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IGS-Lehrer sehen sich am Limit

9. Gesamtschultag der Region Hannover IGS-Lehrer sehen sich am Limit

Die Gesamtschulen machen mobil: Beim 9. Gesamtschultag der Region Hannover an der IGS Vahrenheide haben die Pädagogen massive Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen gefordert. Bei Inklusion und Flüchtlingszustrom würden sie die Hauptlast tragen. Sie klagten außerdem über fehlende Ressourcen.

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Beim 9. Gesamtschultag klagen die Lehrer über schlechte Arbeitsbedingungen.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)

Hannover. „Das Limit unserer Belastbarkeit ist erreicht, man kann schon von Überlastung sprechen“, sagte Wilm Janssen, Leiter der IGS Vahrenheide/Sahlkamp, zu Beginn der Tagung mit rund 220 Lehrern von 30 Gesamtschulen aus der Stadt Hannover und dem Umland. „Bei der Inklusion und dem Flüchtlingszustrom tragen wir die Hauptlast.“ Gesamtschulen würden die meisten Kinder mit Förderbedarf und mit Sprachproblemen unterrichten, hätten dafür aber nicht genügend Ressourcen.

Janssen verglich den Arbeitsalltag eines IGS-Lehrern mit einem Hürdenlauf. Eine große Hürde sei die unzureichende räumliche Ausstattung, es fehlte an Platz für Ganztagsbetrieb und Differenzierung beim Lernen. Hier betonte Oberbürgermeister Stefan Schostok erneut, dass Schulsanierung Chefsache sei. Er verwies auf das Sonderprogramm, wonach die Stadt in den nächsten zehn Jahren noch einmal 500 Millionen Euro in die Sanierung und in Instandhaltung öffentlicher Gebäude investieren will. Zu vier Fünfteln fließe das Geld in den Ausbau von Krippen, Kitas und Schulen, sagte er. Schostok zeigte sich als überzeugter Gesamtschulfreund: „Meine Nichten, Neffen und Patenkinder gehen zu Gesamtschulen und sie sind Fans dieser Schulform.“ Wichtig sei es, dass Lehrer nicht nach dem Motto unterrichteten „Vorne steht einer, der weiß alles und bringt es den anderen bei“, sondern die Kinder als Persönlichkeiten im Blick habe. Durch das neue Schulgesetz der rot-grünen Landesregierung hätten die Gesamtschulen endlich auch rechtlich die Aufwertung erhalten, die ihnen zustehe.

Adressat für die anderen Hürden, von denen Schulleiter Janssen in seiner Eröffnungsrede sprach, war nicht die Stadt, sondern das Land: IGS-Lehrer hätten zu wenig Zeit für zusätzliche Konferenzen, Elterngespräche oder Abstimmung mit Kollegen. Sonderpädagogen seien weiterhin nicht fest in die Kollegien integriert, obwohl Bildungsverbände das seit Jahren fordern, sondern nur stundenweise von Förderschulen abgeordnet: „Sie bleiben damit Reisende zwischen den Welten.“ Bürokratisches Kompetenzwirrwarr etwa bei der Suche nach einem Sprachlernplatz für Flüchtlinge mache das Schulleben noch mal schwerer. Eine Senkung der Pflichtstundenzahl forderte er aber nicht. Brigitte Naber, Leiterin der IGS Roderbruch, sagte: „Wir brauchen dringend mehr Sonderpädagogen, das Land muss noch mehr Studienplätze zur Verfügung stellen.“ Regelschullehrer könnten allein diesen Mangel nicht ausgleichen. Hilfreich sei es, wenn nicht ein Lehrer, sondern oft auch zwei in der Klasse unterrichteten.

Am Rande der Tagung trafen die IGS-Leiter Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski zu einem „Kennlerngespräch“.

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