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So war das Jahr 2015 der HAZ-Leser

Ihre Fotos, Ihre Geschichten So war das Jahr 2015 der HAZ-Leser

Und schon wieder ist ein Jahr vorbei. Was hat Sie dieses Jahr bewegt, Ihnen Freude bereitet oder ihr Leben verändert? Wir haben die schönsten Leser-Geschichten zusammengefasst.

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Symbolbild

Quelle: privat

Wir haben unsere Leser geben, ihre schönsten Momente aus dem Jahr 2015 mit uns zu teilen. Hier sehen Sie die besten Bilder.

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Mit Kind und Kegel im Wohnwagen von Hannover nach Dänemark

Bei Familie Lange in Hannovers Südstadt geht die Sonne nie richtig unter: „Das Urlaubsfoto mit unseren Umrissen im Sonnenuntergang hängt als Poster bei uns im Wohnzimmer. Jeden Tag erinnert es uns an einen wunderschönen Sommer in Dänemark“, schwärmt Vater Oliver Lange. Mehr als 20 Mal musste die Kamera auslösen, bis das kunstvolle Urlaubsmotiv endlich im Kasten war. Während seiner Elternzeit für den zehn Monate alten Sohn Tom tourte Familienvater Lange vier Wochen lang zusammen mit Frau Tini und Tochter Lina (drei Jahre) im Wohnwagen durchs Land. Zuerst fuhren sie die Ostseeküste Dänemarks entlang nach Norden, dann an der Nordseeküste zurück. „Den schönsten Campingplatz fanden wir an der Nordsee bei Hvide Sande“, erinnert sich der Hannoveraner. Mitten in den Dünen stellten sie den Wohnwagen ab. Ein Stellplatz direkt in der Natur, von dem aus die Camper nichts anderes als das Meer sahen. „An einem der letzten Abende vor der Heimreise konnte man einem traumhaften Sonnenuntergang beobachten.“ Schnell wurde die Kamera auf das Stativ gesetzt und die Kinder mitsamt Hund Toni in Position gebracht.  „Sogar Tom stand für ein paar Sekunden auf meiner Hand.“ Das Ergebnis macht Hobbyfotografen Lange stolz: „Es ist toll, dass man nur unsere Silhouetten erkennt.“ Da macht sogar der Hund ein freundliches Gesicht.

Zur Silberhochzeit ein zweites Ja-Wort beim Tauchgang vor Bali

Nach 25 glücklichen Ehejahren sollte das Ja-Wort noch einmal aufgefrischt werden – und zwar unter Wasser. Axel Ebeling ist seit vielen Jahren passionierter Sporttaucher und Mitglied beim TSV Anderten. Der zweite Antrag an seine Frau Gabriele entstand im Jahr 2012 auf dem Weihnachtsmarkt. „In einer Glühweinlaune habe ich meiner Frau gesagt, dass ich sie zur Silberhochzeit noch einmal heirate. Unter Wasser – wenn sie Tauchen lernt“, erzählt Ebeling. Gesagt, getan. Ehefrau Gabriela, die sich vorher strikt gegen das Tauchen ausgesprochen hatte, absolvierte Tauchkurse. Während ihrem Gatten für die Tauchtour eine Kiesgrube im Harz vorschwebte, bestand Gabriela Ebeling auf wärmere Gewässer. Also entschieden sich beide für die indonesische Insel Bali und sparten für die Reise. Am 5. Oktober war es dann soweit: Das Paar ging im North Bali Diving Center unter Wasser. Ein Tauchlehrer hatte eine Zeremonie vorbereitet und für beide zwei Tafeln laminiert: Auf der einen Seite stand „Ja“, auf der anderen „Mal überlegen...“.  Mehr als ein halbes Dutzend andere Taucher begleiteten das Paar unter Wasser. Nur der Kuss nach dem Ja-Wort gefiel Ebeling nicht sonderlich: „Im Salzwasser schmeckt das gar nicht. Süßwasser ist da viel besser.“

Nach überstandener Krebserkrankung endlich ein eigenes Pferd

Die weiße Stute Carry ist für Bianca Lehnberg aus Uetze schon das zweite eigene Pferd. „2009 erkrankte ich an Brustkrebs“, erzählt sie. „Nach meiner Genesung erfüllte ich mir einen Herzenswunsch – mein erstes eigenes Pferd.“ Doch nach nur elf Wochen verstarb der tiefschwarze Wallach Barney plötzlich. Die Hauptschlagader war gerissen. Wenige Wochen später erfuhr Lehnberg über eine Internetanzeige von Stute Carry: „Ich fuhr bis nach Hemmoor in der Nähe von Cuxhaven, um sie mir anzusehen.“ Völlig begeistert sei sie bei ihrer Rückkehr gewesen, erinnert sich die 42-Jährige: „Ich konnte wieder lachen.“ Einen Tag später rief sie die Verkäuferin an, am 31. Januar 2015 holte Lehnberg Carry zu sich nach Dedenhausen in der Gemeinde Uetze. Die weiße Stute habe für sie das vergangene Jahr zum schönsten Jahr seit langem gemacht, sagt Bianca Lehnberg. Mehrmals in der Woche fährt sie zum knapp fünf Minuten entfernten Stall, um sich auf den Sattel zu schwingen und dem Alltag zu entfliehen. „Ich habe selbst erfahren, dass das Leben schnell zu Ende sein kann. Deshalb sollte man seine Träume leben.“

