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Immer mehr Fälle von Fahrerflucht in Hannover

Verkehrssicherheitsbericht 2016 Immer mehr Fälle von Fahrerflucht in Hannover

Immer häufiger entfernen sich Autofahrer in Hannover unerlaubt von einem Unfallort. Das berichtete die Polizei am Freitagvormittag bei der Vortstellung ihres Verkehrssicherheitsberichts 2016. Allerdings stieg gleichzeitig die Aufklärungsquote: beinahe jeder Zweite wurde erwischt.

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Quelle: Symbolbild

Hannover. Auf Hannovers Straßen geht es rau zu – das belegt die Unfallstatistik 2016 der Polizeidirektion. „Wir beobachten ein zunehmend rücksichtsloses Verhalten“, sagt Polizeipräsident Volker Kluwe. „Besorgniserregend“ sei dabei, dass häufiger Fahrerflucht begangen werde. „Bei mehr als einem Viertel aller Unfälle haut der Verursacher ab.“ 9888 Fälle registrierte die Polizei im vergangenen Jahr (plus 321), 429 Personen wurden dabei verletzt. Immerhin: 43,21 Prozent der Taten wurden aufgeklärt. „Wir werden uns viel Mühe geben, diese Zahl weiter zu steigern“, sagt Kluwe.

Polizeipräsident Volker Kluwe (Mitte) bei der Vorstellung des Berichts.

Quelle: Hellerling

Mit Sorge betrachtet die Polizei auch das Thema Smartphone am Steuer. „Die Neugier der Nutzer ist sehr groß“, sagt Kluwe. 8534 Smartphone-Sünder überführte die Polizei 2016, „statistisch gesehen ist das jede Stunde einer“. Mit der neuen Kampagne „Abgelenkt ... ist neben der Spur“ wollen die Ermittler ab Sommer Fahranfänger erreichen und sie sensibilisieren.

Kontroll-Minus wegen Obama

Derweil wirkte sich Barack Obamas Hannover-Visite im April 2016 auf die Statistik aus. „Viele Kräfte waren in die Planung eingebunden“, sagt Kluwe – daher gab es weniger Kontrollen. Dennoch stellte die Polizei mehr Verstöße fest als im Vorjahr. So verhängte sie 2015 bei 32.295 Kontrollen noch 1724 Fahrverbote gegen Raser, vergangenes Jahr waren es bei bloß 29.422 Überprüfungen 1735 Fahrverbote.     

Insgesamt bewegt sich die Region aber im Landesschnitt. 2016 gab es insgesamt 36.700 Unfälle, das ist ein Plus von 3,88 Prozent. Dies habe auch mit den parallel gestiegenen Zulassungszahlen zu tun. „Wenn die Verkehrsdichte zunimmt, steigt auch das Unfallrisiko“, sagt Polizeichef Kluwe. Gleichzeitig sank die Zahl der Verletzten um zwölf auf 6472 Personen, 46 kamen ums Leben (Vorjahr: 49). Allein in Hannover gab es 19 .236 Unfälle mit 3095 Verletzten und sieben Getöteten.

Hauptursache sind Vorfahrts- und Abbiegeverstöße. Doch bei Unfällen mit Schwerverletzten und Toten sei weiterhin zu schnelles Fahren Ursache Nummer eins. Besonders oft krachte es in den vergangenen drei Jahren an den Kreuzungen Königsworther Platz/Brühlstraße/Königsworther Straße (32 Verletzte), Schloßwender Straße/Arndtstraße/Engelbosteler Damm (26 Verletzte) und in der Mecklenheidestraße/Ecke Verdener Straße (neun Verletzte).

Von Peer Hellerling

Alle getöteten Radler ohne Helm unterwegs

Das Unfallgeschehen in Hannover wird seitens der Polizei in der Verkehrsstatistik bis ins Detail aufgeschlüsselt.

Verletzte Kinder: Zum vierten Mal in Folge stieg die Zahl der verletzten Kinder auf jetzt 464. „Erfreulich ist aber, dass keines ums Leben kam“, sagt Polizeipräsident Volker Kluwe. Allein in Hannover wurden 69 Kinder als Mitfahrer und 63 als Fußgänger verletzt. Kinder auf Fahrrädern waren 55-mal in Unfälle verwickelt. „In 70 Prozent der Fälle hatten sie sogar Schuld“, sagt Kluwe. Deshalb soll die Präventionsarbeit weiter verstärkt werden. Die Polizei weitet das Fahrradtraining inzwischen auf die fünften und sechsten Klassen aus.

Unfälle mit Radfahrern: 2136 Radfahrer waren 2016 an Unfällen beteiligt – im Jahr davor waren es 2090. Ebenfalls gestiegen sind die Unfälle, in denen Radler die Verursacher waren: von 837 auf 841. Und dort will die Polizei ansetzen, weil viele Radfahrer ihre Vergehen wie Fahren bei Rot oder Fahren entgegengesetzt der Einbahnstraße „als Kavaliersdelikte abtun“, sagt Polizeivizepräsident Jörg Müller. 2016 starben in Hannover sieben Radfahrer, „alle hatten keinen Helm auf“.

Autobahn 2: „Drei Viertel aller Autobahnunfälle ereigneten sich auf der A 2“, sagt Polizeivize Müller. Auf sie entfielen allein 2417 (2015: 2283) der insgesamt 3250 Unfälle (3172). Neun Menschen starben. Die Lkw-Unfälle dort stiegen um 14,4 Prozent auf nunmehr 1223 Kollisionen – an 788 von ihnen hatten Lkw-Fahrer Schuld. Vor allem während der Baustellen-Zeit stiegen die Unfallzahlen deutlich. „Gründe sind etwa die Reduzierung des Tempos und der Fahrspuren“, sagt Jörg Müller. Unfall-Spitzenreiter auf der A 2 war der Mai mit 279 Unfällen, 135 davon mit Lkw-Beteiligung.

Verstöße am Steuer: 481 Unfälle waren 2016 auf betrunkene Fahrer zurückzuführen, 86 standen unter Drogen. Bei Kontrollen stoppte die Polizei 1734 Alkoholisierte. Den Höchstwert erreichte ein 36-Jähriger mit 3,82 Promille. Deutlich gestiegen ist die Zahl derer, die ohne Führerschein unterwegs waren – von 1600 auf 2341. Meist lag das an gefälschten oder nicht umgeschriebenen Papieren. Und für 339 der Vergehen ist ein einzelner Trucker verantwortlich: Er saß ohne Führerschein am Steuer, die Auswertung des Fahrtenschreibers ergab 339 Touren – alle jeweils ein einzelner Punkt in der Statistik.

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