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Aus der Stadt „Das ist meine Schule“
Hannover Aus der Stadt „Das ist meine Schule“
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17:58 20.06.2018
Hannover - Besuch der Fichteschule in Hainholz, Verabschiedung von der Schulleiterin Frau Heimbucher, Voltmerstraße 60 - Foto Tim Schaarschmidt Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Lehrerin wollte Cornelia Heimbucher, die langjährige Leiterin der Fichteschule in Hainholz, immer schon werden, oder Ärztin. Am Ende siegte die Pädagogik. Nach dem Abitur an der Herschelschule studierte sie in Hannover an der Pädagogischen Hochschule Mathematik, Biologie und Sachunterricht, machte ihr Referendariat in Cloppenburg, legte dann erstmal eine Familienpause ein, heiratete, zog ihren Sohn groß, der mittlerweile schon selbst wieder zwei Kinder hat. Mehr als 13 Jahre lang versuchte Heimbucher, in den Schuldienst zu kommen. Sie besah sich ihrer medizinischen Ader, wurde der erste weibliche Rettungssanitäter bei den Johannitern, leitete dann selbst die Schule für Rettungsdienst.Am Stephansstift kümmerte sie sich, obwohl selbst keine ausgebildete Sonderpädagogin, um verhaltensauffällige Kinder.

„Ich wollte nie wieder weg“

Schließlich bekam sie einen Job an einer Celler Grundschule. Zusammen mit einem Schulpsychologen entwickelte sie in einem sechsjährigen Forschungsprojekt, das bei Grundschülern die Lese-Rechtschreib-Schwäche mindert. Sie wechselte als Konrektorin an die Fichteschule nach Hainholz, wird 1996 Schulleiterin: „Ich habe sofort gemerkt, das ist meine Schule.“ Deshalb sei sie auch nie wieder weggegangen. Sie hat sich um Kinder mit Rechtschreibschwäche bemüht, Sprachunterricht für Schüler ohne Deutschkenntnisse schon lange vor der Flüchtlingswelle aufgebaut, die Schule für ängstliche Migranten-Eltern geöffnet, interkulturelle Arbeit gemacht. Als Brennpunktschule habe sie ihre Schule nie empfunden: „Es ist schön hier, alle spüren, dass wir uns ganz viel Mühe geben.“

Schulen in sozial problematischen Stadtteilen müssten von der Stadt und dem Land bevorzugt werden, etwa bei der Einstellung von Sozialarbeitern, fordert Heimbucher: „Man kann nicht alle gleich behandeln.“

Im Ruhestand will sie sich Zeit für die Familie nehmen, nähen, kochen und Patchwork-Decken gestalten. Um ihre Nachfolge braucht sie sich keine Sorgen zu machen. Vor anderthalb Jahren hat sie endlich eine Konrektorin bekommen, gekämpft hatte sie dafür fünf lange Jahre.

Von Saskia Döhner

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