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In Hannover entsteht ein weltweit einmaliges Forschungszentrum

Zukunftsweisendes Projekt In Hannover entsteht ein weltweit einmaliges Forschungszentrum

Auf dem Hochschulcampus in Hannovers Nordstadt entsteht ein weltweit einmaliges Forschungszentrum für Quantentechnologie. Herzstück des Projekts: Ein 20 Meter hoher Turm, in dem Experimente in Schwerelosigkeit durchgeführt werden.

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Physiker und Laserexperten der Uni tüfteln an neuen Herstellungsverfahren für Glasfasern.

Hannover. Für wissenschaftliche Innovationen mit einer weitreichenden Bedeutung gibt es einen schönen lebenspraktischen Begriff: „Leuchtturmprojekte“ werden solche zukunftsweisenden Vorhaben gern genannt. In diesem Sinne geht es an der Leibniz Universität bald ganz weit nach oben: Auf dem Hochschulcampus in der Nordstadt wird vom kommenden Jahr an ein knapp 30 Millionen Euro teures Forschungszentrum für Quantentechnologien errichtet, für das es weltweit noch kein Vorbild gibt. Besonders herausragend ist das spektakuläre Herzstück des neuen „Hannover Institut für Technologie“ (HiTec): In einem 20 Meter hohen Turm werden Experimente in Schwerelosigkeit gemacht – ein passendes Aushängeschild für ein Leuchtturmprojekt.

Rund 120 Physiker, Geodäten – das sind Erdvermesser – sowie Uni-Ingenieure anderer Disziplinen werden ab dem Jahr 2015 im HiTec zusammenarbeiten, das Bund und Land jeweils zur Hälfte finanzieren. Dort entwickeln sie neuartige Messtechniken mit einer extremen Präzision. Ziel der hannoverschen Forscher ist es, auf diese Weise Fragestellungen mit globaler Bedeutung auf den Grund zu gehen.

Kleine Teilchen mit großem Potenzial

Ob der Anstieg des Meeresspiegel durch den Klimawandel, die zeitliche Abfolge von Vulkanausbrüchen, die Entstehung von Erdbeben oder die Suche nach neuen Rohstofflagerstätten – stets greifen Wissenschaftler auf Modellrechnungen zurück, um Aussagen über geologische Phänomene machen zu können. Die Datenbasis liefern meist Satelliten, die die Erde vom Weltall aus beobachten. Die Forscher des HiTec wollen diese Systeme erheblich verbessern. Als „Werkzeug“ für diese anspruchsvolle Aufgabe dienen ihnen unvorstellbar kleine Teilchen von der Größe eines Atoms. Diese sogenannten Quanten haben ein großes Potenzial: Als Quantensensoren sollen sie die Grundlage für innovative Messgeräte bilden, die mit einer Genauigkeit arbeiten, wie es sie heute noch nicht gibt. Um mit den winzigen Quanten überhaupt arbeiten zu können, brauchen die Wissenschaftler die spezielle Ausrüstung des HiTec.

„Wir wollen die existierenden geophysikalischen Rechenmodelle systematisch im Experiment überprüfen“, erklärt Prof. Wolfgang Ertmer, Leiter des Uni-Instituts für Quantenoptik, der auch Vorstandssprecher des Laser Zentrums Hannover (LZH) ist. In dem Forschungsneubau, der in der Callinstraße in direkter Nachbarschaft zum Albert-Einstein-Institut (AEI) der Uni entsteht, werden zu diesem Zweck Labore und Versuchsflächen entstehen, die alle Anforderungen abdecken. Grundlagenforschung ist dort ebenso möglich wie angewandte Forschung und Technologieentwicklung. „Die Labore, Testumgebungen und die vorgesehenen Großgeräte gibt es in dieser Bündelung und Qualität weder an deutschen noch an internationalen Forschungsinstitutionen“, betont Ertmer.

Forschung auf Spitzenniveau

Das Konzept hat auch die Gutachter vom Wissenschaftsrat überzeugt. Das bundesweit zuständige Gremium entscheidet jedes Jahr aufs Neue, welche Forschungsbauten förderungswürdig sind. In der aktuellen Runde hatten sich 31 deutsche Hochschulen und Forschungsstätten mit ihren Projekten beworben, 16 wurden ausgewählt – und das HiTec kam in der Rangfolge auf den zweiten Platz. Darüber freuen sich nicht nur Ertmer und sein Kollege Prof. Karsten Danzmann vom AEI. Niedersachsens Wissenschaftsministerin Prof. Johanna Wanka würdigte ausdrücklich die Erfolge der hannoverschen Wissenschaftler, die in dem seit 2007 bestehenden Exzellenz-Verbund „Quest“ die Grundlagen für ihre künftigen Forschungsschwerpunkte gelegt haben. Weitere Kooperationspartner sind fortan die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln sowie das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) in Bremen.

Uni-Präsident Prof. Erich Barke betonte, dass die Quantenphysiker seiner Hochschule im bundesweiten Ranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bereits auf Platz 1 stünden. Das HiTec sei nun ein weiterer Schritt, um die Forschung auf „internationalem Spitzenniveau“ zu etablieren.

Millionen für weitere Projekte: Der Wissenschaftsrat hat 14,2 Millionen Euro für den Ausbau des Norddeutschen Hochleistungsrechners im Rechenzentrum der Leibniz-Uni bewilligt. 28,6 Millionen gehen an die Uni Braunschweig für ein Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik, das mit der Leibniz-Uni und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zusammenarbeiten wird.

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