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Aus der Stadt In Hannover bleibt die Linie 10 über der Erde
Hannover Aus der Stadt In Hannover bleibt die Linie 10 über der Erde
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07:53 13.08.2010
So könnte eine Niederflurbahn aussehen: Visualisierung einer Niederflurhaltestelle in der Leinaustraße. Quelle: Bürgerinitiative Umweltschutz

Die Stadtbahnlinie 10 der Üstra wird auch künftig oberirdisch fahren. Am Donnerstag hat die für den Nahverkehr zuständige Region Pläne für gestorben erklärt, sie zwischen Goethe- und Raschplatz in einen Tunnel zu schicken. „Für uns hat diese Lösung eigentlich nie gelebt“, sagte Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz (SPD) und nannte als Grund die geschätzten Kosten von 130 Millionen Euro.

Stattdessen will die Region nun gemeinsam mit Stadt, Üstra und weiteren Beteiligten prüfen, ob sich eine oberirdische Trasse mit Endstation am Raschplatz verwirklichen ließe. Dabei geht es um zwei behindertengerechte Varianten: Eine mit den üblichen Hochbahnsteigen, eine weitere mit der sogenannten Niederflurtechnik. Beides wäre weit billiger zu haben, bisherige Berechnungen gehen von etwa 50 Millionen Euro aus. „Anhand der Linie 10 wird sich erweisen, ob sich Niederflurbahnen für Hannover rechnen“, verdeutlichte Franz. Bisher gibt es dieses Verkehrssystem in der Landeshauptstadt nicht.

Die Linie 10, die als einzige durchgängig oberirdische Strecke von Ahlem über Limmer und Linden in die Innenstadt führt, bewegt die Stadt seit Jahren. Streitpunkte sind vor allem der Bau von Hochbahnsteigen in der Limmerstraße und die Innenstadtgestaltung in den Bereichen Steintor, Kurt-Schumacher-Straße und Ernst-August-Platz. Mit Niederflurtechnik wären Hochbahnsteige unnötig. In der Politik hat sich ein ganzer Strauß unterschiedlicher Positionen gebildet. Zusammengefasst haben sich CDU, Grüne und Linke für Niederflurbahnen ausgesprochen und wollen sie sogar in die Südstadt fahren lassen. Bei SPD und FDP ging die Tendenz Richtung Tunnelstrecke. Die Üstra wünschte sich das auch und hat in einem Gutachten vor höheren Betriebskosten gewarnt, die die Niederflurtechnik mit sich brächte.

„Das Gutachten ist ordentlich gemacht, man kann aber auch zu anderen Ergebnissen kommen“, betont Franz. Problem sei, dass genaue Kostenermittlungen nur möglich sind, wenn konkrete Planungen vorliegen. Genau die sollen nun unternommen werden – die Region will beispielsweise für den gesamten Streckenverlauf untersuchen lassen, wo Gleise neu gelegt, Haltestellen verlegt werden müssten und wo unterirdische Leitungen Bauarbeiten behindern. Kosten für Fahrzeugbeschaffung und für den Betrieb müssen ebenfalls ermittelt werden. „Am Jahresende werden wir belastbare Daten haben, dann muss die Politik eine Entscheidung treffen“, sagt Franz.

Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann hat in einer ersten Reaktion wiederholt, dass eine Lösung „stadtverträglich“ sein muss. Eine oberirdische Variante sei daher auf eigenem Gleiskörper in einigen Bereichen undenkbar. Die Stadt erarbeite jetzt aber auch selbst ein Konzept mit Anforderungen an eine oberirdische Trassenführung.

Bernd Haase und Conrad von Meding

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