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Aus der Stadt Supermärkte haben kaum noch Altpapiersäcke
Hannover Aus der Stadt Supermärkte haben kaum noch Altpapiersäcke
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00:18 30.11.2017
Aufgeweichte Pappen liegen seit Tagen an der Hildesheimer Straße.  Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

 In Hannover wachsen ausgerechnet zu Beginn der Adventszeit an den Straßenrändern die Berge aus durchweichter Pappe und gestapeltem Papier – Folge des von Aha und von der Stadt heraufbeschworenen Streits um das Altpapier.  Der Abfallwirtschaftsbetrieb Aha kämpft derzeit an zwei Fronten. Einerseits sollen möglichst viele Hausbesitzer zum Bestellen einer Altpapiertonne gebracht werden. Andererseits will das kommunale Unternehmen erreichen, dass die Stadt das Aufstellen von Altpapiercontainern auf öffentlichen Flächen zulässt – ohne von Aha eine Gebühr zu kassieren. Von Privatleuten nimmt Aha Altpapier nur noch mit, wenn es in Tonnen oder blauen Säcken verpackt ist, Kartonagen werden nicht mehr abgeholt. 

In Hannnover bleibt derzeit immer mehr Altpapier liegen, weil es nicht in Säcken oder Tonnen verpackt wurde. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Aha fühlt sich dafür jedoch nicht zuständig.

Nur etwa jeder vierte Supermarkt hat noch Sackrollen

Wer sein Altpapier entsorgen will und keine blaue Tonne hat, hat inzwischen aber zusätzliche Schwierigkeiten. Wie eine nicht-repräsentative Umfrage der HAZ unter hannoverschen Einzelhändlern ergab, sind die bislang kostenlosen Beutel in den meisten Geschäften vergriffen. Von einem Dutzend angerufenen Einzelhändlern hatte Montagnachmittag nur ein Viertel die Säcke vorrätig. Eine Supermarktverkäuferin in der Südstadt berichtete, dass die Lieferung von Aha dort immer Freitags komme, die Sackrollen seien aber nach wenigen Stunden komplett vergriffen. Eine Marktmitarbeiterin in Bothfeld berichtete, dass die blauen Säcke bis vor Kurzem dreimal pro Woche geliefert worden seien. „Jetzt weiß man nicht mehr, wann sie kommen“, sagt sie. 

Etliche Bürger fragen sich, was sie nun mit dem Altpapier machen sollen, wenn es keine Säcke gibt und lose Kartons nicht mehr mitgenommen werden. Aha-Sprecherin Helene Herich rät , die Altpapiertonne zu nutzen, die bei Aha bestellt werden kann. Außerdem könne Altpapier auch auf Werststoffhöfe gebracht werden. Die dortigen Mitarbeiter gäben auch jedem Kunde eine Rolle mit blauen Säcken. 

Unklar ist, wer die Altpapierberge in den Straßen entsorgt, die entstanden sind, weil Aha nicht mehr das ganze Altpapier mitnimmt. Aha bittet die Bürger, die an der Straße lagernden Pappen in Altpapiertonnen, Altpapiersäcken oder Altpapiercontainern zu entsorgen. 

„Am Ende zahlen ja doch die Bürger“

Unterdessen hat sich auch der Vorsitzende des Steuerzahlerbundes, Bernhard Zentgraf, zu Wort gemeldet. Wenn die Stadt von Aha Gebühren für die Altpapiercontainer verlange, sei das nichts anderes als „eine Abzocke des Bürgers“, sagt er. Die Stadt nutze Aha für die Erfüllung ihrer eigenen Aufgaben. Dafür dann Geld zu verlangen, sei nicht akzeptabel, meint Zentgraf. Aha werde die Gebühr schließlich weiterreichen: „Am Ende zahlen die Bürger in Form höherer Abfallgebühren die Zeche.“ Wie schon zahlreiche Regionspolitiker fordert auch er die Landeshauptstadt auf, sich ein Beispiel an den Umlandkommunen zu nehmen, die auf die Gebühr verzichten. 

Aha hatte vor einigen Wochen angekündigt, für die Altpapierbeutel ab dem 1. Januar eine Gebühr von fünf Cent pro Stück zu kassieren, um Zweckentfremdung zu verhindern. Nach Angaben des Unternehmens werde die Hälfte der Altpapiersäcke für andere Zwecke, wie zum Beispiel die Entsorgung des Hausmülls, genutzt.  

Von Mathias Klein

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