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Mädchen belästigt? Schule suspendiert Jungen

IGS Süd in Langenhagen Mädchen belästigt? Schule suspendiert Jungen

Zwei Sechstklässler sind drei Monate lang vom Schulbesuch ausgeschlossen worden, weil sie Mitschülerinnen belästigt haben sollen. Die Eltern der Jungen wehren sich juristisch gegen die Suspendierung von der IGS Süd in Langenhagen.

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Drakonische Strafe oder angemessene Ordnungsmaßnahme? Nach angeblichen sexuellen Übergriffen auf Mitschülerinnen werden zwei Jungen vom Unterricht ausgeschlossen.

Quelle: Zottl

Langenhagen. Weil sie Mitschülerinnen sexuell belästigt haben sollen, hat die IGS Süd in Langenhagen zwei Elfjährige für drei Monate vom Schulbesuch ausgeschlossen. Die Eltern der Jungen wehren sich juristisch dagegen. Sie halten die Strafe für überzogen. Die Vorwürfe gegen die zwei Sechstklässler wiegen schwer: Sie sollen Mitte August gemeinsam mit anderen Klassenkameraden drei Mitschülerinnen bei einer Klassenreise gegen deren Willen unangemessen berührt haben. Seit Anfang September besuchen sie nun nicht mehr den Unterricht.

Die Eltern der zwei Jungen berichten, man werfe ihren Söhnen vor, an drei aufeinanderfolgenden Tagen die T-Shirts der Mädchen hochgezogen, Klapse auf den Po verteilt und auch an deren Brüste gegriffen zu haben. Einer der beiden Jungen wird zudem beschuldigt, den BH einer Mitschülerin geöffnet zu haben - dies bestreitet der Junge. Die anderen Berührungen, so sagen die Eltern, seien in der Wahrnehmung der Jungen ein „einvernehmliches Spiel“ gewesen. Die Mädchen hätten sich teils aktiv beteiligt.

Mehrere Übergriffe – unter den Augen der Lehrer?

Nach Darstellung der Eltern haben diese Berührungen teilweise im Beisein der Lehrer stattgefunden. So sei die Klasse etwa bei einem Tagesausflug mit einer Parallelklasse gemeinsam im Bus unterwegs gewesen. Während sich die Jungen und Mädchen im hinteren Busbereich aufhielten, hätten die vier Lehrer vorn gesessen und nichts unternommen.

Dass es im Laufe der Woche mehrere sexuelle Übergriffe auf Schülerinnen der Klasse gegeben habe, an denen ihre Söhne beteiligt gewesen seien, erfuhren die Eltern am vorletzten Reisetag, einem Donnerstag. Die Klassenlehrerin habe ihnen dies per SMS mitgeteilt. „Man schrieb mir, es würde eine Konferenz und disziplinarische Maßnahmen geben“, berichtete der Vater des einen Elfjährigen. Er habe daraufhin vergeblich versucht, Kontakt zur Lehrerin aufzunehmen. Unklar bleibt, warum die Lehrer die Eltern nicht umgehend aufgefordert haben, ihre Söhne abzuholen, wie sonst bei groben Verstößen auf Klassenfahrten eigentlich üblich.

In der folgenden Woche seien die Beschuldigten im Beisein ihrer Eltern in Einzelgesprächen von der Schulleiterin befragt worden. Ihre Söhne, so kritisieren die Eltern, seien regelrecht verhört worden, Argumente zu ihrer Entlastung seien abgetan worden. Auf die Frage eines Vaters, warum der Lehrer nicht bereits am zweiten Tag der Reise eingegriffen habe, als er die erste unpassende Berührung beobachtete, habe dieser erwidert, er habe sich zunächst mit seiner Kollegin beraten wollen.

Klassenkonferenz suspendiert Schüler einstimmig

Zweieinhalb Wochen nach der Reise gab es eine Klassenkonferenz, bei der alle Lehrer, Eltern- und Schülervertreter die beiden Jungen mit sofortiger Wirkung für drei Monate von der Schule verwiesen. Schulleiterin Mascha Brandt verweist darauf, dass die Entscheidung einstimmig gefallen ist. Zwei weitere Jungen, die ebenfalls an den Übergriffen beteiligt gewesen sein sollen, wurden mit zwei Monaten Reinigungsdienst bestraft. Den Fall will die Rektorin ansonsten nicht weiter kommentieren. Sie sagt nur: „Eine Klassenfahrt ist immer eine brisante Situation, in der die Kollegen manchmal schnell und auch im Einzelfall entscheiden müssen.“Auch die Landesschulbehörde will nicht weiter dazu Stellung nehmen.

Die beiden Familien wollen gegen das aus ihrer Sicht zu harte Strafmaß vorgehen. Ihre Söhne würden so stigmatisiert, ihre Schullaufbahn durch den Ausschluss stark beeinträchtigt. Rechtsanwalt Thorsten Hatwig, der beide Familien vertritt, hat gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt. Für eine derart drakonische Strafe müsse der Schulfrieden oder die Sicherheit der Menschen gefährdet sein. Das liege bei den Sechstklässlern nicht vor: „„Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen.“ Nach den Ferien soll auf einer „Abhilfekonferenz“ über andere mögliche Strafen diskutiert werden.

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