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Viele Klicks für die Retter in Rot

Imagekampagne „Ja zur Feuerwehr“ Viele Klicks für die Retter in Rot

Internetvideos sollen den Nachwuchs für ein Ehrenamt bei der Feuerwehr begeistern. Die Social-Media-Kampagne „Ja zur Feuerwehr“ der niedersächsischen Feuerwehren ist erfolgreich: Seit Beginn haben die Retter Zehntausende Fans gewonnen.

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Ausschnitt aus dem Image-Film der niedersächsischen Feuerwehren.

Hannover. Das Auto liegt auf der Seite, die Frontscheibe ist zersplittert, und hinter dem Lenkrad kauert der blutende Fahrer. Ein Passant greift zum Handy und wählt die 112. Schnitt. Auf der Feuerwache macht sich ein Feuerwehrmann eilig bereit und schlüpft in seine Einsatzkleidung. Er bleibt allein, denn für das Einsatzfahrzeug gibt es keinen Fahrer. Dann erscheint der Slogan: „Wir brauchen mehr Freiwillige.“

Der bedrückende Clip ist ein weiterer Baustein der Social-Media-Kampagne „Ja zur Feuerwehr“ der niedersächsischen Feuerwehr und soll im Netz für Nachwuchs werben. Mit den amüsanten, ernsten und informativen Kurzvideos, die regelmäßig auf Facebook und You­tube gepostet werden, haben die Kampag­nenplaner von der Madsack Mediengruppe vor allem die Zielgruppe der 16- bis 30-Jährigen im Fokus.

Mit Erfolg: Seit dem Start der Kam­pagne im September 2014 wurde die Face­book-Seite mit mehr als 48 000 „Gefällt mir“-Klicks gelobt. Einzelne Videos erreichten mehr als zehn Millionen Nutzer, von denen über die Hälfte jünger als 34 Jahre ist. Wenn etwa tanzende Feuerwehrmänner als Nikolaus verkleidet zum weihnachtlichen Hupen von „Jingle Bells“ den Schlauch ausrollen, schnellen die Klickzahlen in die Höhe.

Neue Mitglieder dank tanzender Weihnachtsmänner? Er hätte nie gedacht, dass die Strategie so gut ankommen würde, gesteht Hanko Thies, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz. „Aber die Zahlen auf Facebook sind herausragend.“ Anscheinend kommen der erhobene moralische Zeigefinger und der Appell, sich zu engagieren, bei dieser Zielgruppe nicht an.

Ob die Klickzahlen Hoffnung auf Zuwachs bei den Feuerwehren im Land machen können, wird sich zeigen. „Die Kampagne hat auf jeden Fall ein Stück weit den Mitgliederschwund gebremst“, so Thies. Den genauen Zusammenhang zwischen Kampagne und Mitgliederzahlen offenbare eine Evaluation im Januar 2016. Die vielen lobenden Kommentare in den sozialen Netzwerken stimmen Thies schon jetzt positiv.

Seit einigen Jahren kämpft die Feuerwehr im Land mit einem Mitgliederschwund. „Der demografische Wandel macht auch bei uns nicht halt“, so der Branddirektor. „Wir werden weniger und älter.“

Deshalb gehen überall im Land die Feuerwehrkameraden in die Offensive und werben für ihren Einsatz.

Florian Beneke von der Freiwilligen Feuerwehr Hänigsen wird dafür sogar zum Schauspieler. Für das Video mit dem Autounfall ist der 36-Jährige immer und immer wieder die Treppen zum Einsatzwagen emporgesprungen. Ist der Clip realistisch? „Unter der Woche kann es bei den Einsatzkräften auch mal knapp werden“, erzählt er. Doch niemand muss sich Sorgen machen. Ausgerückt wird immer: „Wenn nach knapp drei Minuten die Sirene verklingt, sind wir schon unterwegs.“

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