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ING-Diba streicht 110 Jobs in Hannover

Stellenabbau ING-Diba streicht 110 Jobs in Hannover

In der hannoverschen Niederlassung der Bank ING-Diba in Hannover steht ein größerer Stellenabbau bevor. Die Bank will das hiesige Servicecenter schließen, weil dieser Arbeitsbereich am Standort in Nürnberg zusammengefasst werden soll.

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Wie geht es weiter bei der ING-Diba in Hannover? Mitarbeiter befürchten noch weitere Stellenstreichungen. Foto: Schaarschmidt

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Rund 110 Stellen in Hannover sind betroffen. In der Belegschaft gibt es schon Befürchtungen, dass der gesamte Standort gefährdet sein könnte.

Die zum holländischen ING-Konzern gehörende Bank beschäftigt in Hannover rund 680 Mitarbeiter. Die meisten von ihnen arbeiten im telefonischen Kundendialog, also im Callcenter. Das Geldinstitut bestätigte, dass es Funktionen zusammenlegen wolle. Dabei gehe es um sogenannte Backoffice-Tätigkeiten wie die Abwicklung von Kontoeröffnungen oder Immobilienfinanzierungen. „Es handelt sich also um eine Umstrukturierung einer Organisationseinheit und nicht um Maßnahmen zur Stellenkürzung oder Standortschließung“, erklärte die ING-Diba. Details zur Umstrukturierung würden derzeit in den Gremien besprochen, auch mit dem Betriebsrat. Die Bank werde den betroffenen Beschäftigten Angebote vorlegen wie zum Beispiel eine Stelle an einem anderen Standort.

Ein Beschäftigter, der nicht namentlich genannt werden will, sprach von „Augenwischerei“. Kaum ein Mitarbeiter dürfte bereit oder in der Lage sein, von Hannover nach Nürnberg oder Frankfurt zu wechseln. Die Bank hat insgesamt etwa 4000 Beschäftigte. Mehr als die Hälfte ist am Hauptsitz in Frankfurt tätig, der Rest verteilt sich auf Nürnberg und Hannover.

Ein Sprecher des Geldinstituts stellte einen Zusammenhang mit der technischen Entwicklung her: Die fortschreitende Digitalisierung zwinge alle Banken, an ihren Kosten zu arbeiten. Die Sicherheit der Jobs hänge davon ab, „wie es uns gelingt, neue Kunden zu gewinnen und neue Angebote zu machen“.

„Auch die ING-Diba muss sich den Veränderungen, insbesondere dem Digitalisierungsprozess, im Bankenumfeld stellen“, räumte Dirk Borm ein, Betriebsratsvorsitzender der Niederlassung in Hannover. „Allerdings betrachte ich die Veränderungen für die Mitarbeiter am Standort Hannover mit großer Sorge.“ Die Bank, die vor der im Jahr 2003 abgeschlossenen Übernahme durch die holländische Großbank ING den deutschen Gewerkschaften gehörte, gilt als guter Arbeitgeber. So werden alle Beschäftigten nach dem Banktarif bezahlt, was für Callcenter nicht selbstverständlich ist. Allerdings gibt es in Hannover dem Vernehmen nach seit einigen Jahren zunehmend Konflikte um Arbeitsbedingungen. Ein Kritikpunkt ist auch die teilweise Verlagerung von Arbeiten auf ein anderes Callcenter in Hannover, das zur gkk DialogGroup gehört und schlechtere Bedingungen bietet.

Befürchtungen der Beschäftigten wurden auch durch Äußerungen von Vorstandsmitglied Željko Kaurin auf einer Betriebsversammlung am Dienstag verstärkt. „Es ist für uns nicht tragbar, langfristig an drei Standorten in Deutschland zu produzieren“, hatte er nach Angaben aus Teilnehmerkreisen gesagt und damit viel Unruhe ausgelöst. Die Bank bemühte sich später, die Äußerung zurechtzurücken. Der Manager habe damit nur die Servicebereiche gemeint und nicht die gesamten Niederlassungen.

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