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Immer mehr Trickbetrüger unterwegs

"Enkeltrick" Immer mehr Trickbetrüger unterwegs

Falsche Ermittler am Telefon, vermeintliche Enkel wollen Geld: Vor allem alte Menschen in Hannover sind das Ziel von Betrügern. Während die Zahl der Delikte steigt, warnen Polizei und Seniorenbeirat vor den Maschen der Kriminellen - und geben Tipps.

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Niemanden hereinlassen, den man nicht bestellt hat: Vor allem an der Haustür werden Senioren oft überrumpelt.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Die Zahl der Trickbetrügereien in Hannover steigt. Besonders Senioren werden immer öfter Opfer von Kriminellen, die sich als Handwerker ausgeben oder am Telefon behaupten, sie seien Polizisten beziehungsweise Enkel. Allein bei den falschen Beamten stieg die Zahl der Taten von 73 im Jahr 2015 auf 129 im vergangenen Jahr. Auch der Enkeltrick nimmt in Hannover deutlich zu: 2015 waren es noch 109 Fälle, im vergangenen Jahr registrierte die Polizei bereits 151 Delikte.

„Trickdiebe sind erfinderisch“

Die Masche ist stets dieselbe: Das Opfer soll dem vermeintlichen Enkel mit großen Geldsummen aus der Patsche helfen. Oder es behauptet ein falscher Polizist, der Angerufene sei im Visier von Verbrechern und sollte das Ersparte besser bei den Ermittlern deponieren. „Trickdiebe sind erfinderisch“, sagt Polizeisprecher André Puiu.

 

Wie Anfang Juli bekannt wurde, erbeuteten Betrüger kürzlich 23 600 Euro von einer 95-Jährigen aus Rethen. Rentner in Misburg bekamen Anrufe angeblicher Polizisten. Erst am Donnerstag nahm die Polizei einen 24-Jährigen in Garbsen fest, der sich als falscher Ermittler ausgegeben und 7500 Euro von einer 93-Jährigen erbeutet hatte.

„Ältere Menschen werden regelrecht überrumpelt“, sagt Klaus Dickneite vom Seniorenbeirat Hannover. „Sie reagieren oft nicht so schnell, wie es in dem Moment angemessen wäre.“ Komme dann etwa noch ein schlechtes Gehör dazu, sei das Opfer schnell verunsichert. „Man sollte immer misstrauisch sein, wenn sich jemand am Telefon nicht mit Namen vorstellt“, sagt Polizist Puiu. Zudem solle man sofort auflegen, wenn Geld gefordert werde.

Gleiches gelte beim Handwerkertrick. Betrüger geben sich an der Haustür zum Beispiel als Angestellte der Wasserwerke oder des Energieversorgers aus. Während einer das Opfer ablenkt, durchsucht der Komplize heimlich die Wohnung nach Schmuck und Bargeld. Die Deliktzahl hat nach 2014 erst stark abgenommen, steigt jetzt aber wieder leicht an. „Man sollte nur Handwerker hereinlassen, die bestellt oder von der Hausverwaltung angekündigt wurden“, sagt Puiu. Von Polizisten könne man stets Dienstausweise verlangen.

Während der Enkeltrick mit Stand Ende Mai in diesem Jahr etwas rückläufig zu sein scheint, „liegen der Polizei- und Handwerkertrick bislang auf dem gleichen Niveau wie 2016“, sagt André Puiu. Doch die Ermittler gehen davon aus, dass die Dunkelziffer höher liegt. „Die Betroffenen schämen sich oft, wenn es ihnen passiert ist“, sagt auch Klaus Dickneite. „Aber es ist keine Schande.“ Hilfe und Informationen bietet der Seniorenbeirat unter Telefon (05 11)16 84 37 97. Die Präventionsbeamten der Polizei sind unter Telefon (05 11)10 90 erreichbar.

Peer Hellerling

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