgermeister Stefan Schostok ist auf den Opernplatz gekommen. „Heute leben erfreulicherweise in Hannover wieder mehr Juden als vor 1933“, sagt er. „Wir wollen verhindern, dass auch nur eines der Opfer nationalsozialistischer Verbrechen vergessen wird“, sagt Schostok mit Blick auf die letzten Überlebenden: „Wir halten ihre Namen in Ehren.“ Es klingt wie ein Versprechen.

Insgesamt 33 mobile Klassenzimmer stehen derzeit auf Hannovers Schulhöfen. Das hat die Stadtverwaltung am Donnerstag im Rat auf Anfrage der CDU bekannt gegeben. Die Container sollen räumliche Engpässe "kurzfristig" überbrücken. Manche Container stehen knapp sechs Jahre auf den Höfen.

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