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Im Stadtgebiet von Hannover kommt die Lkw-Maut

Gebühren für Bundesstraßen Im Stadtgebiet von Hannover kommt die Lkw-Maut

Im Stadtgebiet von Hannover kommt die Lkw-Maut: Bundesstraßen auf 40 Kilometer Länge werden gebührenpflichtig. Folgen dann womöglich Ausweichmanöver durch die Wohngebiete?

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Bundesstraßen auf 40 Kilometer Länge werden gebührenpflichtig.

Quelle: HAZ

Hannover. Auf ihrer Fahrt durch die Region Hannover müssen Speditionen in Zukunft auch für die Benutzung von bestimmten Strecken auf Bundesstraßen eine Maut für Lastwagen entrichten. Insgesamt werden knapp 40 Kilometer innerhalb der Region mautpflichtig. Niedersachsenweit werden es rund 100 sein. Ursprünglich habe der Bund in Niedersachsen weit mehr Strecken ausweisen wollen, sagt Silke Schaar, Sprecherin des Landesverkehrsministeriums. Die jetzt festgelegten 100 Kilometer seien „das Ergebnis langer Verhandlungen“.

Nach Planungen des Bundesverkehrsministeriums sind rund um die Landeshauptstadt insgesamt vier Abschnitte der Bundesstraßen 3, 6 und 65 demnächst gebührenpflichtig. Auf der Bundesstraße 3 sind die Teilstücke zwischen Ehlershausen und Beinhorn sowie Hannover-Misburg und Landwehrkreisel betroffen, auf der B 6 der Abschnitt zwischen Kreuz Seelhorst und Gleidingen, und auf der B 65 der Bereich zwischen Seelhorster Kreuz und Anderten.

Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) befürchtet, die Maut gehe „zulasten der Substanz der Transportunternehmen“. Zudem befürchtet der Verband, viele Lkw-Fahrer könnten Umfahrungen durch Wohngebiete wählen. „Angesichts der Debatten um Feinstaub und Lärm macht Deutschland nun ökologisch und auch in Hinsicht auf die Verkehrssicherheit eine Rolle rückwärts“, heißt es vom GVN. „Die Branche hat durch die Wirtschaftskrise an Substanz verloren und wird nun noch weiter belastet“, sagt GVN-Sprecher Michael Pross.

Diese Befürchtungen teilen Stadt und Region Hannover sowie der ADAC indes nicht. „Unterm Strich rechnen wir nicht mit einer nennenswerten Verlagerung des Lkw-Verkehrs auf das nachgeordnete Straßennetz“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Er geht davon aus, dass sich ein Umfahren der Strecken etwa durch das hannoversche Stadtgebiet für die Speditionen nicht rechnet. Bei der Stadt schätzt man die Folgen der Maut ähnlich ein.

„Wir gehen nicht davon aus, dass der Stadtverkehr dadurch besonders belastet wird“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Auch der ADAC glaubt nicht, dass Städte und Gemeinden entlang der Mautstrecken besonders unter mehr Lkw-Verkehr zu leiden haben werden. „Es hat sich in der Vergangenheit herausgestellt, dass es nicht mehr viele Mautflüchtlinge gibt“, sagt Sprecherin Christine Rettig.

Laut Bundesverkehrsministerium soll die Maut auf Bundesstraßen noch in diesem Jahr eingeführt werden, der genaue Zeitpunkt ist dabei noch unklar. Derzeit befindet sich das Ministerium in Gesprächen mit dem Mautbetreiber Toll Collect über die Umsetzung des Gesetzes. Toll Collect sammelt für den Bund bereits die Lkw-Maut auf Autobahnen ein.

Sollte der Auftrag erneut an Toll Collect gehen, würden Hannovers Autofahrer von der Lkw-Maut kaum etwas mitbekommen. „Die Mauterfassung läuft bei uns über sogenannte On-Board-Units“, sagt Unternehmenssprecherin Claudia Steen. Diese Apparate sind mit digitalen Karten und Preistabellen ausgestattet und berechnen die Mautkosten abhängig vom Schadstoffausstoß des Lastwagens automatisch. Bauliche Veränderungen an den Schnellwegen wären daher nicht nötig, sagt Steen.

Toll Collect

Das Berliner Unterehmen Toll Collect hat im Auftrag der Bundesregierung bereits das Mautsystem für Lastwagen auf Autobahnen entwickelt und beschäftigt zurzeit rund 520 Mitarbeiter. Das System erkennt das mautpflichtige Streckennetz, das nun um bundesweit rund 1000 Kilometer mehrspurige Bundesstraßen ergänzt werden soll, und berechnet die Gebühren automatisch, also ohne Mautstellen wie in europäischen Nachbarländern („Free Flow System“).

Für die Kontrolle der Mautpflicht ist das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) zuständig. Auch dabei leistet Toll Collect technische Hilfe: Auf rund 25 000 Kilometern Gesamtstrecke auf deutschen Autobahnen haben die Berliner 300 sogenannte Kontrollbrücken über den Autobahnen errichtet. Sie übernehmen die Nachkontrolle, um zu klären, ob die Maut für jeden durchfahrenden Lkw auch tatsächlich entrichtet worden ist. Zusätzlich führt das BAG stationäre oder mobile Kontrollen oder auch Betriebskontrollen durch.

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