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Protest

Hungerstreikende gewinnen vor Gericht

Im Streit um den Protest der Leiharbeiter hat Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) vor Gericht eine Schlappe eingesteckt: Das Arbeitsgericht Hannover gab am Dienstag der Klage von zehn Leiharbeitern statt, die sich im Konflikt um das Auslaufen ihrer Arbeitsverträge in den Hungerstreik getreten waren.

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Gewonnen: Die Leiharbeiter sind mit ihrer Klage erfolgreich.

Gewonnen: Die Leiharbeiter sind mit ihrer Klage erfolgreich.

© Nico Herzog

Demnach muss die VW-interne Leiharbeitsfirma Wolfsburg AG die Mitarbeiter weiterbeschäftigen. Einer von ihnen erkämpfte sich sogar einen unbefristeten Vertrag. Die Gesellschaft habe bei der Auswahl gezielt diejenigen nicht weiterbeschäftigt, die gegen die Nichtverlängerung ihrer Verträge demonstriert hatten, sagte die Vorsitzende Richterin Sylvia Bittens in ihrer Urteilsbegründung. Damit habe die Leiharbeitsfirma gegen das gesetzliche Maßregelungsverbot verstoßen.

Nachdem die Verträge der Leiharbeiter im Frühjahr ausgelaufen waren, hatten sie vor dem Stöckener Werk eine mehrwöchige Mahnwache abgehalten und waren neun Tage lang in den Hungerstreik getreten. Annähernd die Hälfte der 200 Arbeiter erhielt danach neue Verträge. Unter ihnen war allerdings keiner aus der Reihe der Teilnehmer des Arbeitskampfes. VWN-Personalvorstand Jochen Schumm soll dies während des friedlichen Protestes vor den Werkstoren bereits mit den Worten angekündigt haben: „Bei VW werden Sie keine Zukunft haben. Wir möchten nicht mit Randalierern zusammenarbeiten.“ Die Anwältin der Wolfsburg AG berief sich dagegen auf ein „Punkteschema“, das für die Weiterbeschäftigung maßgeblich gewesen sei. Dieses entpuppte sich aber als Eigentor: Die dem Gericht vorgelegte Tabelle zur Beurteilung der Mitarbeiter wies deutlich aus, dass es unter den streikenden Mitarbeitern welche mit höherer Punktzahl gab als diejenigen, die einen neuen Vertrag bekommen hatten.

Die Anwältin merkte lapidar an, man habe diese dann eben telefonisch nicht erreicht. Eine Bemerkung, die sich als peinlich herausstellte. Denn wie das Gericht mitteilte, waren die Streikenden auf der Liste rot markiert und mit der Notiz „Nicht anrufen“ versehen. Richterin Bittens wertete dies als Reaktion auf den Hungerstreik.

Die Stimmung im voll besetzten Saal des Arbeitsgerichts war am Dienstag emotional. Eine Frau erzählte von ihren zwei Kindern und fragte, ob es keine sozialen Kriterien für die Auswahl gegeben habe. Ein Leiharbeiter sagte, er habe sein Handy 24 Stunden angehabt und auf den ersehnten Anruf gewartet. „Wir haben nur gezeigt, dass wir arbeiten wollen, und genau diese Leute sind hier“, sagte Endri Mahumataj, der wie seine Kollegen einen befristeten Vertrag erwirkt hatte. Trotz der Einschränkung konnte er es kaum fassen: „Das Kämpfen hat sich nun doch noch gelohnt.“

[Sonja Fröhlich]

