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Flusspferde lernen den Nachwuchs kennen

Zoo Hannover Flusspferde lernen den Nachwuchs kennen

Der Zoo Hannover betreibt zur Zeit ein Flusspferd-Gewöhnungsprogramm. Tier für Tier lernt die Herde den neugeborenen Champ kennen. Schließlich ist eine räumliche Trennung von der Herde, die die Mutter in der freien Wildbahn suchen würde, im Zoo auf Dauer nicht möglich. Bislang läuft das Projekt vielversprechend.

Hannover. Das im April im Zoo geborene Flusspferd, das bisher den Namen Champ trägt, tut, was Babys eben so tun. Es geht seinem Spieltrieb nach, taucht auf, taucht wieder unter, wuselt um seine Tante Himba herum, knufft und stupst sie. Himba lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen und frisst von den Salatblättern, die im Becken schwimmen. Mutter Cherry ist auch zugegen, greift aber nicht ein. Heinrich Grütter und Markus Köchling, Tierpfleger bei den Dickhäutern, betrachten es mit Wohlgefallen. Sie organisieren derzeit eine Art Gewöhnungsprogramm im Flusspferde-Gehege, und es scheint zu funktionieren.

Im Zoo Hannover ist zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder Nachwuchs bei den Flusspferden geboren worden.

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Die Sache ist die: In der freien Wildbahn sondern sich werdende Hippo-Mütter von der Herde ab und bleiben auch in der ersten Zeit nach der Geburt des Nachwuchses alleine. „Mutter und Kind müssen sich ungestört aneinander gewöhnen“, sagt Grütter. Außerdem werden Flusspferdbabys so vor Gefahren geschützt, die durch die Neugier der anderen Herdenmitglieder entstehen könnten – schon allein dadurch, dass im Begegnungsfall mehr als drei Tonnen Lebendgewicht auf der einen und etwa 50 Kilogramm auf der anderen Seite aneinandergeraten würden. Und schließlich besteht die Gefahr, dass die Beschützerinstinkte der Mutter zu Raufereien führen.

In einem Zoo geht das so nicht, die Pfleger können Mutter und Kind eben nicht für eine Zeit etwa bei den Nashörnern zwischenparken. Zwar gibt es ein Mutter-Kind-Becken und auch Raum für Vater Max, der mit der Nachwuchsfürsorge rein gar nichts am breiten Maul hat. Irgendwann muss die Herde aber wieder zur kompletten Herde werden, inklusive Baby. „Bei uns besteht noch die Situation, dass die Flusspferde nicht gerade routiniert im Umgang mit Jungtieren sind“, sagt Grütter. Das vor Champ letzte Mini-Hippo erblickte 2006 das Licht der Welt, auch davor hatte zehn Jahre lang Flaute bei der Fortpflanzung geherrscht.

Liebesgeschichte nach Planung

Im April 2015 kommt Flusspferd-Bulle Max in den Zoo - schon im Mai 2016 wird Champ geboren.

Das Gewöhnungsprogramm besteht darin, die anderen fünf Tiere nacheinander mit dem Kleinen und der Mutter in Kontakt zu bringen und zu gucken, ob alles glattgeht. Himba war als erstes Testpferd an der Reihe. „Am Anfang hat sich die Mutter mit ihrem Hintern als eine Art tierischer Wall vor das Kleine gesetzt“, schildert Grütter. Diese Phase ist vorbei.

Die Pfleger erwarten, dass es mit den anderen Herdenmitgliedern schneller geht. Besucher werden das dann auch im Außenbecken beobachten können, das Champ in der kommenden Woche erstmals erkunden darf. Der Name klingt zwar männlich, aber es handelt sich um ein Weibchen. Deshalb darf das Nachwuchs-Flusspferd drei Jahre in Hannover bleiben, bevor es an einen anderen Zoo abgegeben wird. Und die Hannoveraner hoffen, dass es danach nicht wieder zehn Jahre dauern wird, bis ein Gewöhnungsprogramm aufgelegt werden muss.

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