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Hunderte tanzen gegen sexuelle Gewalt

"One Billion Rising" am Kröpcke Hunderte tanzen gegen sexuelle Gewalt

Wer am Sonntag am Kröpcke auf die Bühne mit den fröhlichen Vortänzern traf, hätte meinen können, es handele sich um einen öffentlichen Zumba-Kurs – doch die Aktion war hochpolitisch. Unter dem Schlagwort „One Billion Rising“ versammelten sich weltweit Frauen, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren – mit einem Tanz. 

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Schon zum vierten Mal beteiligt sich Hannover an der Kampagne.

Quelle: von Ditfurth

Hannover. Bässe wummern über den Kröpcke, und Hunderte Frauen sowie ein paar Männer recken begeistert ihre Arme hoch und lassen die Hüften kreisen. Wer am Sonntag über den Kröpcke schlenderte und auf die Bühne mit den fröhlichen Vortänzern traf, hätte meinen können, es handele sich um einen öffentlichen Zumba-Kurs. Tatsächlich fanden sich in der Choreographie Elemente des Fitnesstanzes, doch die Aktion war hochpolitisch. Unter dem Schlagwort „One Billion Rising“ versammelten sich am Sonntag weltweit in etlichen Städten Frauen, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren – mit einem Tanz.

Unter dem Schlagwort „One Billion Rising“ versammelten sich am Sonntag weltweit in etlichen Städten Frauen, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren – mit einem Tanz. Auch in Hannover kamen am Kröpcke hunderte Tänzer zusammen.

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Schon zum vierten Mal beteiligt sich Hannover an der Kampagne. In diesem Jahr bekommt die Aktion besonders viel Aufmerksamkeit. „Das hat zweifellos mit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten zu tun“, sagt Renee Steinhoff, eine der Organisatorinnen der Kundgebung in Hannover. Man müsse aber vorsichtig sein und sich nicht für pauschale Kampagnen gegen Zuwanderer instrumentalisieren lassen. „Belästigungen und Gewalt gegen Frauen hat es schon vor den Kölner Ereignissen gegeben“, sagt Steinhoff. Ein Aktionsbündnis, in dem 30 Organisationen vertreten sind, hatte sich in diesem Jahr formiert, um den Tanz-Protest auf noch breitere Füße zu stellen. Zwei prominente Rednerinnen konnte man gewinnen: die niedersächsische Familienministerin Cornelia Rundt (SPD) und die Bloggerin Anne Wizorek. Leider spielte das Wetter nicht mit. Bei der nasskalten Witterung blieb die Teilnehmerzahl unter den Erwartungen.

„Die Übergriffe in der Silvesternacht haben uns wütend gemacht“, sagt Ministerin Rundt in ihrer kurzen Ansprache. Flüchtlinge dürften jetzt aber nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Vielmehr gelte es, die Aufmerksamkeit auf juristische Lücken zu lenken. „Leider gilt sexuelle Belästigung noch immer nicht als Straftat“, sagt Rundt.

Auch Wizorek, Hauptrednerin der Kundgebung, plädiert dafür, die aktuelle Debatte um sexuelle Übergriffe zu nutzen. „Wenn Frauen ,Nein’ sagen, gilt das vielen nicht als ,Nein’. Das muss sich ändern“, sagt die Feministin. Frauen, die Anzeige erstatten, werde oft nicht geglaubt. „So war es auch bei den ersten Anzeigen von Opfern in der Silvesternacht“, sagt Wizorek.

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