  • Absolut Menschenunwürdig!!!! Alexandra F. – 31.10.09
    Also langsam platzt mir die Hutschnur Leute! Es kann ja wohl nicht angehen, dass die momentanen Mitarbeiter der Wob Ag nach Vertragsende gehen müssen und dafür Neue kommen nur wegen den Zuschlägen, moderne Sklaverei nennt man das heutzutage. Hat sich mal einer Gedanken gemacht, dass die neuen Wob`ler angelernt werden müssten und meistens ist der Bereich zum Anlernen nicht klein. Anstatt die WOB AG drei mal verlängert und nach guter Arbeit etc eine Festeinstellung vergibt, machen die nur Scheiße. Ich bin stink sauer! Neue Mitarbeiter müssen angelernt werden und das kostet Zeit und gleichzeitig Geld, oder liege ich da falsch? Und mal so nebenbei! Ja, den Mitarbeitern ist bewusst, dass es Zeitverträge sind. Dürfen die etwa nicht um eine feste Arbeit kämpfen, wenn WOB solch einen Scheiß macht? Die, die solche blöden Kommentare ablassen, müssten selber mal Arbeitslos werden um das mal zu erleben! Außerdem wünscht sich kein einziger Mitarbeiter einen unsicheren Arbeitsplatz. Was bleibt denen bei dem heutigen Arbeitsmarkt übrig. Oder sollen sie lieber Arbeitslos sein und auf Staatskosten leben. Also mal ehrlich, manche Leute sollten mal über ihr Verhalten nachdenken und über ihre Denkensweise.

    An alle WOB AG Mitarbeiter an allen Standorten:

    Lasst euch diese moderne Sklaverei nicht gefallen und kämpft um einen sicheren, festen Arbeitsplatz, denn nur wenn alle zusammenhalten, können wir dieser modernen Sklaverei ein Ende setzten. Entweder ein Leben auf Staatskosten oder dem Staat steuern zahlen, damit andere nicht völlig untergehen.



    Liebe Grüße von einer VW`lerin, die sich für euch einsetzen will....
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  • Unberfristeter Vertrag Wob Arbeiter Levent ( Kläger) – 17.08.09
    Es ist ganz einfach der Kollege der einen Unbefristeten Vetrag Bekommen Hat Wurde für 3 Tage Beschäftigt zu dem kam hinzu das das die beklagten keien vertrag vorlegen konntet oder wolltet wie auch immer und er somit eigentlich entfristet wurde aber er wiederum nachweisen konnte das er gearbeitet hat. demnach hat er ja praktisch ohne einen vertrag die Arbeit aufgenommen aus diesem grund der unbefristete vertrag Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Sehr witzig, Frau Dietrich! Teodor Webin – 14.08.09
    Wenn man Ihrer Logik folgt, heißt das, dass sogenannte "Zeitarbeiter" (Zeitarbeit ist ein Euphemismus, denn schließlich ist jede Arbeit Zeit-Arbeit, es sollte der Begriff Leiharbeit benutzt werden) sich nicht gegen das Ende ihres Lohnverhältnisses wehren dürfen, weil sie ja vorher schon wußten dass das Arbeitsverhältnis zeitlich begrenzt ist. Nun, das gilt dann wohl auch für jeden befristeten Vertrag. Noch peinlicher ist die offensichtliche Annahme, die LeiharbeiterInnen hätten sich diese prekäre Form der Beschäftigung so ausgesucht, als ob sie quasi Menschen wären, die keine Lust hätten, für immer zu arbeiten.

    Wenn Klagen und Pressearbeit schon als "Gewalt" deklariert werden, na dann bin ich mal gespannt, wie Sie reagieren, wenn es mal einen richtigen Arbeiterkampf geben sollte (werte KollegInnen: natürlich war das ein ordentlicher Arbeiterkampf, und zwar ein respektabler - nur Streik ist eben leider nicht drin, wenn man schon entlassen ist). Wenn die LeiharbeiterInnen die Macht dazu gehabt hätten, hätten sie hoffentlich etwas mehr gemacht als nur die Presse über ihre Situation zu informieren. Was ist dann noch alles Gewalt? War es Gewalt, als die GDL die Züge nicht hat fahren lassen? Und was ist dann der Arbeitsalltag? Lauter Frieden und Harmonie?

