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Ihme-Zentrum: Investor blockiert Sanierungen

Wasserschäden Ihme-Zentrum: Investor blockiert Sanierungen

Bei den Bewohnern des Ihme-Zentrums wachsen die Sorgen: Rohrleitungen im Ihmeplatz 1 müssen dringend erneuert werden – doch die Berliner Haupteigentümer blockieren das Projekt. Damit riskiert der Investor nicht nur, dass es weitere Wasserschäden in den Wohnungen gibt, sondern auch den Versicherungsschutz für die gesamte Immobilie.

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Quelle: HAZ-Archiv

Hannover. Die Sorgen wachsen im Ihme-Zentrum: Bei einer Versammlung für die Wohnungseigentümer des Hochhauses am Ihmeplatz 1 hat der Haupteigentümer, die Berliner Fondsgesellschaft Projekt Steglitzer Kreisel (PSK), die Beschlüsse zur offenbar dringend notwendige Sanierung von Heizungs-, Warm- und Kaltwasserrohren blockiert. Konkret ging es um eine Sonderumlage von 300.000 Euro, von denen die PSK etwa die Hälfte hätte bezahlen müssen. Das aber war dem Unternehmen, das angeblich Hunderte Millionen in das Gebäude stecken will, offenbar zu teuer.

Quadratisch, unpraktisch, hässlich: Unser Fotograf Philipp von Ditfurth hat die Bausünde Ihme-Zentrum aus verschiedenen Blickwinkel für HAZ.de fotografiert.

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In dem Hochhaus hatte es in den vergangenen Jahren mehrfach schwere Wasserschäden gegeben, weil die Rohre fast 50 Jahre alt und erneuerungsbedürftig sind. Nach Angaben der Eigentümerbeiräte hat die Versicherung, die hannoversche VGH, ein Sanierungskonzept gefordert und signalisiert, dass sonst der Versicherungsschutz gefährdet sei - man wolle nicht ständig für die Mangelunterhaltung der Eigentümer zahlen müssen. Doch das Sanierungskonzept ist jetzt geplatzt. „Damit riskiert der Haupteigentümer nicht nur, dass es weitere Wasserschäden in den Wohnungen gibt, sondern auch den Versicherungsschutz für die gesamte Immobilie“, ärgert sich Jürgen Oppermann, Vorsitzender der Gesamtverwaltungsbeiräte im Ihme-Zentrum.

Immobilienverwalter Torsten Jaskuslki bestätigt, dass die PSK bei der Abstimmung sowohl das Sanierungsvorhaben als auch die Sonderumlage von 300.000 Euro abgelehnt hat. „Das ist insofern schade, als dass es eigentlich großartig war, dass die anderen Wohnungseigentümer sich einig über die Notwendigkeit der Sanierung waren“, sagt Jaskulski. PSK besitzt 48 Prozent der Anteile im Haus, das ursprünglich für den Einzug eines Finanzamtes konzipiert war und jetzt 174 Wohnungen beherbergt. Nur wenige sind von Privateigentümern selbst bewohnt, die meisten sind vermietet. „Der Leerstand ist sehr gering, also kassiert die PSK durchaus Einnahmen, ist aber nicht bereit, zu investieren“, sagt Oppermann: „Eigentum verpflichtet, heißt es – das scheinen die Berliner Fondsmanager nicht zu akzeptieren.“

Erst Anfang November hatten die Wohnungseigentümer der Gesamtimmobilie beschlossen, im Zweifelsfall gegen die PSK zu klagen, wenn sie weder investiert noch den alten Zustand vor Beginn der Kernsanierung wieder herstellt. Die Fondsgesellschaft hatte bei einer Zwangsversteigerung Anfang 2015 insgesamt 83 Prozent der Anteile des Ihme.-Zentrums billig erworben, weil der Voreigentümer nach Beginn der Grundsanierung eine Pleite hingelegt und das Gebäude im Ruinenzustand zurückgelassen hat. Allerdings läuft jetzt ein Ultimatum bis Jahresende: Wenn bis dahin nicht ernsthafte Schritte zur Aufwertung erkennbar seien, dann wollen Stadt und Stadtwerke Mietverträge über Tausende Quadratmeter kündigen - das wäre für die PSK ein schmerzhafter Verlust.

Verwalter Jaskulski hofft, dass bald Bewegung in die Zukunftsfragen kommt. Auch bei der Sache mit den Rohrsanierungen geht er von Kommunikationspannen bei PSK aus. Jetzt sollen neue Sanierungsvarianten erarbeitet werden.

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