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Aus der Stadt Immer mehr Alkoholvergiftungen bei Mädchen
Hannover Aus der Stadt Immer mehr Alkoholvergiftungen bei Mädchen
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21:27 13.02.2013
Von Mathias Klein
Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Gemeinsam mit Drogenberatern und mit dem Leiter des Projekts „Hart am Limit“ (HaLT) der Region Hannover, Andre Heckert, stellte Schneider gestern eine Ausweitung der Beratung nach Alkoholexzessen auf alle Kliniken der Region vor.

Heckert berichtete gestern vor Journalisten von einer 13-Jährigen, die im vergangenen Mai nach einem Trinkgelage mit 4,5 Promille Alkohol im Blut in das Neustädter Klinikum gebracht wurde. „Das ist ein Wert, der tödlich sein kann.“ Möglicherweise hänge die Zunahme der Alkoholvergiftungen bei Mädchen mit einer früheren Reife zusammen. „Die trinken dann mit Jungen, die zwei, drei Jahre älter sind“, sagt Heckert. Und die Jungen vertrügen allein schon durch ihr höheres Gewicht mehr Alkohol.

Die Gefahren durch den exzessiven Alkoholkonsum seien groß, sagte Lennart Westermann von der Drogenberatungsstelle Drobs Hannover. Er berichtete von einer 14-Jährigen mit Alkoholvergiftung, die nach einem Osterfeuer in einem Neustädter Ortsteil beinahe erfror, weil sie stundenlang auf einer Wiese lag und sie niemand fand. Bei Mädchen bestehe die Gefahr, dass sie im betrunkenen Zustand leichter sexuell missbraucht werden könnten, sagte Westermann.

Rund 450 Kinder und Jugendliche wurden im vergangenen Jahr in einem Krankenhaus der Region Hannover mit einer Alkoholvergiftung behandelt, ähnlich hoch war die Zahl im Jahr 2011. Meist landen die Jugendlichen in den drei Kliniken mit speziellen Stationen für Kinder und Jugendliche, also im Kinderkrankenhaus auf der Bult, der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und im Regionsklinikum in Neustadt. Dort gehen auf die Eltern und Jugendlichen bereits Suchtberater zu, jetzt sollen auch die Regionskliniken komplett in die Beratung einbezogen werden. Dabei gehe es vor allem um die Information des Personals in der Notaufnahme, machte Heckert deutlich. Denn die Mitarbeiter müssten auf die Eltern der Kinder und Jugendlichen zugehen, um eine Aufhebung der ärztlichen Schweigepflicht zu erreichen. Anschließend könne sich ein Suchtberater auf den Weg machen, um mit dem Betroffenen und den Eltern zu sprechen.

„Wenn Jugendliche nach einem Alkoholabsturz in Windeln und mit einer Infusion aufwachen, sind sie meist motiviert, etwas zu verändern“, erläutert Heckert. Mit der Beratung soll eine Wiederholung des Alkoholexzesses verhindert werden.

Der CDU-Gesundheitsexperte im Bundestag, Jens Spahn, ist unterdessen auf eine andere Idee verfallen, Jugendliche und Eltern für das Thema zu sensibilisieren. Spahn will die Eltern von jugendlichen Alkoholsündern an den Kosten für Notarzteinsätze und Klinikaufenthalte beteiligen. In Fällen, in denen sich die Kinder bis ins Koma trinken, schlage die Behandlung im Krankenhaus „sicher mit zwei- bis dreitausend Euro zu Buche“, sagte Spahn dem Radiosender HR 1 am Mittwoch. Eine Eigenbeteiligung von 50 oder 100 Euro sei da angemessen. Der CDU-Politiker fügte hinzu: „Ich meine, das Geld für den Wodka war ja auch da.“

Ein derzeit diskutiertes Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen in Hannover würde das Problem vermutlich nicht verringern, meint „Hart am Limit“-Leiter Heckert. Zum einen fänden die Trinkgelage junger Leute immer häufiger bei Partys in Privathäusern statt. Zum anderen könnten die jungen Leute dann auf Straßenzüge ausweichen, die nicht von einem Alkoholverbot betroffen seien. mit: dapd

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