    Wenn Pressemitteilungen Gewalt sind bin ich im übrigen erschüttert über die Brutalität sämtlicher Parteien ;-)

    Angesichts des Urteils des Berliner Arbeitsgerichts gegen die Scheintarifverträge der gelben christlichen Gewerkschaften wollen wir mal hoffen, dass eine wahre Klagewelle gegen die Leiharbeitsbranche los geht. Mit der dazugehörigen Öfentlichkeit. Ganz klar: Die Branche muss ökonomisch ruiniert werden, ob mit oder ohne Randale.

    Es ist wesentliches Merkmal der Mittel des Arbeits- und Arbeiterkampfs, volks- und betriebswirtschaftlichen Schaden anzurichten. Nur das macht die Verhandlungsoptionen von ArbeiterInnen aus. Wenn das Gewalt sein soll: Bitte!
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  • Dreistigkeit siegt - unglaublich Marlene Dietrich Maik – 14.08.09
    Dreistigkeit siegt - unglaublich Marlene Dietrich – 12.08.09
    Dreistigkeit siegt, es ist unglaublich.

    Da beschweren sich Zeitarbeiter dass sie nur auf Zeit beschäftigt sind und versuchen sich gewaltsam ins Unternehmen zu klagen, nachdem das vorher zig Mal verlängerte Vertragsende gekommen war.
    Sehr geehrte Frau Dietrich,
    unsere ehemaligen Kollegen der WOB-AG wurden nicht weiterbeschäftigt, obwohl in Wolfsburg hunderte neue eingestellt wurden. Sie wollten nur weiterbeschäftigt werden, dieses auch in WOB. VW hat lieber neue Leute eingestellt, um die Zulagen von der Arge zu bekommen.
    Erst nach dem die Öffentlichkeit durch Demo und Mahnwachen Wind davon bekommen hat, bewegte sich auch in Hannover etwas.
    Schade das es so gelaufen ist,aber manches mal muss man sich halt wehren.
    Ich hoffe das berührt Ihre einseitige Meinung etwas. Wahrscheinlich waren Sie selber noch nicht in so einer Situation.
    Herzlichst Maik, Hannover.
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  • Glückwunsch!!! Aber.. Mitarbeiter der Wob AG seit fast 3 Jahren – 13.08.09
    ich gratuliere auch meinen Kollegen zu diesem Sieg aber was mich sehr stutzig macht ist das einer dieser Kollegen einen Unbefristeten Vertrag bekommen hat. Ich meine damit wie kann das sein das ca.100 Kollegen die jetzt fast 3 Jahre bei der Wob AG befristet sind keinen `Festvertrag´ bekommen aber ein Kollege der nicht so lange dabei ist einen Festvertrag bekommen kann? Steht den Kollegen die länger bei der Wob AG beschäftigt sind nicht auch dann dieser Vertrag zu? Also ich weiß es nicht. Und wieso hat nur einer der 10 einen Unbefristeten Vertrag bekommen? Kann mir einer zu diesen Fragen eine Antwort geben? würde mich sehr interessieren Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Dreistigkeit siegt - unglaublich Marlene Dietrich – 12.08.09
    Dreistigkeit siegt, es ist unglaublich.

    Da beschweren sich Zeitarbeiter dass sie nur auf Zeit beschäftigt sind und versuchen sich gewaltsam ins Unternehmen zu klagen, nachdem das vorher zig Mal verlängerte Vertragsende gekommen war.

    Der Verstoß gegen die Maßregelung ist wirklich nicht schön, aber hin oder her, wer so eine Rufschädigung erzeugt (Pressemitteilungen deutschlandweit und sogar international) sollte wirklich als "Randalierer" gemieden werden.

    Schade dass das in Deutschland scheinbar nicht gilt, dieses Urteil hat sicherlich Auswirkungen auf das zukünftige Verhalten von Zeitbeschäftigten.

