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Aus der Stadt Hannover baut ein 18. Gymnasium
Hannover Aus der Stadt Hannover baut ein 18. Gymnasium
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00:34 16.06.2018
Das Bündnis „Schule der Kulturhauptstadt“ möchte eine Schule, in der anders gelernt wird als an den herkömmlichen Gymnasien. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Die Schülerzahlen in Hannover wachsen weiter – und an vielen Grundschulen und Gymnasien wird es in den nächsten fünf Jahren noch enger werden also ohnehin schon. Wie Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski bei der Vorstellung des kommunalen Schulentwicklungsplans 2018 am Mittwoch sagte, sieht man an den Grundschulen bis zum Schuljahr 2022/2023 einen Zuwachs von 11,2 Prozent. Viele Standorte würden künftig über ihre Kapazitätsgrenze hinaus belastet, besonders steigen die Schülerzahlen in den Bezirken Ricklingen, Bothfeld-Vahrenheide, Buchholz-Kleefeld, Misburg-Anderten und Ahlem-Badenstedt-Davenstedt.

Grundschüler sollen in Container ausweichen

Kurzfristig Abhilfe schaffen sollen Container, die an einigen Standorten aufgestellt werden. Am Kronsberg soll eine weitere Grundschule entstehen, im Bereich der Bezirkssportanlage Bemerode auch. Die Grundschule Kastanienhof wird im Zuge der Besiedlung der Wasserstadt Limmer erweitert.

„Ohne ein 18. Gymnasium wird es nicht gehen“

Auch an den weiterführenden Schulen explodieren die Schülerzahlen. Schon im Schuljahr 2020/2021 werde die Gesamtkapazität von 4518 Schülern pro Jahrgang für die Klassen 5 bis 10 überschritten, heißt es in den Bericht, Besonders hoch sei der Fehlbedarf bei den Gymnasien, hier fehlten drei bis sieben Züge. „Ohne ein 18. Gymnasium wird es nicht gehen“, sagte Dezernentin Rzyski. Wo das gebaut werden soll, ist allerdings noch unklar.

„Viele Schüler verlassen das Gymnasium wieder“

Kritik kam vom Bündnis „Schule der Kulturhauptstadt“, die eine Schule neuen Typs in Hannover gründen möchte. Zwischen den Schuljahren 2012/13 bis 2016/17 hätten mehr als zehn Prozent der Schüler die Gymnasien in der Stadt wieder verlassen, in den höheren Jahrgängen seien die Klassen keineswegs bis zur Obergrenze gefüllt, sondern erreichten nur rund 86 Prozent des Klassenteilers, während andere Schulformen gerade in den höheren Jahrgängen Zuwächse verzeichneten. Es sollte über Alternativen nachgedacht werden, diese Ströme zwischen den Schulformen zu verringern. Ähnlich äußerte sich der Stadtverband der Grünen, der sich stattdessen für die Gründung einer neuen Gesamtschule nach dem Vorbild IGS List stark machte. Einen Standort schlagen die Grünen auch schon vor: die Außenstelle der Käthe-Kollwitz-Schule in der Gottfried-Keller-Straße.

Rzyski verwies darauf, dass in Niedersachsen der Elternwille über allem stehe. Und wenn Eltern ihr Kind an einem Gymnasium anmeldeten, dann müsste der Schulträger auch die entsprechenden Plätze an Gymnasien bereithalten. Deswegen müsse man ein neues Gymnasium errichten.

Auch Oberschulplätze reichen nicht aus

Auch die drei Oberschulen in der Stadt kommen durch die hohe Zahl von Wechslern schon im neuen Schuljahr an den Rand ihrer Aufnahmefähigkeit. Bis 2022 rechnet die Stadt mit einem Schülerplus von 45,2 Prozent. Nur in Jahrgang 5 gebe es noch genügend freie Plätze.Die Peter-Ustinov-Schule soll von zwei auf drei Züge pro Jahrgang erweitert werden, in der auslaufenden Martin-Luther-King-Förderschule soll eine Außenstelle errichtet werden. Zudem soll noch eine weitere Oberschule eingerichtet werden.

IGS Bothfeld und IGS Südstadt sollen Oberstufe bekommen

An der Integrierten Gesamtschule (IGS) Bothfeld soll schon zum Schuljahr 2019/2020 eine vierzügige gymnasiale Oberstufe eingerichtet werden. An der IGS Südstadt soll nach den Plänen der Stadt erst nach 2021 eine Oberstufe entstehen, dann sei nämlich der Ausbau der Sekundarstufe I abgeschlossen, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

Die Ampel-Koalition forderte dagegen auch schon für die IGS Südstadt umgehend eine Oberstufe. Stephanie Matz (CDU) erinnerte daran, dass der Umbau der Sekundarstufe I noch nicht einmal begonnen worden sei. Anwohner hatten gegen den Umbau geklagt, was zu einem vorübergehenden Baustopp geführt hatte. Bis 2021 werde die Schule eine Baustelle sei, sagte Matz, es sei naiv zu glauben, dass man dort innerhalb eines Jahres eine Oberstufe errichten könne. Dennoch setzte sich die Ampel-Koalition mit ihrem Antrag im Schulausschuss durch. Die Stadt muss jetzt bei der Landesschulbehörde für beide Gesamtschulen zum Sommer 2019 die Einrichtung einer Oberstufe beantragen.

Von Saskia Döhner

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