Eine bewegende Reise in die Heimat des verstorbenen Vaters

Am Anfang stand ein Koffer voller Münzen. „Unser Vater hat ihn uns vererbt“, erzählt Elisabeth Christmann. „Nachdem er 2013 gestorben war, haben wir den Inhalt schätzen lassen und unter uns Geschwistern einstimmig beschlossen, die Summe in eine Busreise zu seinem Geburtsort zu investieren.“ Im Mai brach die 59-Jährige, die mit ihrem Mann in der hannoverschen Südstadt wohnt, mit ihren vier Schwestern und zwei Brüdern nach Schweidnitz – oder Swidnica – in Niederschlesien auf. „Mein jüngste Bruder Rainer ist Busfahrer und konnte ein Gefährt für die ganze Großfamilie organisieren.“ Im „Flotten Kaldauer“ traten die Geschwister samt Anhang die Reise an. Von Hannover ging es über Eisenach, Dresden und Bunslau bis ins heutige Polen. „Es war ein bewegender Moment, als wir auf das Ortsschild von Swidnica zufuhren“, erinnert sich Christmann. Schnell wurde ein Erinnerungsfoto geknipst. Das größte Ereignis der Reise sei aber gewesen, das Elternhaus ihres Vaters Werner Amft zu besuchen. „Gott sei Dank ist es nicht dem Krieg zum Opfer gefallen.“ Die Geschwister hatten Tränen in den Augen, als sie vor dem Haus standen: „Wir alle haben die Verbundenheit gefühlt. Und auch ein bisschen Heimat.“ Eine junge Frau im Hotel habe sogar ihre Eltern gekannt – für Elisabeth Christmann und ihre Geschwister ein ganz besonderes Gefühl. So nah seien sie ihrem Vater schon lange nicht mehr gewesen.
Und noch ein Ereignis hat das Jahr für die passionierte Tänzerin zu einem ganz besonderen gemacht: „Am 19. September habe ich meinen Klaus geheiratet“, erzählt Elisabeth Christmann. In den Herrenhäuser Gärten trafen sich beide 2008 zum ersten Mal. „Von daher sollte es wohl so sein, dass wir uns dort, im Museum Wilhelm Busch, das Ja-Wort geben.“ Freunde und Familie überraschten das frisch getraute Paar mit roten Herzballons und aufgehängten Tanzschuhen: „Das war ganz toll.“

Sommerliche Wandertour im Harz und Farbrausch beim Holifestival

„Anfang Juni war es schon so warm, dass man in kurzer Hose herumlaufen konnte“, da ist sich Sophia Tennstedt sicher. Mit Familie und Freunden ging es für die Schülerin aus der hannoverschen Nordstadt für ein Wochenende raus in die Natur – nach Altenau im Harz: „Wir sind gewandert, haben gepicknickt und abends lange gegrillt.“  Ein „perfekter Sommerauftakt“ sei das gewesen. „Meine Freundin Jordis und ich haben einfach geredet und saßen in der Sonne und dabei hat meine Schwester diesen Schnappschuss gemacht.“

Beim Holifestival in Mellendorf in der Gemeinde Wedemark Anfang September flog buntes Farbpulver, und die 17-Jährige feierte ausgelassen mit ihren Schulfreundinnen Janne, Kaja und Sarah. „Es hat total viel Spaß gemacht nach dem Countdown die Farben hoch zu werfen und zu tanzen“, erinnert sich Sophia. Das Ergebnis: Lachende Gesichter mit bunten Farbsprenkeln. „Viele solcher kleinen Momente haben 2015 zu einem Superjahr gemacht.“

Nach 19 Jahren Funkstille den Kinderfreund geheiratet

Von 1975 bis Anfang der 1990er Jahre war Thomas Düsterdiek Sabines liebster Spielkamerad. „Wir waren in Herrenhausen quasi Nachbarn, haben uns ständig gesehen und viel miteinander unternommen“, erzählt sie. Ihre Familie war seine Familie – und umgekehrt. Doch dann sei „das Leben dazwischengekommen“, erinnert sie sich: Beide gingen getrennte Wege, gründeten Familien, verloren sich aus den Augen. Bis zum Jahr 2011: „Per Zufall haben wir uns in den sozialen Netzwerken wiedergefunden und verliebt“, schwärmt die 42-Jährige. Am 22. Mai heirateten die Jugendfreunde in Bissendorf bei Osnabrück. Die Feier führte viele alte Bekannte wieder zusammen: „Alle kannten sich – von früher noch.“ Die Feier sei ein fröhliches Wiedersehen gewesen.

