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Wo ist der Lamborghini-Fahrer?

Illegales Autorennen in Hannover Wo ist der Lamborghini-Fahrer?

Der Unfallverursacher vom Osterwochenende in Hannover ist weiter auf der Flucht und liefert sich ein mysteriöses Versteckspiel mit den Ermittlern. Weiter bleiben viele Fragen offen. Und die Halterin könnte auf den Kosten der Schäden an dem Luxuswagen sitzen bleiben.

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Der Lamborghini nach dem Crash am Sonnabend. Der Fahrer flüchtete in einem Porsche. 

Quelle: Uwe Dillenberg

Hannover. Nach dem spektakulären Unfall bei einem illegalen Rennen zweier Edelsportwagen in der City stößt die Polizei bei ihren Ermittlungen auf ein Verwirrspiel: Der Fahrer des Unfallwagens hatte eine Radfahrerin leicht verletzt und drei weitere Wagen beschädigt. Danach war er in den weißen Porsche gestiegen, mit dessen Fahrer er sich das Rennen geliefert hatte. Der Mann war offenbar ein Bekannter des Unfallfahrers. Beide flohen danach vom Unfallort. Von ihnen fehlt weiterhin jegliche Spur, und die Beteiligten setzen offenbar alles daran, den Gesuchten zu schützen. Bislang ermittelt die Polizei gegen ihn wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht.

Die Serie der Merkwürdigkeiten begann kurz nach dem Unfall am Sonnabend gegen 16.30 Uhr, bei dem der Mann am Steuer beim Einbiegen von der Schmiedestraße in die Karmarschstraße die Kontrolle über den Lamborghini verlor. Er geriet auf die Gegenfahrbahn und schleuderte dort gegen drei Wagen und die Radfahrerin, die dabei zum Glück nur leichte Verletzungen erlitt. Noch während der Unfallaufnahme durch die Polizei tauchte ein junger Mann bei den Beamten auf und gab an, den Sportwagen gelenkt zu haben. „Anhand von Zeugenaussagen konnte er aber schnell als Fahrer ausgeschlossen werden“, sagt Polizeisprecher Sören Zimbal.

Bemerkenswert auch: Die beiden Frauen, auf deren Namen der Lamborghini und der weiße Porsche zugelassen sind, kooperieren nicht mit der Polizei. Die Halterin des italienischen Nobelsportwagens weigert sich, mitzuteilen, wer am Steuer des Wagens gesessen hat. Die Halterin des Porsche ist zwar ermittelt worden, sie konnte allerdings noch nicht kontaktiert und zu dem Vorfall befragt werden.

Bei einem illegalen Autorennen in der Innenstadt von Hannover ist ein Lamborghini gegen einen Fiat 500 geprallt.

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Die Halterin des Lamborghini ist nicht verpflichtet, die Fragen nach dem Mann am Steuer zu beantworten, solange die Polizei die Ermittlungen leitet. Wird der Fall später an die Staatsanwaltschaft übergeben, sieht die Situation anders aus. „Dann darf sie nur von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen, wenn es sich um ihren Lebenspartner oder einen nahen Verwandten handelt“, sagt der auf Verkehrsrecht spezialisierte hannoversche Rechtsanwalt Jean Gutschalk. Sollte sich bei den Ermittlungen herausstellen, dass der Fahrer nicht in solch einer Verbindung zu ihr steht und sie ihn kannte, drohen auch ihr strafrechtliche Folgen.

Den Schaden an den durch den Lamborghini beschädigten Wagen zahlt die Kfz-Haftpflicht der Halterin. Den Schaden an ihrem 580 PS starken Nobelsportwagen, Neupreis rund 150 000 Euro, kann sie nur gegenüber dem Mann am Steuer geltend machen - wenn sie das will. Nimmt der zur Schadensregulierung eine etwaige Haftpflichtversicherung in Anspruch, könnte die Staatsanwaltschaft Einsicht in deren Unterlagen verlangen und so der Identität des Fahrers auf die Spur kommen - doch danach sieht es gegenwärtig nicht aus.

jki

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Illegales Autorennen
Der Lamborghini raste in drei Autos. Danach flüchtete der Fahrer.

Die beiden Männer, die sich am helllichten Tag ein illegales Autorennen in der Innenstadt von Hannover lieferten, konnten bisher nicht ermittelt werden. Dafür ist ein ominöses Youtube-Video aufgetaucht, das zwei Männer mit dem besagten Lamborghini zeigt. 

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Sophie Mühlmann hat 13 Jahre lang als Asienkorrespondentin in Singapur verbracht. Von dort aus bereiste und beschrieb sie die riesige Region zwischen Afghanistan, Ozeanien und Nordkorea. Zuvor war sie für den ARD-Hörfunk mehrmals als Korrespondentenvertretung und „Feuerwehr-Reporterin“ in China im Einsatz. Seit dem vergangenen Sommer ist sie nun Neu-Hannoveranerin.