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IHK erteilt Fahrverboten eine Absage

Dieselfahrzeuge IHK erteilt Fahrverboten eine Absage

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover lehnt jede Form von Fahrverboten für Dieselautos ab und stellt sich damit gegen Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Der forderte die Bundesregierung zuletzt auf, die gesetzlichen Weichen für die blaue Plakette zu stellen.

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Die IHK hat viele Ideen, um die Luftqualität zu steigern - unter anderem soll der Verkehrsfluss verbessert werden. Foto: Behrens

Quelle: Christian Behrens

Hannover. Damit würden nur noch Dieselmotoren der Schadstoffklasse sechs in die City fahren dürfen. „Das Verbot würde deutlich mehr Fahrzeuge betreffen, als es die Einführung der Umweltzone bisher getan hat“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage. Der wirtschaftliche Schaden für Hannovers Unternehmen wäre immens, denn fast 100 Prozent der Nutzfahrzeuge und 67 Prozent aller gewerblich genutzten Autos seien Dieselfahrzeuge.

Stattdessen schlägt die Kammer ein Bündel von Maßnahmen vor, um die Luftqualität zu verbessern.Der Öffentliche Nahverkehr solle ausgebaut werden, der Radverkehr gestärkt, das Suchen nach Parkplätzen mit einem modernen Parkleitsystem und Navigationsprogrammen verkürzt sowie der Verkehrsfluss insgesamt verbessert werden. „Die Vorrangschaltung für Busse und Stadtbahnen sollte an manchen Kreuzungen zugunsten des Verkehrsflusses ausfallen“, sagt Christian Bebek, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer.

Beim Radverkehr setzt die Kammer auch auf Lastenräder. „Es ist zu prüfen, ob Durchfahrtsstrecken für solche Räder in Fußgängerzonen ausgewiesen werden können“, sagt Schrage. Zudem wünscht sich die IHK einen Ausbau der Elektro-Ladestationen und mehr Halteflächen für Lieferfahrzeuge, damit der Straßenverkehr nicht aufgehalten wird. Diese Maßnahmen decken sich in großen Teilen mit den Vorschlägen der Stadt.

In Hannover wird seit Jahren die Grenze für Stickstoffdioxid in der Luft überschritten. Das gesundheitsschädliche Gas wird vor allem vom Autoverkehr verursacht, insbesondere von Dieselmotoren. Um den Druck auf die Stadt zu erhöhen, droht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit einer Klage. Bis Donnerstag will die DUH von der Stadt wissen, welche Maßnahmen sie ergreift, um die Luftverschmutzung zu bekämpfen. Bleibt die Antwort nach Ansicht der DUH hinter den Erwartungen, will sie Klage erheben - wie in vielen deutschen Großstädten. Kurzfristig können nur Fahrverbote für Dieselautos die Schadstoffwerte reduzieren. Davon sieht die Stadt derzeit ab - bis der Bund eine blaue Plakette einführt.

Die IHK sieht einer gerichtlichen Auseinandersetzung gelassen entgegen. „Wir müssen jetzt mit unseren Projekten beginnen“, sagt Schrage. Dann könnten auch die Richter erkennen, dass Hannover in ein paar Jahren die Luft-Grenzwerte einhalten werde. „Und bis wir in ein paar Jahren in Regress genommen werden, wird die Welt anders aussehen“, sagt Schrage. Durch die Modernisierung der Dieselmotoren würden die Schadstoffwerte ohnehin zurückgehen.

Klimaschonend zur Arbeit

30.000 Mitarbeiter von 32 Unternehmen, Organisationen und Institutionen Hannovers sind Dienstag klimaschonend zur Arbeit gefahren. Sie nahmen das Fahrrad, die Bahn oder fuhren in Gemeinschaften.

Grund ist der Aktionstag „Multimobil“. Die Klima-Allianz „Hannover 2020“ hat den 19. September zum klimafreundlichen Mobilitätstag ausgerufen, Schirmherr ist Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD).

Laut Umweltbundesamt erzeugt ein „Personenkilometer“ eines allein im Auto Fahrenden im Schnitt 172 Gramm Treibhausgase. In einer Dreier-Fahrgemeinschaft sind es 57 Gramm pro Person, im öffentlichen Nahverkehr 77 Gramm und auf dem Fahrrad beziehungsweise zu Fuß null. „Hannover 2020“ besteht seit 2007.

pah

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