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Mehr Hannoveraner wollen Schreckschusswaffen

Zahl der Kleinen Waffenscheine gestiegen Mehr Hannoveraner wollen Schreckschusswaffen

Immer mehr Hannoveraner verspüren das Bedürfnis, eine Schreckschusswaffe mit sich zu führen. Das geht aus dem rasanten Anstieg der Genehmigungen für die sogenannten Kleinen Waffenscheine hervor. Im Stadtgebiet ist die Zahl der Inhaber innerhalb weniger Monate um etwa 50 Prozent gestiegen.

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Das wollen immer mehr Hannoveraner: einen Kleinen Waffenschein und eine Schreckschusswaffe.

Quelle: dpa

Hannover. Durften im Dezember 2015 noch 1769 Personen eine Waffe mit sich führen, die auch Gaspatronen verschießt, sind es im Juni 2016 bereits 2636 Hannoveraner – das sind 867 zusätzliche Genehmigungen innerhalb eines halben Jahres. Zwischen 2014 und 2015 hatte sich die Zahl nur geringfügig erhöht.

Innerhalb des Zeitraums von Dezember 2015 bis Juni 2016 liegen Ereignisse, die mit dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Hannoveraner zusammenhängen dürften – allen voran die massenhaften sexuellen Übergriffe auf junge Frauen in der Silvesternacht, etwa in Köln, Hamburg und Stuttgart.

Die jüngsten Terroranschläge und Amokläufe in Deutschland können die Daten aus den vorigen Monaten noch nicht beeinflusst haben. Genaue Zahlen hat die Stadt nicht, weil sie die Menge der aktuellen, noch nicht genehmigten Anträge nicht zählt. „Sie sind aber wieder deutlich gesunken“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Die Welle ebbe langsam wieder ab.

Auch in den Umlandkommunen fühlen sich offenkundig immer mehr Menschen nur noch mit Waffenschein sicher. Die Zahl der von der Region ausgestellten Kleinen Waffenscheine in neun Kommunen hat sich in den vergangenen Monaten im Vergleich zu 2015 mehr als versiebenfacht. Aktuell ist es 605 Personen erlaubt, eine Schreckschusspistole mit sich zu führen, zuvor waren es 81.

Die Hürden für einen Kleinen Waffenschein sind niedrig. Der Antragsteller muss volljährig sein, die erforderliche Zuverlässigkeit und persönliche Eignung haben. Die Genehmigung kostet 50 Euro und berechtigt dazu, Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffen verdeckt in der Öffentlichkeit mit sich zu führen. Eingesetzt werden dürfen die Waffen aber nur im Notfall.

Polizisten sehen den Anstieg beim Waffenbesitz skeptisch. „Es sorgt für eine gewisse Unruhe, wenn immer mehr Waffen unterwegs sind“, sagte Dietmar Schilff von der Gewerkschaft der Polizei kürzlich gegenüber der HAZ.
Bundesweit ähnlicher Trend: Die Zahlen in Hannover decken sich mit dem Bundestrend. Demnach ist im Nationalen Waffenregister die Zahl der Kleinen Waffenscheine im ersten Halbjahr um 49 Prozent auf 402 301 gestiegen, wie die „Welt am Sonntag“ gestern berichtete. Die Zahl der Schusswaffen hingegen ging leicht zurück, abzulesen an den Waffenbesitzkarten. Ihre Menge sank bundesweit von 1,898 Millionen im ersten Halbjahr 2015 auf aktuell 1,894 Millionen Karten.     

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