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Einigung im Gilde-Tarifstreit nicht in Sicht

Schlagabtausch vor dem Werkstor Einigung im Gilde-Tarifstreit nicht in Sicht

Im Streit um einen Haustarifvertrag bei der Gilde-Brauerei ist keine Lösung in Sicht. Am Dienstag lieferten sich streikende Beschäftigte mit einer Gewerkschaftsvertreterin und die Geschäftsführung ein Wortgefecht. Die Mitarbeiter setzten anschließend ihren zuvor begonnen Warnstreik fort.

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Geschäftsführer Mike Gärtner diskutiert vor dem Werkstor mit Gewerkschaftssekretärin Lena Melcher und streikenden Mitarbeitern.

Quelle: Rainer Dröse

Hannover. Im Streit um einen Haustarifvertrag bei der Gilde-Brauerei ist keine Lösung in Sicht. Am Dienstag lieferten sich streikende Beschäftigte und einer Gewerkschaftsvertreterin ein Wortgefecht mit der Geschäftsführung. Die Mitarbeiter setzten anschließend ihren zuvor begonnen Warnstreik fort.

Brauerei-Geschäftsführer Mike Gärtner war vor das Werkstor gekommen, um den rund 20 streikenden Mitarbeitern des Traditionsunternehmens seine Position zu verdeutlichen. „Ich bin enttäuscht, dass sie sich hier vor dem Tor versammelt haben“, sagte er den Streikenden. „Das ist eine unnötige Art und Weise“, betonte Gärtner. Die Geschäftsführung sei dabei, die Gilde-Brauerei wieder aufzubauen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. „Wir müssen uns den Marktgegebenheiten anpassen“, sagte er.

Im Streit um einen Haustarifvertrag bei der Gilde-Brauerei streikten am Dienstag Beschäftigte. 

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Gewerkschaftssektretärin Lena Melcher von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warf der Geschäftsführung vor, die Tarifverhandlungen zu blockieren. „In solchen Verhandlungen muss jede Seite Kompromisse machen“, sagte sie Gärtner. Die NGG und die Beschäftigten hätten sich schon von der Forderung nach gleichem Lohn für alle Mitarbeiter verabschiedet. Jetzt sei die Geschäftsführung am Zug.

Die Streikenden wollen erreichen, dass die neuen Mitarbeiter den gleichen Stundenlohn erhalten wie die bisherigen Beschäftigten. Nach Angaben des Betriebsrats erhalten die Mitarbeiter bei der Gilde 19,80 Euro Stundenlohn. Die neu eingestellten Beschäftigten bekämen jedoch nur zwischen 11,48 Euro und 12,50 Euro pro Stunde. Die NGG fordert eine Zusicherung an die neuen Mitarbeiter, dass ihr Lohn innerhalb eines bestimmten Zeitraums an den Stundenlohn der altgedienten Kollegen angepasst wird.

Seit dem Verkauf der Gilde-Brauerei vom Braukonzern Inbev an eine mittelständische Brauereigruppe unter Führung von Mike Gärtner und Karsten Uhlmann zum Jahreswechsel wurden 40 neue Mitarbeiter eingestellt. Derzeit hat die Gilde rund 110 Beschäftigte. „Wir haben uns bereits bewegt“, sagte Gärtner in dem Streitgespräch vor dem Werkstor. „Wenn sie jedoch Kriterien definieren, die wir nicht einhalten können, dann kommen wir in den Verhandlungen nicht weiter.“ Die Mitarbeiter hätten von der Geschäftsführung ein faires Angebot erhalten.

„Wir wollen gleiches Geld für gleiche Arbeit“, sagte der langjährige Mitarbeiter Thomas Lappann in der Debatte auf dem Gehweg. Die Mitarbeiter zeigten derzeit hohen Einsatz, um das Unternehmen wieder nach vorn zu bringen. Das müsse von der Geschäftsführung honoriert werden. Er berichtete, dass zahlreiche Mitarbeiter beispielsweise direkt von der Früh- in die Spätschicht sprängen.

Die Gilde-Brauerei ist das älteste Unternehmen der Stadt Hannover. Die Geschichte der Brauerei lässt sich bis ins Jahr 1526 zurückverfolgen.

Von Mathias Klein

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