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Immer mehr Hannoveraner begehen Fahrerflucht

Unfälle Immer mehr Hannoveraner begehen Fahrerflucht

Allein am Dienstag wurden in Hannover zwei schwere Unfälle von Fahrern verursacht, die gleich danach vom Unfallort flüchteten. Und das sind keine Einzelfälle: Statistisch gesehen verursachen hannoversche Autofahrer jeden Tag knapp 25 Unfälle ohne sich den Konsequenzen zu stellen. Bei den meisten Unfällen entstehen nur kleinere Schäden.

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Quelle: Elsner/Archiv

Hannover. Statistisch gesehen verursachen hannoversche Autofahrer jeden Tag knapp 25 Unfälle und flüchten vom Unfallort. Bei den meisten Unfällen entstehen nur kleinere Schäden wie Kratzer im Lack oder Beulen in der Karosserie. Doch es kommt auch oft vor, dass Autofahrer ihre Fahrt fortsetzen, nachdem sie einen Menschen angefahren oder einen Totalschaden verursacht haben. Allein gestern flüchteten zwei Autofahrer nach schweren Unfällen.

In Langenhagen etwa hat ein Unbekannter am Dienstagmorgen gegen 6 Uhr eine 26-Jährige angefahren, nachdem er ohne Licht eine Straße entlanggefahren war. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wollte die Frau die Fahrbahn in einer Rechtskurve überqueren und wurde dabei vom Fahrer des dunklen Kleinwagens übersehen. Sie stürzte und verletzte sich schwer, doch anstatt ihr zu helfen, gab der Fahrer einfach Gas und fuhr davon.

Etwa zur gleichen Zeit wollte der Fahrer eines roten Kleinwagens an der Herrenhäuser Straße auf den Westschnellweg in Richtung stadteinwärts auffahren. Dabei übersah er offenbar den Opel Astra einer 21-Jährigen. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, zog die junge Frau das Lenkrad nach links und stieß gegen einen Renault Trafic. Anschließend prallte ihr Wagen gegen die Betonschutzwand in der Fahrbahnmitte, überschlug sich und rutschte auf dem Dach quer über die Fahrbahn. Die beiden Männer im Renault stoppten den Wagen sofort, doch der Fahrer des roten Kleinlasters fuhr einfach weiter.

Auf dem Westschnellweg hat sich an der Auffahrt Herrenhausen ein Auto überschlagen. Eine 21-Jährige wurde leicht verletzt.

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Die Zahlen der Polizeidirektion Hannover lassen vermuten, dass Fahrerfluchten häufiger werden. Im ersten Halbjahr 2014 flohen 4326 Autofahrer nach einem Unfall vom Ort des Geschehens, zwölfmal waren insgesamt zwölf Menschen dabei schwer verletzt worden.

2015 entzogen sich schon 4582 Fahrer der Verantwortung, zehnmal hätten sie sich um insgesamt zwölf Schwerverletzte kümmern müssen. Und im ersten Halbjahr dieses Jahres registrierte die Polizei 4651 Fahrerfluchten, wie schon 2014 waren insgesamt zwölf Menschen bei zwölf Unfällen mit Fahrerflucht schwer verletzt worden. Auf das Jahr hochgerechnet werden also etwa 9000 Fahrerfluchten in Hannover und der Region begangen, was einen Schnitt von 25 Fluchten pro Tag ergibt.

„Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt“, sagt ADAC-Sprecherin Christine Rettig. Sie vermutet, dass vielen Autofahrern die Verantwortung bei einem Unfall nicht bewusst ist. „Sie denken vielleicht, wenn sie keiner gesehen hat, kommen sie aus der Sache heraus.“

Lamborghini-Unfall: Aufklärung zieht sich

Eine der aufsehenerregendsten Fahrerfluchten beging im März dieses Jahres der Fahrer eines gelben Lamborghini, als er am Ostersonnabend nach einem illegalen Autorennen in der Karmarschstraße gegen drei parkende Autos krachte und eine Radfahrerin verletzte. Anschließend stieg er in den weißen Sportwagen seines „Kontrahenten“, und beide fuhren davon, ohne sich um den Schaden und die Verletzte zu kümmern.

Bei einem illegalen Autorennen in der Innenstadt von Hannover ist ein Lamborghini gegen einen Fiat 500 geprallt.

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Für Polizei und Staatsanwaltschaft gestaltet sich die Aufklärung des Unfalls allerdings zäh. Ein Prozesstermin ist immer noch nicht in Sicht, da die Anwälte der Beteiligten nach Angaben von Oberstaatsanwalt Thomas Klinge mehrere Anträge auf Akteneinsicht gestellt haben und die Fristen den juristischen Prozess verzögern.

Die Polizei hatte ermittelt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein 37-jähriger Langenhagener am Steuer des Lamborghini saß, der keinen Führerschein besitzt. Das können die Beamten jedoch bislang nicht belegen. Kurz nach dem Unfall hatte sich ein junger Mann gemeldet, der fälschlicherweise aussagte, am Steuer gesessen zu haben. Die Luxusautos sind auf zwei Frauen angemeldet, die keine Angaben zum Fahrer machen wollen.

Von Isabel Christian

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