    Bin ja gespannt was passiert wenn die ganzen Verträge in WOB auslaufen, Hunderte wurden ja von H nach WOB umgesiedelt und mit so einem Urteil werden die sicherlich auch ihre letzten Arbeitstage nutzen um Presseaufmerksamkeit zu erbeuten.
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  • Arbeitsprozess s.w. – 12.08.09
    Es wäre sehr schön wenn die Medien die Umsetzung des Urteiles weiter beobachten würden.Ich kann mir nicht vorstellen das die Firmenleitung ein fairer Verlierer ist.Das Urteil rüttelt an den bisherigen System das nur Mitarbeiter mit festen Arbeitsverträgen rechte besitzen.Der Sinn von Leiharbeit jederzeit die Arbeitnehmer entsorgen zu können ist in Frage gestellt.Mir tun jetzt schon die Leiharbeiter leid wenn sie im Betrieb ihre Arbeit aufnehmen.Man wird sich etwas einfallen lassen um jeden klar zumachen was es bedeutet sich mit dem System anzulegen.Hilfe von dem Örtlichen Betriebsrat wird kaum zuerwarten sein da er für sie nicht zuständig ist und er von ihnen nicht gewählt werden kann.Im Gegenteil nur durch die Ausbeutung der Billigkräfte meint man die Privilegien der Stammbelegschaft halten zu können.Die Leiharbeiter die gekämpft haben werden gut daran tun weiter im Kontakt miteinander zu bleiben um sich gegen die zuerwartenden Attacken besser schützen zu können. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Danke an alle in der Region Hannover Maik – 11.08.09
    Danke an alle die unsere Kollegen von der WOB -AAAG unterstützt haben. An die Vertrauensleute, welche trotz belächelung der Gewerkschaft Rückrad bewiesen haben. An alle Festbeschäftigten, die eine Spende für die Kollegen über hatten.
    Danke an die Hungerstreikenden, die uns bewiesen haben, ein Arbeitskampf lohnt sich, egal, auch wenn die Gewerkschaft etwas anderes sagt.
    Wenn nicht jetzt wann dann, wenn nicht hier, sagt mir wo und wann.
    6. Internationaler Automobilarbeiter Ratschlag, 15. -18. Oktober in Hannover.Googel
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  • Sieg der WOB-Kollegen Maik – 11.08.09
    Wir können hier einmal wieder sehen; verlässt man sich allein auf die IGM, ist man verlassen. Denn die machte die Aussage:"Hier Kollegen können wir Euch nicht helfen". Der VK-Leiter, spendete zwar Privat 20 Euro, hatte aber in seiner Funktion als Vertrauensmann nichts mehr zu geben, als dass welches die Werksleitung genemigen konnte. Also nun schon Comanager in dem Vertrauenskörper, auch die Geschäftsleitung der Gewerkschaft lies die Leute hängen.....keine Aussicht auf Erfolg.Alo auch keien Rechtsbeistand....IG Schei..en.
    Welches Vertrauen soll man in so eine Gewerkschaft haben. Keine.
    Da wird der Betriebsrat als Aufwiegeler beschimpft, der die Kollegen von vornherein unterstützt hat. Badan. Aber der ist kein IGM - Mitglied. Also sagt die IGM; Kollegen die keine IG Metaller sind : Kann man nicht vertrauen...
    Es gibt immer mehr die den Co-Managern nicht mehr vertrauen.
    Euer Maik, nur wer kämpft, hat eine Chance.
    eine andere Politik ist auch im Betrieb möglich.Maik, ein LINKER in der Region Hannover.
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  • Gewonnen: Die Leiharbeiter sind mit ihrer Klage erfolgreich. Kurt Kleffel / Bundestagskandidat der MLPD – 11.08.09
    Herzlichen Glückwunsch an die Leiharbeiter von VW Nutzfahrzeuge!

    Sie haben bewiesen, daß es sich immer lohnt, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen. Das hatten schon die Opelaner in Bochum im Oktober 2004 beispielhaft vorgemacht. Die jungen Arbeiterinnen und Arbeiter bei VW haben eindrucksvoll bewiesen, dass man auch in der Krise einen internationalen Monopol-Konzern (VW will ja immerhin die Nummer 1 auf der Welt werden) besiegen kann.
    Eine Ermutigung für viele andere Belegschaften!


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