Im Oktober wollte das frisch getraute Ehepaar aus Wedemark-Resse in die Dominikanische Republik fliegen. Doch Thomas Düsterdiek erlitt einen Herzinfarkt. „Da mussten die Flitterwochen natürlich erst einmal warten“, erzählt seine Ehefrau. Mittlerweile geht es dem Paar wieder gut. Thomas Düsterdiek will im Januar nach der Reha wieder arbeiten. Und im nächsten März geht es dann wirklich in die Karibik.

Auf verschlungenen Pfaden zum Hexenturm in Marienwerder

Wer hätte auf diesem Foto den Hexenturm in Marienwerder erkannt? Vermutlich nicht viele, denn für die Aufnahme hat Leser Adolf Sowada einfach einmal die Perspektive gewechselt. „Wir sind fast täglich in der Umgebung von Hannover unterwegs“, erzählt er. „Der Hinüberscher Garten lädt zu jeder Jahreszeit zu erholsamen Spaziergängen ein.“ Doch bei ihrem Ausflug am 22. Mai – einem sonnigen Tag, wie sich Sowada erinnert – wollte seine Frau den Turm nicht noch einmal besteigen. „Aber ich ging hinein.“  Er stieg also die stählerne Wendeltreppe allein empor und blickte durch die runde Öffnung. „Und da konnte ich meine Frau noch ganz klein im Hintergrund erkennen.“ Fast ein wenig verwunschen habe sie ausgesehen. Weiter führte Sowada der Weg durch den Hinüberschen Garten über die Leinebrücke bis nach Letter, am Leineufer entlang zurück nach Stöcken. Eine schöne Runde, knapp fünf Kilometer, an die sich der Hannoveraner immer gern erinnert. Und das Foto bekommt einen Ehrenplatz.

Bei Sturm und Schnee am Ostseestrand die Seele baumeln lassen

Winter an der Ostsee, das heißt vor allem: viel Sturm, Schnee und Regen. „Für die Mutter-Kind-Kur haben wir wirklich die schlechtesten Monate im Jahr erwischt. Alle waren krank“, erzählt die Wunstorferin Melanie Wille. Im Januar fuhr die alleinerziehende Mutter mit ihrem vierjährigen Sohn Colin an die Ostseeküste Mecklenburgs, nach Boltenhagen. Wegen der schwierigen Familiensituation wollten die beiden einfach zur Ruhe kommen. Drei entspannte Wochen mit Strandspaziergängen an der frischen Luft und Kinderbetreuung – „das hat einfach gut getan.“ Dick eingepackt mit Mütze, Handschuhen und Gummistiefeln habe Colin das schlechte Wetter auch gar nichts ausgemacht. Die Tage am rauen Strand waren einer der schönsten Momente im sonst eher traurigen Jahr 2015 von Melanie Wille. Ihren Sohn kann die Wunstorferin nur alle zwei Wochen sehen. Er lebt vorübergehend bei seinem Vater. „Das neue Jahr kann nur besser werden“, sagt sie. Sie hofft darauf, einen neuen Job zu finden, der sich mit den Öffnungszeiten der Kita vereinbaren lässt: „Damit Colin wieder bei mir wohnen kann.“ An die Mutter-Kind-Kur denkt Wille gerne zurück: „Für mich war das Schönste, Menschen zu treffen, denen es genauso geht wie mir.“

Zwei Mal Gänsehaut: Der Klassenerhalt der 96er und das beleuchtete Rathaus

Unterschiedlicher können die besonderen Momente 2015 wohl kaum sein: „Der sicherlich bewegendste Moment für mich war der Klassenerhalt von Hannover 96 Ende Mai“, erinnert sich Eric Masur aus Misburg. Beim 2:1-Sieg „seiner“ 96er gegen den SC Freiburg habe das komplette Stadion getanzt, gesungen und gefeiert. „Alle meine Freude hatten mir zu Beginn der Saison prophezeit, dass dieses Spiel das Entscheidende im Kampf um den Abstieg sein würde“, sagt Masur. Die Tickets für das Spiel hatte ihm seine Frau zum Geburtstag geschenkt. Nach all den Problemen zwischen Verein und Fans habe man an diesem Tag „endlich wieder eine Einheit gespürt.“ Wie viele andere Fußballfans habe sich zu diesem Zeitpunkt noch niemand Gedanken um Terrorwarnungen im Stadion gemacht.

Ganz anders im November: „Mein zweites Highlight 2015 war die Beleuchtung des Neuen Rathauses in den Farben der französischen Nationalflagge.“ Bevor der Abend des 17. Novembers dramatisch endete und das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden wegen Terrorwarnung abgesagt werden musste „herrschte eine friedliche und solidarische Stimmung“, erinnert sich Masur. Das Rathaus in Blau-Weiß-Rot, die Menschen, die sich mit Kerzen zu einer Lichterkette formierten, um der Terroropfer von Paris zu gedenken – „Ich bin froh, dass ich meine Kamera dabei hatte, denn das war wirklich ein besonderer Moment“, so Masur.

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