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Aus der Stadt Ideen gesucht zu Steintorplatz
Hannover Aus der Stadt Ideen gesucht zu Steintorplatz
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01:34 02.06.2018
Wird gerade aufgemöbelt: Doppeldeckerbus der Firma Endboss vom Platz-Projekt. Er wird Blickfang und Aktionsort. Quelle: Meding
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Hannover

Wie geht es weiter mit dem Steintorplatz? Nachdem Pläne für eine Bebauung viel Widerstand ausgelöst haben, startet die Stadt jetzt die versprochene Bürgerbeteiligung. Aber es werden keine üblichen Debattierrunden sein: Mehrere Monate lang wird es Mitmachaktionen auf dem Platz geben, bei denen Interessierte ihre Ideen einbringen können. Herzstück des Projekts: Ein Doppeldeckerbus der Lindener Platz-Projekt-Firma Endboss, in dem Modellbauwerkstätten zu Gestalten einladen.

Platz-Projekt aus Linden mischt mit

Auftakt ist am Dienstag, 12. Juni. Um 16 Uhr starten Oberbürgermeister Stefan Schostok und Baudezernent Uwe Bodemann das wohl größte Beteiligungsprojekt, das Hannover je erlebt hat. Bis in den Herbst können Interessierte Ideen für den Platz entwickeln, bei verschiedenen Diskussionsforen mitreden oder auch selbst Hand anlegen bei einer experimentellen Umgestaltung. Der Doppeldeckerbus wird an verschiedenen innerstädtischen Plätzen zu sehen sein – vor allem aber auf dem Steintorplatz.

Eine Wippe oder Schaukel auf dem Steintorplatz in Hannover?

„Der Bus fungiert als mobiles Planungsbüro“, sagt Robin Höning von der Planungsfirma Endboss aus der Lindener Kreativschmiede Platz-Projekt. Unten im Bus soll es eine Prototypen-Holzwerkstatt geben. „Wenn zum Beispiel eine Familie kommt und sagt: Auf den Platz müssen eine Wippe oder Schaukel, dann bauen wir das in drei Stunden und stellen es auf den Platz“, sagt Höning. Und wenn dann der nächste findet, daneben seien Bänke wichtig, dann werde auch das installiert. Der gesamte Platz wird für eine Testphase am 12. bis 16. September mit einem Kreidewagen in ein Planungsraster unterteilt, auf dem Besucher experimentieren können. Umliegende Gastronomen und Kaufleute sollen einbezogen, der oft triste Platz belebt werden. Im Obergeschoss des Busses gibt es eine Modellbauwerkstatt für kleinere Maßstäbe, Tischler, Künstler und Architekturstudenten arbeiten mit. Interviews werden geführt, Interessierte können Textkarten ausfüllen, vielleicht entsteht auch eine kleine Steintorzeitung.

„Die Gedanken sind frei“

Vorfestlegungen für die Platznutzung solle es nicht geben, sagt Baudezernent Uwe Bodemann: „Die Gedanken sind frei.“ Für Hannover ist diese Art der kreativen Langzeit-Beteiligung neu. Ziel ist, auch die Platznutzer zu erreichen, die sonst nicht zu typischen Beteiligungsrunden in Gaststätten und Freizeitheimen kommen. Die Stadt gibt rund 500 000 Euro dafür au. In einer Ausschreibung hatte das Berliner Büro Urban Catalyst den Auftrag für das Projekt gewonnen und sich vor Ort Partner wie Endboss oder Zebralog gesucht, die den parallelen Online-Dialog organisieren.

Später ein Architektenwettbewerb zum Steintorplatz

Die Anregungen aus der Beteiligung sollen im nächsten Jahr in einen Planerwettbewerb zur Umgestaltung des Platzes münden, über dessen Umsetzung später der Rat entscheiden soll. Doch erstmal ist nun Auftakt am 16. Juni. Dort soll es Freieis für alle geben: spendiert von der Stadt, ausgegeben vom Eiscafé Massimo auf dem Platz. Betreiber Dall´Asta war einer der entschiednen Gegner einer Bebauung. Jetzt darf auch er bei der Neuplanung mitreden.

Von Conrad von Meding

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