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In Hannover bleibt es winterlich
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Schnee und frostige Temperaturen In Hannover bleibt es winterlich

Hannover schlittert, schippt und rodelt, denn der Schnee ist zurück. Auch in den kommenden Tagen soll es winterlich bleiben, denn die Temperaturen bleiben unter Null. Aber aufgepasst: Bei allem Spaß gibt es auch das eine oder andere zu bedenken.

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Quelle: Akbaba

Hannover. Der Schnee ist wieder da, und die Kehrseite, im Wortsinne, war am Mittwoch diese: 140 aha-Mitarbeiter mussten in der Nacht zum Mittwoch ausrücken, um Hannovers Straßen bis zum Berufsverkehr vom Neuschnee zu befreien. In einigen Stadtteilen musste aha auch am Mittag noch einmal raus, dort war tagsüber noch Schnee gefallen. Insgesamt liegen jetzt in der Landeshauptstadt etwa fünf Zentimeter Schnee, Richtung Deister sind es örtlich laut Deutschem Wetterdienst bis zu fünf Zentimeter mehr.

Die Hannoveraner nutzten das Winterwetter am Mittwoch ausgiebig. Maschsee, Eilenriede und Leinemasch wurden für Spaziergänge und Joggingrunden genutzt, nur mit dem Fahrradfahren wurde es schwierig. Auf dem Kronsberg hieß es wieder „Rodel gut!“, in anderen Teilen der Stadt ließen sich Hannovers Jüngste von Papa wenigstens auf dem Schlitten durch die Straßen ziehen.

Das werden sie auch in den kommenden Tagen noch können. Es bleibt winterlich. Die Temperaturen kommen nach Angaben von Meteorologe Ansgar Engel vom Deutschen Wetterdienst auch auf absehbare Zeit nicht über den Gefrierpunkt hinaus. „Es kann auch immer mal wieder schneien“, sagt er. Die Eisflächen auf den Seen und Teichen in der Region sind derweil noch sehr brüchig. Am Maschsee hat die Stadt noch nicht einmal angefangen, die Eisdicke zu messen.

Hannovers Autofahrer haben sich unterdessen auf die starken Schneefälle während des Berufsverkehrs eingestellt. Laut Verkehrsmanagementzentrale drosselten die Pendler ihr Tempo und fuhren äußerst umsichtig. Größere Glätteunfälle und Staus gab es nicht zu verzeichnen. Lediglich auf den Nebenstrecken der Bundesstraße 6 in Höhe Ahlem und auf dem Messeschnellweg stockte der Verkehr in den Morgenstunden zeitweise. In der Leitstelle der Feuerwehr dagegen standen die Telefone am Mittwochmorgen kaum still, allerdings nicht wegen der Witterung. Meist  hatten es die Helfer mit Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten zu tun.

Richtig fahren: Mit Frostschutz und Enteiser

Viel Arbeit gibt es in diesen Tagen für den ADAC. Das Winterwetter setzt den Autos in Hannover zu, sodass die Mitarbeiter häufiger als sonst gerufen werden. Allein am Dienstag hatten sie 463 Einsätze, an normalen Wintertagen sind es rund 370. Am häufigsten müssen die ADAC-Mitarbeiter aushelfen, weil der Wagen nicht anspringt. Sie raten deshalb dazu, die Autobatterie überprüfen zu lassen. Autofahrer sollten darauf achten, dass die Anschlüsse ordentlich befestigt sind und das Gehäuse sauber ist. Andernfalls kann es zu Kriechströmen kommen, durch die die Batterie sich selbst entlädt.

Auch Frostschutzmittel ist bei diesen Temperaturen unverzichtbar. Doch man darf nicht irgendein Mittel in das Kühlsystem kippen. Art und Dosierung müssen sich nach den Vorschriften des Fahrzeugherstellers richten. „Sonst kann das Kühlsystem Schaden nehmen“, sagt ADAC-Sprecherin Sabine Schlemmer. Sind die Türen vereist, sollte man auf keinen Fall versuchen, sie mit Gewalt aufzubrechen, sonst gehen Dichtungen oder Türgriffe kaputt. Lieber Enteisungsspray in die Türspalten sprühen und die Dichtungen früh mit Pflegemittel behandeln.
Und vor dem Losfahren gilt: Auto immer komplett von Schnee befreien, auch das Dach. Sonst kann der herunterfliegende Schnee anderen Fahrern die Sicht nehmen.

Richtig schippen: Mit Stahlkante

Bürgern mit eigenem Grundstück rät Thomas Preiss von der Preiss Reinigungs GmbH beim Schneeräumen zum Schneeschieber. „Der sollte aber auf jeden Fall eine Metallkante haben“, sagt der Experte. Eine Kante nur aus Holz nutze sich zu schnell ab. Ein Besen sei nur bei Pulverschnee zu gebrauchen, meint er. Wichtig sei es, frühzeitig den Schnee wegzuschieben. Denn wenn er erst einmal festgetreten oder festgefahren sei, sei er nur schwer vom Pflaster zu entfernen.

Sollte auf dem Bürgersteig oder der Einfahrt anschließend noch festgetretener Schnee rutschige Stellen bilden, empfiehlt Preiss handelsüblichen Split, wie er in jedem Baumarkt zu kaufen sei. Split setze sich in den festen Schnee oder in das Eis und verhindere am besten ein ausrutschen. Streugut gibt es auch an vielen Straßenecken in den Streugutkisten von aha. Dort können sich die Bürger kostenlos bedienen. Damit Splitt und Sand nicht Häuser und Wohnungen verdreckt, rät Preiss, größere sogenannte Schmutzfangmatten in die Treppenhäuser zu legen.

Richtig laufen: Nicht zu dick gekleidet

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt spricht nach Angaben von Gerald Schneider, Leiter des Zentrums für Sportmedizin, nichts dagegen, draußen Sport zu treiben. Im Gegenteil: „Für das Immunsystem kann das sehr gut sein“, sagt er. Die Atemwege müssen sich an die Kälte anpassen. Dadurch verbessert sich die Durchblutung. Ein Indiz dafür ist, dass die Nase anfängt zu laufen.

Der Experte empfiehlt, sich nicht zu warm anzuziehen. „Es kann sonst zum Hitzestau kommen, weil der Körper die  Wärme nicht mehr abgeben kann.“ Die richtige Kleidung ist wichtig: Von Baumwolle rät er dringend ab. Sportler sollten zu Funktionskleidung aus synthetischen Fasern greifen.

Untrainierte sollten nicht zu intensiv Sport treiben. Wenn Sportler beginnen, durch den Mund zu atmen, gelangt trockene Luft schnell und ungefiltert in die Lungenbläschen. „Die Schleimhäute trocknen aus, der Körper reagiert empfindlicher auf Bakterien“, sagt Schneider. Bei der Nasenatmung hingegen werde die Luft erwärmt, gereinigt und angefeuchtet.

Mathias Klein und Tobias Morchner

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