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Gemeinsames Lernen

In Badenstedt und Vahrenwald beginnen zwei neue IGS

Von Bärbel Hilbig

Ein Neustart erfordert meist besonderen Mut: 125 Kinder und 13 Lehrer haben am Freitag diesen Schritt gewagt und in Vahrenwald eine neue Schule aus der Taufe gehoben. „Die Schule kann euch, wenn ihr euch anstrengt, alle Wege öffnen“, versprach Eberhard Dolezal, der kommissarische Leiter der neuen Integrierten Gesamtschule Büssingweg.
Die erste Schulstunde an der IGS Büssingweg: Die Lehrerinnen Petra Linnenbrink, Annika Graunke und Maria Lopez stellen sich den neuen Schülern der Klasse 5a vor.

Die erste Schulstunde an der IGS Büssingweg: Die Lehrerinnen Petra Linnenbrink, Annika Graunke und Maria Lopez stellen sich den neuen Schülern der Klasse 5a vor.

© Rainer Surrey

Den Kindern, die zur Einschulungsfeier ernst zwischen ihren Eltern und Geschwistern in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula der Geschwister-Scholl-Realschule saßen, erschien das noch ein wenig unwirklich. Schließlich ist auch die ganze Schule noch ein wenig schwer zu fassen. Die IGS startet mit fünf fünften Klassen und wird künftig jedes Jahr um einen Jahrgang anwachsen. Im Schulzentrum Büssingweg nehmen Hauptschule und Realschule dafür keine neuen Schüler mehr auf. Die IGS wächst langsam in die Räume der Hauptschule hinein.

Damit die allerersten IGS-Schüler sich nicht gar zu fremd fühlten, bereiteten ihnen Kinder und Jugendliche aus dem Schulzentrum mit Hip-Hop- und Capoeira-Aufführungen einen herzlichen Empfang. Schulleiter Dolezal betonte, dass die Kinder an der IGS nicht nach Noten auseinandersortiert werden. An drei Tagen in der Woche gibt es Ganztagsunterricht. In Arbeitsgemeinschaften können die neuen Schüler viele Sportarten ausprobieren oder auch Chinesisch lernen. Den Lehrern ist es gelungen, die Schule in ein Programm des Kultusministeriums zur Verbesserung der Unterrichtsqualität aufnehmen zu lassen.

Die neuen Schüler – meist mit Haupt- oder Realschulempfehlung – stammen aus vielen verschiedenen Grundschulen, oft in Vahrenwald, Hainholz, der List und der Nordstadt. Und auch die Lehrer kommen aus verschiedenen Schulen. Sportlehrerin Petra Linnenbrink unterrichtet zum Beispiel dieses Schuljahr auch noch an ihrer alten Schule in Schwarmstedt. Und Annika Graunke, die am Freitag mit ihrer Kollegin Maria Lopez als Klassenlehrerin die 5a begrüßte, muss an der Sophienschule ihr Referendariat beenden, bevor sie im November an der IGS beginnt. Jürgen Hein von der Landesschulbehörde hob hervor, dass die Planungsgruppe der Schule in kurzer Zeit viel geleistet hat. „Für Lehrer bietet eine neue Schule die Chance, Dinge auszuprobieren, für die man sonst lange kämpfen muss“, sagt Dolezal.

Ebenfalls an den Start geht die neue IGS Badenstedt, die am heutigen Sonnabend mit 142 Kindern und 14 Lehrern die Einschulung feiert. 130 Familien hatten ihre Kinder direkt an der neuen IGS angemeldet, das ist ein beachtlicher Vertrauensbeweis für eine Schule in Gründung. „Ich denke, wir profitieren vom guten Ruf, den Hauptschule und Realschule im Schulzentrum Badenstedt haben“, sagt Thomas Bürkner, kommissarischer Leiter der IGS und der Realschule.

An der IGS Badenstedt kümmern sich ebenfalls je zwei Klassenlehrer um die Kinder, sie unterrichten auch zwei Stunden pro Woche gemeinsam das Fach „Soziales Lernen“. „Wir wollen trotz der Leistungsspanne von Hauptschüler bis Gymnasiast aus den Klassen richtige Teams machen“, sagt Bürkner. Dass das gelinge, wisse er aus seiner Erfahrung an der IGS Mühlenberg. Zwei der fünf neuen Lerngruppen sind Integrationsklassen, in denen jeweils vier Kinder besonderen Förderbedarf in verschiedenen Lern- und Entwicklungsbereichen haben.

Die IGS bietet ihren ersten Schülern fünf verschiedene Profile, darunter Kunst, Sport und Medien. Dieser Profilunterricht läuft im Block vier Stunden pro Woche. An drei Wochentagen gibt es gemeinsames Mittagessen und Unterricht bis in den Nachmittag.

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