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Aus der Stadt Nachbarn besichtigen neues Flüchtlingsheim
Hannover Aus der Stadt Nachbarn besichtigen neues Flüchtlingsheim
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00:16 23.10.2015
Von Bärbel Hilbig
Viele Anwohner interessieren sich für die Besichtigung in der Tresckowstraße. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Hilde Noll hat die Schwachstelle schnell ausgemacht. Die praktisch veranlagte Seniorin gehört zu den ersten Bürgern, die am Montag zur Besichtigung in das neu errichtete Flüchtlingswohnheim Tresckowstraße in Wettbergen kamen. „Toilette und Dusche in einem Raum, das haut doch nicht hin. Das wissen wir aus der Familie.“ Die Lösung für das Problem liege auf der Hand, meint die 82-Jährige: „Direkt neben dem Bad ist so eine schöne Nische.“

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Rundgang durch das jüngst erbaute Flüchtlingswohnheim in der Tresckowstraße in Wettbergen. Es ist das erste von der GBH errichtete Wohnheim, das 100 Plätze hat.

Noll ist nicht die einzige unter den Besuchern, die sich an den eigentlich schönen Badezimmern in dem Neubau stört. Denn zehn Menschen werden sich dort eine Toilette teilen müssen. Dazu hagelt es kritische Kommentare. Erstaunlich ist jedoch vor allem die schiere Masse an Menschen, die sehen wollen, wie die Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft bald wohnen werden. Rund 500 Bürger, schätzt Stadtsprecherin Ulrike Serbent nach gut einer Stunde, doch da treffen weitere Besucher noch ein. Senioren, Jugendliche, Familien mit Kindern jeglichen Alters. Und viele betrachten das neue Gebäude aus zwei Riegeln mit dem kritischen Blick derer, die selbst einen Einzug erwägen.

Die Gesellschaft für Bauen und Wohnen hat das Haus in freundlichem Rot und Weiß für rund 2,4 Millionen Euro innerhalb von sechs Monaten errichtet. Es bietet zehn Wohnungen mit jeweils fünf Zimmern, Bad und Küche. In dieser Woche sollen die Flüchtlinge einziehen, voraussichtlich 60 bis 70 alleinstehende Männer und außerdem Familien. 100 Asylsuchende wird die Stadt unterbringen - dabei ist das Haus nur für 50 Menschen entworfen worden. Die GBH will nächstes Jahr im Auftrag der Stadt ein zweites Gebäude danebensetzen, wenn dies vom Rat so beschlossen wird.

„Bisher planen wir, die Belegung im ersten Haus zu entzerren, wenn die Situation es dann zulässt“, sagt Michael Heesch, Fachbereichsleiter für Planen.

Anwohnerin Eleonore Beck sieht die beengten Verhältnisse kritisch. „Für Familien ist das in Ordnung, für Alleinstehende schwierig. Aber immerhin muss hier niemand in Zelten schlafen. Und ansonsten ist das Haus schön geworden.“ Michael Bax, Leiter der Integrierten Gesamtschule Mühlenberg, macht mit seiner Familie einen Rundgang durch die Unterkunft. „Wir halten in unseren Sprachlernklassen ein paar Plätze für Kinder frei, die vielleicht hier einziehen.“ Schön und hell sei das Haus, loben viele Besucher. „Es macht einen guten Eindruck“, sagt Eva Leunig. Ein Unterstützerkreis mit 130 Helfern wartet auf den Einzug der neuen Bewohner.

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